Einfach erklärt
Das Konto 8731 Gewährte Skonti 7 % USt wird verwendet, wenn ein Unternehmen einem Kunden einen Skonto für einen Umsatz gewährt, der ursprünglich mit 7 % Umsatzsteuer abgerechnet wurde.
Ein Skonto ist ein nachträglicher Preisnachlass, den der Kunde erhält, wenn er innerhalb einer vereinbarten Frist bezahlt.
Beispiel:
„2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen.“
Bezahlt der Kunde rechtzeitig und zieht den Skonto ab, erhält das Unternehmen weniger Geld als ursprünglich berechnet.
Dadurch vermindern sich gleichzeitig:
- der ursprüngliche Nettoerlös
- die darauf entfallende Umsatzsteuer
- die offene Forderung gegenüber dem Kunden
8731 bildet dabei die Netto-Erlösschmälerung für Umsätze mit 7 % Umsatzsteuer ab.
Merksatz
Kunde zieht Skonto aus einem Umsatz mit 7 % USt = 8731 prüfen.
Soll oder Haben?
8731 ist ein Erlösschmälerungskonto.
Da der ursprüngliche Erlös vermindert wird, wird das gewährte Skonto grundsätzlich im Soll erfasst.
Es gilt:
- Gewährter Skonto → Soll
- Korrektur beziehungsweise Rücknahme → Haben
Merksatz
Erlös steht normalerweise im Haben. Erlösschmälerung steht deshalb im Soll.
Praxisbeispiel 1: 2 % Skonto bei 7 % Umsatzsteuer
Ein Unternehmen verkauft Waren für:
1.000,00 € netto
zuzüglich:
70,00 € Umsatzsteuer 7 %
Rechnungsbetrag:
1.070,00 € brutto
Die Ausgangsrechnung wurde beispielsweise gebucht:
1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.070,00 € an 8300 Erlöse 7 % USt 1.000,00 € an 1771 Umsatzsteuer 7 % 70,00 €
Der Kunde darf bei Zahlung innerhalb der Skontofrist 2 % Skonto abziehen.
Wie hoch ist der Skonto?
2 % von 1.070,00 € =
21,40 € brutto
Dieser Bruttoskonto besteht aus:
20,00 € Netto-Skonto
und
1,40 € Umsatzsteuerkorrektur
Denn:
2 % von 1.000,00 € = 20,00 €
7 % von 20,00 € = 1,40 €
Der Kunde überweist damit:
1.070,00 € − 21,40 € =
1.048,60 €
Buchung bei Zahlung
In einer manuellen Lernbuchung kann der Vorgang so dargestellt werden:
1200 Bank 1.048,60 € 8731 Gewährte Skonti 7 % USt 20,00 € 1771 Umsatzsteuer 7 % 1,40 € an 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.070,00 €
Die Forderung ist damit vollständig ausgeglichen.
Gleichzeitig wurden:
- der Erlös um 20,00 € vermindert
- die Umsatzsteuer um 1,40 € vermindert
Merksatz
Bruttoskonto = Netto-Erlösschmälerung + Umsatzsteuerkorrektur.
Warum muss auch die Umsatzsteuer korrigiert werden?
Die ursprüngliche Rechnung lautete auf:
1.000,00 € netto + 70,00 € Umsatzsteuer
Durch den Skonto erhält das Unternehmen wirtschaftlich aber nur noch:
980,00 € netto
zuzüglich:
68,60 € Umsatzsteuer
Der endgültige Umsatz beträgt damit:
1.048,60 € brutto
Die ursprünglich gebuchten 70,00 € Umsatzsteuer wären deshalb zu hoch.
Die Korrektur beträgt:
1,40 €
Nach § 17 UStG muss bei einer nachträglichen Änderung der Bemessungsgrundlage auch die darauf entfallende Umsatzsteuer berichtigt werden.
Merksatz
Weniger Entgelt = weniger Umsatzsteuer.
Der Skonto wird nicht einfach vom Bruttoerlös abgezogen
Für die Buchhaltung ist wichtig, den Bruttoskonto in seine Bestandteile zu zerlegen.
