Einfach erklärt
Das Konto 8736 Gewährte Skonti 19 % USt wird verwendet, wenn ein Unternehmen einem Kunden einen Skonto für einen Umsatz gewährt, der ursprünglich mit 19 % Umsatzsteuer abgerechnet wurde.
Ein Skonto ist ein nachträglicher Preisnachlass, den der Kunde erhält, wenn er innerhalb einer vereinbarten Frist bezahlt.
Typische Zahlungsbedingung:
„2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, ansonsten 30 Tage netto.“
Nutzt der Kunde den Skonto, erhält das Unternehmen weniger Geld als ursprünglich in Rechnung gestellt.
Dadurch vermindern sich gleichzeitig:
- der ursprüngliche Nettoerlös
- die darauf entfallende Umsatzsteuer
- die offene Forderung gegenüber dem Kunden
8736 bildet dabei die Netto-Erlösschmälerung bei Umsätzen mit 19 % Umsatzsteuer ab.
Merksatz
Kunde zieht berechtigt Skonto aus einem Umsatz mit 19 % USt = 8736 prüfen.
Soll oder Haben?
8736 gehört zum Ertragsbereich, wirkt aber als Erlösschmälerung.
Deshalb besitzt das Konto normalerweise die Seite:
Soll
Es gilt:
- gewährter Skonto → Soll
- Korrektur beziehungsweise Rücknahme → Haben
Das wirkt zunächst ungewöhnlich, weil Erlöskonten normalerweise im Haben gebucht werden.
Genau deshalb steht die Erlösschmälerung auf der Gegenseite.
Merksatz
Erlös = normalerweise Haben. Erlösschmälerung = Soll.
Praxisbeispiel 1: 2 % Skonto bei 19 % Umsatzsteuer
Ein Unternehmen verkauft Waren beziehungsweise Leistungen für:
1.000,00 € netto
zuzüglich:
190,00 € Umsatzsteuer 19 %
Rechnungsbetrag:
1.190,00 € brutto
Die ursprüngliche Ausgangsrechnung kann beispielsweise lauten:
1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.190,00 € an 8400 Erlöse 19 % USt 1.000,00 € an 1776 Umsatzsteuer 19 % 190,00 €
Der Kunde darf bei Zahlung innerhalb der Skontofrist 2 % Skonto abziehen.
Wie hoch ist der Skonto?
2 % von 1.190,00 € =
23,80 € brutto
Dieser Betrag besteht aus:
20,00 € Netto-Skonto
und
3,80 € Umsatzsteuerkorrektur
Denn:
2 % von 1.000,00 € = 20,00 €
19 % von 20,00 € = 3,80 €
Der Kunde überweist:
1.190,00 € − 23,80 € =
1.166,20 €
Buchung bei Zahlung
In einer manuellen Lernbuchung kann der Vorgang so dargestellt werden:
1200 Bank 1.166,20 € 8736 Gewährte Skonti 19 % USt 20,00 € 1776 Umsatzsteuer 19 % 3,80 € an 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.190,00 €
Die Forderung ist damit vollständig ausgeglichen.
Gleichzeitig wurden:
- der Nettoerlös um 20,00 € vermindert
- die Umsatzsteuer um 3,80 € vermindert
Merksatz
Bruttoskonto = Netto-Erlösschmälerung + Umsatzsteuerkorrektur.
Warum muss die Umsatzsteuer korrigiert werden?
Die ursprüngliche Rechnung lautete auf:
1.000,00 € netto + 190,00 € Umsatzsteuer
Nach dem Skonto beträgt das tatsächliche Entgelt aber nur noch:
980,00 € netto
zuzüglich:
186,20 € Umsatzsteuer
Gesamt:
1.166,20 €
Die ursprünglich erfassten 190,00 € Umsatzsteuer wären damit um:
3,80 €
zu hoch.
Bei einer nachträglichen Änderung der Bemessungsgrundlage ist deshalb auch die darauf entfallende Umsatzsteuer zu berichtigen.
Merksatz
Weniger Entgelt = weniger Umsatzsteuer.
Der Bruttoskonto gehört nicht vollständig auf 8736
Ein häufiger Denkfehler wäre:
Bruttoskonto:
23,80 €
also:
8736 = 23,80 €
Das wäre in einer manuellen Aufteilung falsch.
