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SKR03 · KONTO 8400

Erlöse 19 % USt

Das Konto 8400 Erlöse 19 % USt erfasst steuerpflichtige Umsatzerlöse, die dem regulären Umsatzsteuersatz von 19 % unterliegen. Es handelt sich um ein Ertragskonto mit normaler Habenseite und Abschluss über die GuV. Gebucht wird grundsätzlich nur der Nettoerlös auf 8400; die dazugehörige Umsatzsteuer wird separat auf 1776 Umsatzsteuer 19 % erfasst. Typische Fälle sind Verkäufe von Waren oder Leistungen, für die 19 % deutsche Umsatzsteuer berechnet werden.

Das Konto auf einen Blick

Kontoart
Ertragskonto
Kategorie
Ertrag
Normale Seite
Haben
Abschluss
GuV
Bilanz
Nicht in der Bilanz
GuV
Ertrag

Einfach erklärt

Das Konto 8400 Erlöse 19 % USt wird verwendet, wenn ein Unternehmen Waren oder Leistungen verkauft und darauf der reguläre deutsche Umsatzsteuersatz von 19 % anfällt.

8400 enthält dabei nur den Nettoerlös.

Die Umsatzsteuer gehört nicht zum Erlös des Unternehmens, sondern wird separat auf:

1776 Umsatzsteuer 19 %

erfasst.

Beispiel

Ein Unternehmen verkauft eine Leistung für:

1.000,00 € netto

19 % Umsatzsteuer:

190,00 €

Rechnungsbetrag:

1.190,00 € brutto

Buchung

1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.190,00 € an 8400 Erlöse 19 % USt 1.000,00 € an 1776 Umsatzsteuer 19 % 190,00 €

Merksatz

Nettoerlös = 8400. Umsatzsteuer = 1776.

Soll oder Haben?

8400 ist ein Ertragskonto.

Die normale Kontoseite ist deshalb:

Haben

Grundsätzlich gilt:

  • Erlös entsteht → Haben
  • Storno, Gutschrift oder Erlösminderung → Soll beziehungsweise spezielles Erlösschmälerungskonto

Merksatz

Mehr Umsatz = 8400 im Haben.

Praxisbeispiel 1: Verkauf auf Rechnung

Ein Unternehmen verkauft Waren für:

2.000,00 € netto

Umsatzsteuer:

2.000 × 19 % =

380,00 €

Bruttorechnung:

2.380,00 €

Buchung

1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.380,00 € an 8400 Erlöse 19 % USt 2.000,00 € an 1776 Umsatzsteuer 19 % 380,00 €

Der Ertrag beträgt:

2.000,00 €

Nicht:

2.380,00 €

Merksatz

Die Umsatzsteuer gehört nicht zum Erlös.

Praxisbeispiel 2: Barverkauf

Ein Unternehmen verkauft Ware direkt gegen Barzahlung.

Bruttobetrag:

119,00 €

Darin enthalten:

Nettoerlös:

100,00 €

Umsatzsteuer:

19,00 €

Buchung

1000 Kasse 119,00 € an 8400 Erlöse 19 % USt 100,00 € an 1776 Umsatzsteuer 19 % 19,00 €

Praxisbeispiel 3: Zahlung direkt auf das Bankkonto

Ein Kunde bezahlt unmittelbar eine Leistung.

Netto:

500,00 €

Umsatzsteuer:

95,00 €

Brutto:

595,00 €

Buchung

1200 Bank 595,00 € an 8400 Erlöse 19 % USt 500,00 € an 1776 Umsatzsteuer 19 % 95,00 €

Das ist nur dann die richtige Grundlogik, wenn Erlös und Zahlung tatsächlich gleichzeitig entstehen.

Rechnung und Zahlung sind zwei verschiedene Vorgänge

Wird zunächst eine Rechnung geschrieben, entsteht der Erlös bereits mit der Rechnung.