Gesamt-Skonto
21,40 €
Davon:
20,00 € Erlösschmälerung
1,40 € Umsatzsteuerkorrektur
Nur der Nettoanteil gehört wirtschaftlich auf 8731.
Die Steuerkorrektur gehört auf 1771 Umsatzsteuer 7 %.
DATEV-Automatik beachten
8731 ist im DATEV-SKR03 als Konto für Gewährte Skonti 7 % USt mit entsprechender Steuerautomatik vorgesehen.
In einer Buchhaltungssoftware kann die Umsatzsteuerkorrektur deshalb abhängig von Kontenfunktion und Buchungsmethode automatisch erzeugt werden.
Für das Verständnis im KontenCampus ist die manuelle Aufteilung trotzdem wichtig:
Netto-Skonto → 8731
Umsatzsteuerkorrektur → 1771
Wird in einer realen Software eine automatische Steuerberechnung verwendet, darf die Umsatzsteuer nicht zusätzlich ein zweites Mal manuell korrigiert werden.
Merksatz
Buchungslogik verstehen – bei Automatik aber keine Steuer doppelt buchen.
Praxisbeispiel 2: 3 % Skonto
Ausgangsrechnung:
2.000,00 € netto
Umsatzsteuer 7 %:
140,00 €
Brutto:
2.140,00 €
Skonto:
3 %
Bruttoskonto
2.140,00 € × 3 % =
64,20 €
Netto-Skonto
2.000,00 € × 3 % =
60,00 €
Umsatzsteuerkorrektur
140,00 € × 3 % =
4,20 €
Zahlung des Kunden
2.140,00 € − 64,20 € =
2.075,80 €
Buchung
1200 Bank 2.075,80 € 8731 Gewährte Skonti 7 % USt 60,00 € 1771 Umsatzsteuer 7 % 4,20 € an 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.140,00 €
Warum wird die ursprüngliche Forderung vollständig ausgeglichen?
Die Forderung beträgt ursprünglich:
2.140,00 €
Der Kunde zahlt aber nur:
2.075,80 €
Trotzdem schuldet er danach nichts mehr.
Die Differenz von:
64,20 €
wurde ihm aufgrund der vereinbarten Skontobedingung erlassen.
Deshalb wird die gesamte Forderung ausgebucht.
Sie wird ausgeglichen durch:
- Bankzahlung
- Netto-Skonto
- Umsatzsteuerkorrektur
Kontrolle
2.075,80 € Bank
- 60,00 € Skonto
- 4,20 € Umsatzsteuerkorrektur
= 2.140,00 € Forderung
Merksatz
Kunde zahlt weniger, Forderung ist trotzdem vollständig erledigt.
Skonto erst buchen, wenn der Kunde ihn tatsächlich nutzt
Eine Rechnung kann zwar eine Skontobedingung enthalten.
Das bedeutet aber noch nicht, dass bei Ausstellung der Rechnung bereits ein Skonto gebucht wird.
Beispiel
Rechnung:
1.070,00 € brutto
Zahlungsbedingung:
2 % Skonto innerhalb von 10 Tagen, ansonsten 30 Tage netto
Bei Rechnungsstellung wird zunächst der vollständige Rechnungsbetrag gebucht.
Erst wenn der Kunde tatsächlich rechtzeitig bezahlt und den Skonto abzieht, entsteht die Erlösschmälerung.
Merksatz
Skontomöglichkeit ist noch kein Skonto. Erst die tatsächliche Inanspruchnahme zählt.
Kunde zahlt zu spät und zieht trotzdem Skonto
Ein Kunde überweist nach Ablauf der Skontofrist eigenmächtig einen gekürzten Betrag.
Dann liegt nicht automatisch ein berechtigter Skonto vor.
Das Unternehmen muss prüfen, ob es:
- den Abzug akzeptiert
- den Restbetrag nachfordert
- nachträglich einen Preisnachlass gewährt
Solange der Betrag weiterhin geschuldet wird, darf die Restforderung nicht einfach als gewährter Skonto ausgebucht werden.