Denn die 23,80 € bestehen aus:
- 20,00 € Netto-Erlösschmälerung
- 3,80 € Umsatzsteuerkorrektur
8736 betrifft den Nettoanteil der Erlösschmälerung.
Die Umsatzsteuerkorrektur betrifft 1776 Umsatzsteuer 19 %.
DATEV-Steuerautomatik beachten
8736 ist als spezielles Konto für gewährte Skonti mit 19 % USt vorgesehen und kann in entsprechender Buchhaltungssoftware mit einer Steuerautomatik verbunden sein.
Dann kann die Umsatzsteuerkorrektur automatisch aus dem gebuchten Betrag beziehungsweise der verwendeten Buchungslogik ermittelt werden.
Für das Verständnis im KontenCampus ist die getrennte Betrachtung trotzdem wichtig:
Netto-Skonto → 8736
Umsatzsteuerkorrektur → 1776
Wird in einer realen Buchhaltungssoftware eine Automatik verwendet, darf die Umsatzsteuer nicht zusätzlich noch einmal manuell korrigiert werden.
Merksatz
Steuerlogik verstehen – bei Automatik aber nicht doppelt buchen.
Praxisbeispiel 2: 3 % Skonto
Ausgangsrechnung:
2.000,00 € netto
Umsatzsteuer 19 %:
380,00 €
Brutto:
2.380,00 €
Skonto:
3 %
Bruttoskonto
2.380,00 € × 3 % =
71,40 €
Netto-Skonto
2.000,00 € × 3 % =
60,00 €
Umsatzsteuerkorrektur
380,00 € × 3 % =
11,40 €
Zahlung des Kunden
2.380,00 € − 71,40 € =
2.308,60 €
Buchung
1200 Bank 2.308,60 € 8736 Gewährte Skonti 19 % USt 60,00 € 1776 Umsatzsteuer 19 % 11,40 € an 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.380,00 €
Warum wird die Forderung vollständig ausgeglichen?
Die ursprüngliche Forderung beträgt:
2.380,00 €
Der Kunde zahlt jedoch nur:
2.308,60 €
Trotzdem ist die Forderung vollständig erledigt, weil die restlichen:
71,40 €
aufgrund des vereinbarten Skontos nicht mehr geschuldet werden.
Kontrolle
2.308,60 € Bank
- 60,00 € Netto-Skonto
- 11,40 € Umsatzsteuerkorrektur
= 2.380,00 € Forderung
Merksatz
Weniger Zahlung bedeutet bei berechtigtem Skonto nicht automatisch offene Restforderung.
Praxisbeispiel 3: 1 % Skonto
Rechnungsbetrag netto:
5.000,00 €
Umsatzsteuer 19 %:
950,00 €
Brutto:
5.950,00 €
Skonto:
1 %
Netto-Skonto
5.000,00 € × 1 % =
50,00 €
Umsatzsteuerkorrektur
950,00 € × 1 % =
9,50 €
Bruttoskonto
59,50 €
Zahlung
5.950,00 € − 59,50 € =
5.890,50 €
Buchung
1200 Bank 5.890,50 € 8736 Gewährte Skonti 19 % USt 50,00 € 1776 Umsatzsteuer 19 % 9,50 € an 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.950,00 €
Skonto wird erst gebucht, wenn der Kunde ihn tatsächlich nutzt
Allein die Angabe einer Skontobedingung auf der Rechnung bedeutet noch nicht, dass sofort eine Erlösschmälerung entsteht.
Beispiel
Rechnung:
1.190,00 € brutto
Zahlungsbedingung:
2 % Skonto innerhalb von 10 Tagen, 30 Tage netto
Bei Rechnungsstellung wird zunächst der volle Rechnungsbetrag gebucht.
Erst wenn der Kunde tatsächlich innerhalb der Skontofrist bezahlt und den Skonto nutzt, wird die Erlösschmälerung erfasst.
Merksatz
Möglicher Skonto ist noch kein tatsächlicher Skonto.