Rechnung

1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.190,00 € an 8400 Erlöse 19 % USt 1.000,00 € an 1776 Umsatzsteuer 19 % 190,00 €

Spätere Zahlung

1200 Bank 1.190,00 € an 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.190,00 €

Bei der Zahlung wird 8400 nicht noch einmal gebucht.

Merksatz

Die Rechnung erzeugt den Erlös. Die Zahlung gleicht nur die Forderung aus.

Warum steht auf 8400 nur der Nettobetrag?

Die Umsatzsteuer ist wirtschaftlich kein Ertrag des Unternehmens.

Das Unternehmen vereinnahmt sie grundsätzlich für das Finanzamt.

Beispiel

Kunde bezahlt:

11.900,00 €

Davon:

Nettoerlös:

10.000,00 €

Umsatzsteuer:

1.900,00 €

Der betriebliche Erlös beträgt deshalb nur:

10.000,00 €

Merksatz

Bruttoumsatz ist nicht gleich Erlös.

8400 oder 8200 Erlöse?

8200 Erlöse ist ein allgemeineres Erlöskonto ohne feste Zuordnung zu einem konkreten Umsatzsteuersatz.

8400 ist dagegen speziell für Erlöse mit:

19 % Umsatzsteuer

vorgesehen.

Beispiel

Steuerpflichtiger Umsatz mit 19 %:

→ 8400

Erlös ohne konkrete automatische Steuerzuordnung:

→ 8200 kann je nach Sachverhalt relevant sein

Merksatz

19-%-Umsatz = 8400.

8400 oder 8300?

Im SKR03 werden Erlöse nach Steuersätzen getrennt geführt.

Typischerweise gilt:

  • 8300er-Bereich → Erlöse mit 7 % Umsatzsteuer
  • 8400er-Bereich → Erlöse mit 19 % Umsatzsteuer

Dadurch kann die Buchhaltung die unterschiedlichen Umsatzsteuersätze sauber auseinanderhalten.

Merksatz

7 % und 19 % nicht auf dasselbe Erlöskonto werfen.

Wann gelten 19 % Umsatzsteuer?

Der reguläre deutsche Umsatzsteuersatz beträgt grundsätzlich 19 %.

Viele gewöhnliche Warenlieferungen und Dienstleistungen unterliegen diesem Steuersatz.

Ob tatsächlich 19 % gelten, hängt jedoch vom konkreten Umsatz ab.

Zu prüfen sind insbesondere:

  • Art der Ware oder Leistung
  • Leistungsort
  • mögliche Steuerbefreiung
  • ermäßigter Steuersatz
  • Reverse-Charge-Verfahren
  • innergemeinschaftliche oder grenzüberschreitende Sonderregelungen

Merksatz

Nicht jeder Umsatz eines Unternehmens gehört automatisch auf 8400.

Steuerfreie Umsätze gehören nicht auf 8400

Ist ein Umsatz steuerfrei, darf nicht einfach 19 % Umsatzsteuer berechnet und auf 8400 gebucht werden.

Für steuerfreie oder besondere Umsätze gibt es eigene Konten beziehungsweise steuerliche Schlüssel.

Beispiel

Ein Umsatz ist nach den gesetzlichen Voraussetzungen steuerfrei.

Dann wäre eine Buchung über 8400 mit automatischen 19 % grundsätzlich falsch.

Merksatz

8400 setzt einen tatsächlich mit 19 % steuerpflichtigen Umsatz voraus.

Reverse Charge gehört nicht einfach auf 8400

Bei bestimmten Umsätzen schuldet nicht der leistende Unternehmer, sondern der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer.

Dann liegt ein Fall des Reverse-Charge-Verfahrens vor.

Solche Umsätze müssen mit den dafür vorgesehenen Konten beziehungsweise Steuerschlüsseln gebucht werden.

Für die Umsatzsteuer auf der Empfängerseite kann beispielsweise:

1787 Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 %

relevant sein.