Beispiel
Rechnung:
1.070,00 €
Unberechtigter Abzug:
21,40 €
Zahlung:
1.048,60 €
Akzeptiert das Unternehmen den Abzug nicht, verbleibt grundsätzlich eine offene Forderung von:
21,40 €
Merksatz
Nicht jeder Zahlungsabzug des Kunden ist automatisch Skonto.
8731 oder 8730 Gewährte Skonti?
8730 Gewährte Skonti ist das allgemeine Skontokonto ohne feste Zuordnung zu einem bestimmten Umsatzsteuersatz.
8731 ist dagegen speziell für:
Gewährte Skonti bei Umsätzen mit 7 % Umsatzsteuer.
Wenn der zugrunde liegende Umsatz eindeutig mit 7 % besteuert wurde, ist 8731 aussagekräftiger.
Merksatz
Allgemeiner Skonto = 8730. Skonto aus 7-%-Umsatz = 8731.
8731 oder 8736 Gewährte Skonti 19 % USt?
Diese Unterscheidung richtet sich nach dem Steuersatz des ursprünglichen Umsatzes.
7 % Umsatzsteuer
→ 8731
19 % Umsatzsteuer
→ 8736 Gewährte Skonti 19 % USt
Der Steuersatz des ursprünglichen Umsatzes bestimmt auch die Höhe der Umsatzsteuerkorrektur.
Merksatz
7-%-Rechnung → 8731. 19-%-Rechnung → 8736.
Rechnung enthält Umsätze mit 7 % und 19 %
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine Rechnung Leistungen mit unterschiedlichen Steuersätzen enthält.
Beispiel
Eine Rechnung enthält:
- Waren mit 7 % Umsatzsteuer
- Waren oder Leistungen mit 19 % Umsatzsteuer
Der Kunde zieht einen Skonto vom Gesamtbetrag ab.
Dann darf der gesamte Netto-Skonto nicht einfach auf 8731 gebucht werden.
Der Preisnachlass muss den ursprünglich unterschiedlich besteuerten Umsätzen sachgerecht zugeordnet werden.
Der auf 7-%-Umsätze entfallende Anteil gehört in den Bereich von 8731.
Der auf 19-%-Umsätze entfallende Anteil gehört in den Bereich von 8736 Gewährte Skonti 19 % USt.
Auch die Umsatzsteuerkorrektur muss entsprechend aufgeteilt werden.
Merksatz
Gemischte Steuersätze = Skonto nach den ursprünglichen Umsätzen aufteilen.
Praxisbeispiel 3: Rechnung mit gemischten Steuersätzen
Angenommen, eine Ausgangsrechnung enthält:
1.000,00 € netto mit 7 % USt
und
1.000,00 € netto mit 19 % USt
Bei 2 % Skonto entfallen auf den 7-%-Teil:
20,00 € Netto-Skonto
und:
1,40 € Umsatzsteuerkorrektur
Auf den 19-%-Teil entfallen ebenfalls:
20,00 € Netto-Skonto
aber:
3,80 € Umsatzsteuerkorrektur
Damit dürfen die beiden Bereiche nicht miteinander vermischt werden.
Skonto oder Rabatt?
Ein Skonto hängt typischerweise von der schnellen Zahlung ab.
Ein Rabatt ist dagegen ein Preisnachlass, der beispielsweise wegen:
- Menge
- Kundengruppe
- Aktion
- Verhandlung
gewährt wird.
Für gewährte Rabatte existieren eigene Konten.
Bei 7 % Umsatzsteuer kann beispielsweise 8780 Gewährte Rabatte 7 % USt relevant sein.
Merksatz
Schnell zahlen = Skonto. Preisnachlass aus anderem Grund = Rabatt prüfen.
Skonto oder Bonus?
Ein Bonus wird häufig nachträglich aufgrund eines bestimmten Umsatzes oder einer vereinbarten Jahresmenge gewährt.
Beispiel:
Ein Kunde erhält am Jahresende 3 % Bonus, weil er einen bestimmten Jahresumsatz erreicht hat.