Kunde zahlt ohne Skonto
Der Kunde bezahlt innerhalb der normalen Zahlungsfrist den vollständigen Betrag von:
1.190,00 €
Dann entsteht überhaupt keine Buchung auf 8736.
Buchung
1200 Bank 1.190,00 € an 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.190,00 €
Der vollständige ursprüngliche Nettoerlös und die Umsatzsteuer bleiben bestehen.
Kunde zieht Skonto zu spät ab
Ein Kunde zahlt erst nach Ablauf der vereinbarten Skontofrist und zieht trotzdem 2 % ab.
Dann ist der Abzug nicht automatisch ein berechtigter Skonto.
Das Unternehmen muss entscheiden, ob es:
- den Abzug akzeptiert
- den Restbetrag weiterhin fordert
- einen nachträglichen Preisnachlass gewährt
Beispiel
Forderung:
1.190,00 €
Kunde zahlt verspätet:
1.166,20 €
Differenz:
23,80 €
Akzeptiert das Unternehmen den Abzug nicht, bleiben grundsätzlich:
23,80 € Forderung
offen.
Merksatz
Nicht jeder eigenmächtige Zahlungsabzug ist Skonto.
8736 oder 8730 Gewährte Skonti?
8730 Gewährte Skonti ist das allgemeine Skontokonto ohne feste Umsatzsteuerzuordnung.
8736 ist dagegen speziell für Skonti aus Umsätzen mit:
19 % Umsatzsteuer
Bei einem eindeutig mit 19 % besteuerten Ausgangsumsatz ist 8736 deshalb aussagekräftiger.
Merksatz
Allgemeiner Skonto = 8730. 19-%-Skonto = 8736.
8736 oder 8731 Gewährte Skonti 7 % USt?
Der Steuersatz des ursprünglichen Umsatzes entscheidet.
Ursprünglicher Umsatz mit 7 % USt
→ 8731 Gewährte Skonti 7 % USt
Ursprünglicher Umsatz mit 19 % USt
→ 8736
Merksatz
Der Skonto übernimmt steuerlich die Struktur des ursprünglichen Umsatzes.
Rechnung enthält 7 % und 19 % Umsatzsteuer
Enthält eine Rechnung Umsätze mit unterschiedlichen Steuersätzen, darf der gesamte Skonto nicht pauschal auf 8736 gebucht werden.
Der Skonto muss sachgerecht auf die unterschiedlich besteuerten Umsätze aufgeteilt werden.
Beispiel
Rechnung enthält:
1.000,00 € netto mit 7 % USt
und:
2.000,00 € netto mit 19 % USt
Skonto:
2 %
7-%-Teil
Netto-Skonto:
20,00 €
Umsatzsteuerkorrektur:
1,40 €
→ 8731 und 1771 Umsatzsteuer 7 %
19-%-Teil
Netto-Skonto:
40,00 €
Umsatzsteuerkorrektur:
7,60 €
→ 8736 und 1776 Umsatzsteuer 19 %
Merksatz
Gemischte Steuersätze = Skonto entsprechend aufteilen.
Skonto oder Rabatt?
Skonto ist normalerweise an eine schnelle Zahlung gebunden.
Ein Rabatt wird dagegen beispielsweise gewährt wegen:
- Bestellmenge
- Sonderaktion
- Kundengruppe
- Verhandlung
- Mengenstaffel
Für gewährte Rabatte mit 19 % Umsatzsteuer existiert beispielsweise:
8790 Gewährte Rabatte 19 % USt
Merksatz
Schnellzahlung = Skonto. Anderer Preisnachlass = Rabatt prüfen.
Skonto oder Bonus?
Ein Bonus wird häufig nachträglich aufgrund eines Umsatz- oder Mengenziels gewährt.
Beispiel
Ein Kunde erhält am Jahresende 3 % Bonus, weil er im gesamten Jahr Waren für mindestens 100.000 € gekauft hat.
Das ist kein klassischer Skonto.
Für entsprechende 19-%-Boni kann beispielsweise 8760 Gewährte Boni 19 % USt relevant sein.
Merksatz
Zahlungsfrist = Skonto. Umsatz- oder Mengenziel = Bonus.
Skonto oder Gutschrift?