Das ist kein klassischer Zahlungsskonto.
Für gewährte Boni existieren eigene Konten, beispielsweise 8750 Gewährte Boni 7 % USt.
Merksatz
Zahlungsfrist = Skonto. Umsatz- oder Jahresziel = Bonus.
Skonto oder Gutschrift?
Eine Gutschrift beziehungsweise Rechnungskorrektur kann aus vielen Gründen entstehen:
- Rückgabe
- Reklamation
- Preisfehler
- nachträgliche Minderung
Das ist nicht automatisch ein Skonto.
8731 sollte verwendet werden, wenn tatsächlich ein Skonto aufgrund der Zahlungsbedingung vorliegt.
Skonto oder Zahlungsdienstleistergebühr?
Wenn ein Zahlungsdienstleister wie ein Kartenanbieter eine Gebühr einbehält, handelt es sich nicht um einen gewährten Skonto.
Beispiel
Kundenforderung:
1.070,00 €
Kunde zahlt vollständig 1.070,00 €.
Payment-Anbieter behält:
20,00 € Gebühr
Das ist keine Erlösschmälerung gegenüber dem Kunden.
Die Gebühr kann beispielsweise auf 4970 Nebenkosten des Geldverkehrs gehören.
Merksatz
Kunde bekommt Preisnachlass = Skonto. Zahlungsanbieter berechnet Gebühr = Geldverkehrskosten.
Skonto oder Forderungsausfall?
Ein gewährter Skonto ist ein vertraglich beziehungsweise tatsächlich akzeptierter Preisnachlass.
Ein Forderungsausfall bedeutet dagegen, dass der Kunde seine Schuld nicht bezahlen kann oder wird.
Beides darf nicht verwechselt werden.
Beispiel Skonto
Kunde dürfte 2 % abziehen und zahlt rechtzeitig.
→ 8731
Beispiel Forderungsausfall
Kunde ist insolvent und kann den offenen Betrag nicht begleichen.
→ Forderungsausfall beziehungsweise Wertberichtigung prüfen
Merksatz
Gewollter Zahlungsnachlass ≠ uneinbringliche Forderung.
Zusammenhang mit 8300 Erlöse 7 % USt
Ein typischer Ausgangsumsatz mit 7 % Umsatzsteuer kann zunächst auf 8300 Erlöse 7 % USt gebucht werden.
Wird später Skonto gewährt, bleibt der ursprüngliche Umsatz nachvollziehbar bestehen.
8731 zeigt separat, welcher Teil dieses Umsatzes nachträglich durch Skonti gemindert wurde.
Beispiel
Ursprünglicher Nettoerlös:
10.000,00 €
Gewährte Skonti:
200,00 €
Wirtschaftlicher Nettoerlös nach Skonto:
9.800,00 €
Dadurch wird die Erlösentwicklung transparenter, als wenn jede ursprüngliche Erlösbuchung nachträglich verändert würde.
Warum Skonti separat ausgewiesen werden
Ein separates Skontokonto ermöglicht Auswertungen wie:
- Wie viel Skonto wurde Kunden insgesamt gewährt?
- Wie stark mindern Skonti die Umsatzerlöse?
- Nutzen Kunden die angebotenen Zahlungsbedingungen häufig?
- Ist der angebotene Skontosatz wirtschaftlich sinnvoll?
Beispiel
Umsatz:
500.000,00 €
Gewährte Skonti:
10.000,00 €
Dann wurden wirtschaftlich 2 % des entsprechenden Nettoerlöses durch Skonti vermindert.
Das kann für Liquiditäts- und Vertriebsauswertungen interessant sein.
Skonto als Instrument zur schnelleren Zahlung
Aus Unternehmenssicht hat Skonto einen Preis.
Das Unternehmen verzichtet auf einen Teil seines Erlöses, erhält dafür aber häufig früher sein Geld.
Beispiel
Rechnung:
10.000,00 € netto
2 % Skonto:
200,00 €
Das Unternehmen verzichtet also auf 200,00 € Erlös, wenn der Kunde dafür beispielsweise 20 Tage früher bezahlt.