Eine Gutschrift beziehungsweise Rechnungskorrektur kann aus vielen Gründen entstehen:
- Warenrückgabe
- Reklamation
- Preisfehler
- nachträgliche Vertragsänderung
Das ist nicht automatisch ein Skonto.
8736 sollte verwendet werden, wenn tatsächlich ein Zahlungsnachlass aufgrund einer Skontobedingung vorliegt.
Skonto oder Zahlungsdienstleistergebühr?
Ein Zahlungsdienstleister kann einen Teil einer Kundenzahlung als Gebühr einbehalten.
Das ist keine Erlösschmälerung gegenüber dem Kunden.
Beispiel
Kundenforderung:
1.190,00 €
Der Kunde bezahlt vollständig:
1.190,00 €
Der Zahlungsdienstleister behält:
30,00 € Gebühr
Bankgutschrift:
1.160,00 €
Der Kunde hat keinen Skonto erhalten.
Die Gebühr kann beispielsweise auf 4970 Nebenkosten des Geldverkehrs gehören.
Merksatz
Kunde zahlt weniger wegen Preisnachlass = Skonto. Zahlungsanbieter behält Gebühr = kein Skonto.
Skonto oder Forderungsausfall?
Auch ein Forderungsausfall ist keine Erlösschmälerung durch Skonto.
Skonto
Der Kunde darf aufgrund der Zahlungsbedingungen weniger zahlen.
Forderungsausfall
Der Kunde kann oder wird seine bestehende Schuld nicht mehr vollständig begleichen.
Dann sind Forderungsausfall beziehungsweise Wertberichtigung zu prüfen.
Merksatz
Gewollter Zahlungsnachlass und unfreiwilliger Forderungsausfall sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Zusammenhang mit 8400 Erlöse 19 % USt
Der ursprüngliche Verkauf mit 19 % Umsatzsteuer wird typischerweise auf einem entsprechenden Erlöskonto wie 8400 Erlöse 19 % USt erfasst.
8736 zeigt anschließend separat die gewährten Skonti.
Beispiel
Ursprünglicher Nettoerlös:
100.000,00 €
Gewährte Netto-Skonti:
2.000,00 €
Wirtschaftlicher Nettoerlös nach Skonti:
98.000,00 €
Durch die getrennte Erfassung bleibt erkennbar:
- wie hoch der ursprünglich fakturierte Umsatz war
- wie viel davon durch Skonti wieder gemindert wurde
Warum ein eigenes Skontokonto sinnvoll ist
Ein separates Konto ermöglicht Auswertungen wie:
- Wie viel Skonto gewähren wir unseren Kunden?
- Welche Kunden nutzen Skonto besonders häufig?
- Wie stark reduzieren Skonti unsere Erlöse?
- Verbessert der Skonto tatsächlich unsere Liquidität?
- Ist die angebotene Skontohöhe wirtschaftlich sinnvoll?
Skonto kostet Geld, kann aber Liquidität bringen
Aus Sicht des Unternehmens ist gewährter Skonto wirtschaftlich ein Preis für schnellere Zahlung.
Beispiel
Rechnung netto:
10.000,00 €
Skonto 2 %:
200,00 €
Das Unternehmen verzichtet auf:
200,00 € Nettoerlös
Dafür erhält es möglicherweise mehrere Wochen früher sein Geld.
Ob das sinnvoll ist, hängt unter anderem ab von:
- Liquiditätsbedarf
- Finanzierungskosten
- Forderungsausfallrisiko
- Kundenstruktur
- tatsächlichem Zahlungsverhalten
Keine erneute Erlösbuchung bei Zahlung
Der ursprüngliche Erlös wurde bereits bei Ausstellung der Rechnung erfasst.
Rechnung
1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an 8400 Erlöse 19 % USt und 1776 Umsatzsteuer 19 %
Zahlung mit Skonto
1200 Bank + 8736 + 1776 an 1400
Bei der Zahlung entsteht kein zweiter Umsatz.
Merksatz
Rechnung erzeugt Erlös. Zahlung gleicht die Forderung aus.
Zusammenhang mit 3736 Erhaltene Skonti 19 % Vorsteuer
8736 darf nicht mit 3736 Erhaltene Skonti 19 % Vorsteuer verwechselt werden.