Ob das wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt insbesondere von:
- Liquiditätsbedarf
- Finanzierungskosten
- Ausfallrisiko
- Kundenbeziehung
ab.
Keine erneute Erlösbuchung bei Zahlung
Der ursprüngliche Erlös wurde bereits bei Rechnungsstellung gebucht.
Bei der Zahlung wird deshalb nicht erneut Umsatz gebucht.
Ursprüngliche Rechnung
1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an 8300 Erlöse 7 % USt und 1771 Umsatzsteuer 7 %
Spätere Zahlung mit Skonto
1200 Bank + 8731 + 1771 an 1400
Damit wird lediglich die Forderung ausgeglichen und der nachträgliche Skonto berücksichtigt.
Merksatz
Rechnung erzeugt Erlös. Zahlung gleicht Forderung aus.
Was wird typischerweise auf Konto 8731 gebucht?
Typische Fälle sind:
- tatsächlich in Anspruch genommene Kundenskonti aus Umsätzen mit 7 % Umsatzsteuer
- Nettoanteile solcher Skonti
- entsprechende Korrekturen gewährter Skonti
- anteilige Skonti bei Rechnungen mit mehreren Steuersätzen, soweit sie auf den 7-%-Umsatz entfallen
Was gehört typischerweise nicht auf Konto 8731?
Nicht auf 8731 gehören beispielsweise:
- gewährte Skonti bei 19 % Umsatzsteuer → 8736 Gewährte Skonti 19 % USt
- Skonti ohne feste Umsatzsteuerzuordnung → 8730 Gewährte Skonti
- Rabatte → beispielsweise 8780 Gewährte Rabatte 7 % USt prüfen
- Boni → beispielsweise 8750 Gewährte Boni 7 % USt prüfen
- Zahlungsdienstleistergebühren → 4970 Nebenkosten des Geldverkehrs
- Forderungsausfälle
- eigenmächtig und unberechtigt vom Kunden abgezogene Beträge
- ursprüngliche Erlöse → beispielsweise 8300 Erlöse 7 % USt
- Umsatzsteuerkorrektur selbst → 1771 Umsatzsteuer 7 %
Kontoart und Abschluss
Kontonummer: 8731 Kontenbezeichnung: Gewährte Skonti 7 % USt Kontenart: Erlösschmälerungskonto Kontenklasse: 8 Bereich: Erlösschmälerungen / Umsatzerlöse Normale Kontoseite: Soll Gewährter Netto-Skonto: Soll Korrektur beziehungsweise Rücknahme: Haben Abschluss: über die GuV Bilanz: nicht in der Bilanz GuV: Umsatzerlöse / in Umsatzerlöse verrechnete Erlösschmälerungen mit ermäßigtem Steuersatz
Was zeigt der Saldo des Kontos?
Der typische Sollsaldo von 8731 zeigt, wie hoch die Nettoerlöse des Geschäftsjahres durch tatsächlich gewährte Skonti auf Umsätze mit 7 % Umsatzsteuer vermindert wurden.
Beispiel
Gewährte Skonti im Jahr:
Januar:
100,00 € netto
März:
250,00 € netto
Juli:
150,00 € netto
Dezember:
500,00 € netto
Saldo 8731:
1.000,00 € Soll
Das bedeutet:
Die entsprechenden Nettoerlöse wurden im Geschäftsjahr durch 7-%-Skonti insgesamt um 1.000,00 € vermindert.
Die dazugehörigen Umsatzsteuerkorrekturen werden separat auf 1771 Umsatzsteuer 7 % berücksichtigt.
Warum ein Habensaldo auffällig wäre
8731 ist ein Erlösschmälerungskonto und besitzt normalerweise einen Sollsaldo.
Ein dauerhafter Habensaldo sollte deshalb geprüft werden.
Mögliche Ursachen können sein:
- Korrektur eines im Vorjahr zu hoch gebuchten Skontos
- Buchung mit vertauschtem Soll und Haben
- falsche Stornobuchung
- Skonto wurde auf das falsche Konto gebucht
Ein Habensaldo ist nicht grundsätzlich unmöglich, sollte aber nachvollziehbar sein.
Typische Fehler
Bruttoskonto vollständig auf 8731 buchen
Bei 7-%-Umsätzen enthält der Bruttoskonto auch Umsatzsteuer.
Der Nettoanteil gehört auf 8731; die Steuerkorrektur gehört auf 1771.
Umsatzsteuerkorrektur vergessen
Ein Skonto vermindert die Bemessungsgrundlage und damit auch die Umsatzsteuer.
Umsatzsteuer doppelt korrigieren
Bei Verwendung einer Software mit Steuerautomatik darf die automatisch erzeugte Umsatzsteuerkorrektur nicht zusätzlich manuell gebucht werden.
19-%-Skonto auf 8731 buchen
Dafür ist 8736 Gewährte Skonti 19 % USt vorgesehen.
Jeden Zahlungsabzug des Kunden als Skonto akzeptieren
Der Kunde muss tatsächlich zum Skontoabzug berechtigt sein beziehungsweise das Unternehmen muss den Nachlass akzeptieren.
Skonto bereits bei Rechnungsstellung buchen
Der Skonto wird erst berücksichtigt, wenn er tatsächlich in Anspruch genommen wird.
Rabatt mit Skonto verwechseln
Ein Rabatt ist nicht zwingend von einer schnellen Zahlung abhängig.
Bonus mit Skonto verwechseln
Ein Bonus hängt typischerweise von anderen Bedingungen wie Umsatzmengen oder Jahresumsätzen ab.
Paymentgebühr als gewährten Skonto buchen
Eine Gebühr des Zahlungsdienstleisters ist keine Erlösschmälerung gegenüber dem Kunden.
Gemischte Steuersätze nicht aufteilen
Bei Rechnungen mit 7 % und 19 % Umsatzsteuer müssen Skonto und Umsatzsteuerkorrektur sachgerecht aufgeteilt werden.
Zahlung erneut als Erlös buchen
Der Erlös entstand bereits bei Rechnungsstellung. Die Zahlung gleicht lediglich die Forderung aus.
Verwandte Konten
- 1200 Bank – Eingang der gekürzten Kundenzahlung
- 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – ursprüngliche Kundenforderung
- 1771 Umsatzsteuer 7 % – Umsatzsteuer und deren Korrektur
- 8300 Erlöse 7 % USt – ursprünglicher Nettoerlös mit 7 % Umsatzsteuer
- 8730 Gewährte Skonti – allgemeines Skontokonto ohne feste Steuerzuordnung
- 8736 Gewährte Skonti 19 % USt – gewährte Skonti für 19-%-Umsätze
- 8750 Gewährte Boni 7 % USt – entsprechende Bonusminderungen
- 8780 Gewährte Rabatte 7 % USt – entsprechende Rabatte
- 4970 Nebenkosten des Geldverkehrs – Bank- und Zahlungsdienstleistergebühren
Kurz zusammengefasst
Das Konto 8731 Gewährte Skonti 7 % USt erfasst den Nettoanteil von Skonti, die Kunden bei ursprünglich mit 7 % Umsatzsteuer abgerechneten Umsätzen tatsächlich in Anspruch nehmen. Der Skonto mindert den ursprünglichen Erlös und gleichzeitig die Bemessungsgrundlage der Umsatzsteuer. Der Netto-Skonto wird als Erlösschmälerung im Soll auf 8731 erfasst; die dazugehörige Umsatzsteuerkorrektur betrifft 1771 Umsatzsteuer 7 %. Bei gemischten Steuersätzen muss der Skonto auf die unterschiedlichen Umsatzbereiche aufgeteilt werden. Rabatte, Boni, Zahlungsdienstleistergebühren und Forderungsausfälle sind keine gewährten Skonti.
Kurzform: Kunde nutzt Skonto bei 7-%-Umsatz = 8731 im Soll. Nettoerlös sinkt und 1771 Umsatzsteuer 7 % wird korrigiert. 19-%-Skonto = 8736.