8736
Wir gewähren unserem Kunden Skonto.
→ Erlösschmälerung
3736
Unser Lieferant gewährt uns Skonto.
→ Minderung des Einkaufs beziehungsweise Aufwands und Korrektur der Vorsteuer
Merksatz
Kunde bekommt Skonto von uns = 8736. Wir bekommen Skonto vom Lieferanten = 3736.
Praxisbeispiel 4: Vergleich gewährter und erhaltener Skonto
Ausgangsrechnung an Kunden
Wir verkaufen:
1.000,00 € netto + 190,00 € USt
Kunde nutzt 2 % Skonto.
Netto-Skonto:
20,00 €
→ 8736
Eingangsrechnung vom Lieferanten
Wir kaufen:
1.000,00 € netto + 190,00 € Vorsteuer
Wir nutzen 2 % Skonto.
Netto-Skonto:
20,00 €
→ 3736 Erhaltene Skonti 19 % Vorsteuer
Der Betrag ist gleich, die wirtschaftliche Richtung aber genau umgekehrt.
Was wird typischerweise auf Konto 8736 gebucht?
Typischerweise werden auf 8736 erfasst:
- tatsächlich in Anspruch genommene Kundenskonti aus Umsätzen mit 19 % Umsatzsteuer
- Nettoanteile dieser gewährten Skonti
- Korrekturen solcher Skonti
- anteilige Skonti bei Rechnungen mit mehreren Steuersätzen, soweit sie auf 19-%-Umsätze entfallen
Was gehört typischerweise nicht auf Konto 8736?
Nicht auf 8736 gehören beispielsweise:
- gewährte Skonti bei 7 % Umsatzsteuer → 8731 Gewährte Skonti 7 % USt
- Skonti ohne feste Umsatzsteuerzuordnung → 8730 Gewährte Skonti
- erhaltene Lieferantenskonti → 3730 Erhaltene Skonti beziehungsweise 3736 Erhaltene Skonti 19 % Vorsteuer
- gewährte Boni mit 19 % USt → 8760 Gewährte Boni 19 % USt
- gewährte Rabatte mit 19 % USt → 8790 Gewährte Rabatte 19 % USt
- Zahlungsdienstleistergebühren → 4970 Nebenkosten des Geldverkehrs
- Forderungsausfälle
- unberechtigte Zahlungsabzüge eines Kunden
- ursprüngliche Erlöse → 8400 Erlöse 19 % USt
- Umsatzsteuerkorrektur selbst → 1776 Umsatzsteuer 19 %
Kontoart und Abschluss
Kontonummer: 8736 Kontenbezeichnung: Gewährte Skonti 19 % USt Kontenart: Ertragskonto mit Erlösschmälerungsfunktion Kontenklasse: 8 Kategorie: Erlösschmälerungen Normale Kontoseite: Soll Gewährter Netto-Skonto: Soll Korrektur beziehungsweise Rücknahme: Haben Abschluss: GuV Bilanz: Nicht in der Bilanz GuV: Ertrag beziehungsweise Minderung der Umsatzerlöse
Was zeigt der Saldo des Kontos?
Der typische Sollsaldo von 8736 zeigt, um welchen Nettobetrag die mit 19 % Umsatzsteuer verbundenen Erlöse des Unternehmens im Geschäftsjahr durch gewährte Skonti gemindert wurden.
Beispiel
Januar:
200,00 € Netto-Skonto
April:
350,00 €
August:
150,00 €
Dezember:
300,00 €
Gesamtsaldo:
1.000,00 € Soll
Die Nettoerlöse wurden damit im Geschäftsjahr durch gewährte Skonti um insgesamt:
1.000,00 €
vermindert.
Die dazugehörige Umsatzsteuerkorrektur wird auf 1776 Umsatzsteuer 19 % berücksichtigt.
Warum ein Habensaldo auffällig wäre
8736 besitzt normalerweise einen Sollsaldo.
Ein Habensaldo sollte daher geprüft werden.
Mögliche Gründe können sein:
- Storno eines zuvor gebuchten Skontos
- Korrektur aus einer früheren Periode
- Soll und Haben vertauscht
- falsches Konto verwendet
Ein Habensaldo ist nicht grundsätzlich unmöglich, sollte aber nachvollziehbar sein.
Typische Fehler
Bruttoskonto vollständig auf 8736 buchen
Der Bruttoskonto enthält auch die Umsatzsteuerkorrektur.
Der Nettoanteil gehört wirtschaftlich auf 8736, die Steuerkorrektur auf 1776.
Umsatzsteuerkorrektur vergessen
Der Skonto mindert die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage.
Umsatzsteuer doppelt korrigieren
Bei automatischer Steuerberechnung darf die von der Software erzeugte Korrektur nicht zusätzlich manuell gebucht werden.
7-%-Skonto auf 8736 buchen
Dafür ist 8731 Gewährte Skonti 7 % USt vorgesehen.
Skonto bereits bei Rechnungsstellung buchen
Der Skonto wird erst berücksichtigt, wenn der Kunde ihn tatsächlich in Anspruch nimmt.
Verspäteten Zahlungsabzug automatisch als Skonto behandeln
Ist der Kunde nicht zum Abzug berechtigt, kann weiterhin eine Restforderung bestehen.
Rabatt mit Skonto verwechseln
Für Rabatte mit 19 % Umsatzsteuer ist beispielsweise 8790 zu prüfen.
Bonus mit Skonto verwechseln
Für Boni mit 19 % Umsatzsteuer ist beispielsweise 8760 zu prüfen.
Zahlungsdienstleistergebühren auf 8736 buchen
Solche Gebühren können beispielsweise auf 4970 Nebenkosten des Geldverkehrs gehören.
Forderungsausfall als Skonto behandeln
Ein Ausfall ist kein freiwillig gewährter Zahlungsnachlass.
Gemischte Steuersätze nicht aufteilen
Bei Rechnungen mit 7 % und 19 % müssen Skonto und Umsatzsteuerkorrektur auf beide Bereiche verteilt werden.
Zahlung nochmals als Erlös buchen
Der Erlös entstand bereits bei Rechnungsstellung.
Erhaltene und gewährte Skonti verwechseln
8736 betrifft die Kundenseite. 3736 betrifft die Lieferantenseite.
Verwandte Konten
- 1200 Bank – Eingang der gekürzten Kundenzahlung
- 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – ursprüngliche Kundenforderung
- 1776 Umsatzsteuer 19 % – Umsatzsteuer und Umsatzsteuerkorrektur
- 3736 Erhaltene Skonti 19 % Vorsteuer – Skonti, die das Unternehmen selbst von Lieferanten erhält
- 8400 Erlöse 19 % USt – ursprüngliche Nettoerlöse mit 19 % Umsatzsteuer
- 8730 Gewährte Skonti – gewährte Skonti ohne feste Umsatzsteuerzuordnung
- 8731 Gewährte Skonti 7 % USt – gewährte Skonti bei 7-%-Umsätzen
- 8760 Gewährte Boni 19 % USt – gewährte Boni mit 19 % Umsatzsteuer
- 8790 Gewährte Rabatte 19 % USt – gewährte Rabatte mit 19 % Umsatzsteuer
- 4970 Nebenkosten des Geldverkehrs – Bank- und Zahlungsdienstleistergebühren
Kurz zusammengefasst
Das Konto 8736 Gewährte Skonti 19 % USt erfasst den Nettoanteil von Skonti, die Kunden bei ursprünglich mit 19 % Umsatzsteuer abgerechneten Umsätzen tatsächlich in Anspruch nehmen. Es gehört zum Ertragsbereich, wirkt jedoch als Erlösschmälerung und besitzt deshalb normalerweise die Sollseite. Der Skonto mindert gleichzeitig die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage, weshalb auch 1776 Umsatzsteuer 19 % korrigiert werden muss. Bei gemischten Steuersätzen ist der Skonto sachgerecht aufzuteilen. Rabatte, Boni, Zahlungsdienstleistergebühren und Forderungsausfälle sind keine gewährten Skonti.
Kurzform: Kunde nutzt Skonto bei 19-%-Umsatz = 8736 im Soll. Nettoerlös sinkt, 1776 Umsatzsteuer 19 % wird korrigiert. 7-%-Skonto = 8731. Skonto vom Lieferanten = 3736.