Merksatz

Reverse Charge ist etwas anderes als ein normaler 19-%-Inlandsumsatz auf 8400.

8400 und 1776 Umsatzsteuer 19 %

Diese beiden Konten gehören bei einem normalen 19-%-Umsatz eng zusammen.

8400

enthält den Nettoerlös.

1776

enthält die darauf entfallende Umsatzsteuer.

Beispiel

Netto:

4.000,00 €

Umsatzsteuer:

760,00 €

Brutto:

4.760,00 €

Buchung

1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.760,00 € an 8400 Erlöse 19 % USt 4.000,00 € an 1776 Umsatzsteuer 19 % 760,00 €

Automatikkonto

8400 wird in DATEV typischerweise als Erlöskonto mit Umsatzsteuerautomatik verwendet.

Das bedeutet:

Bei korrekter Verwendung berechnet das Buchhaltungssystem aus dem gebuchten Betrag automatisch die zugehörige Umsatzsteuer und führt sie auf das entsprechende Steuerkonto.

Je nach Buchungsmethode kann deshalb nur der Brutto- oder Nettobetrag zusammen mit dem passenden Steuerschlüssel beziehungsweise Automatikkonto erfasst werden.

Wichtig

Die konkrete technische Buchung hängt vom eingesetzten Buchhaltungsprogramm ab.

Merksatz

8400 kennt steuerlich die 19-%-Zuordnung – trotzdem muss der zugrunde liegende Umsatz richtig beurteilt sein.

Gutschrift an einen Kunden

Wird eine bereits gestellte Rechnung teilweise oder vollständig gutgeschrieben, vermindern sich grundsätzlich:

  • der Erlös
  • die Umsatzsteuer
  • die Forderung beziehungsweise der Zahlungsanspruch

Beispiel

Ursprüngliche Rechnung:

1.000,00 € netto

Nachträgliche Gutschrift:

200,00 € netto

Umsatzsteuerkorrektur:

38,00 €

Bruttogutschrift:

238,00 €

Der ursprüngliche Erlös muss entsprechend reduziert werden.

Je nach Sachverhalt und Kontenlogik kann dies direkt als Storno beziehungsweise über ein spezielles Erlösschmälerungskonto erfolgen.

Merksatz

Gutschrift reduziert Erlös und Umsatzsteuer.

Gewährter Skonto

Bezahlt ein Kunde innerhalb einer vereinbarten Skontofrist weniger, reduziert sich die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage.

Für gewährte Skonti mit 19 % Umsatzsteuer gibt es im SKR03 beispielsweise:

8736 Gewährte Skonti 19 % Umsatzsteuer

Beispiel

Rechnung:

1.190,00 € brutto

2 % Skonto:

23,80 €

Davon:

Netto-Erlösschmälerung:

20,00 €

Umsatzsteuerkorrektur:

3,80 €

Grundlogik bei Zahlung

Der Kunde zahlt:

1.166,20 €

Die ursprüngliche Forderung von 1.190,00 € wird vollständig ausgeglichen.

20,00 € werden als Erlösschmälerung erfasst und 3,80 € Umsatzsteuer korrigiert.

Merksatz

Skonto vermindert nicht nur die Forderung, sondern auch Erlös und Umsatzsteuer.

Warum Skonto nicht einfach als Aufwand buchen?

Ein gewährter Skonto hängt unmittelbar mit dem ursprünglichen Verkauf zusammen.

Er reduziert wirtschaftlich den erzielten Erlös.

Deshalb wird er als Erlösschmälerung und nicht als normaler Betriebsaufwand behandelt.

Merksatz

Kunde zahlt wegen Skonto weniger = Erlös wird kleiner.

Rücksendung von Waren

Schickt ein Kunde Waren zurück und erhält dafür eine Gutschrift, wird der ursprüngliche Umsatz entsprechend korrigiert.

Beispiel

ursprünglicher Nettoverkauf:

500,00 €

Rücksendung:

100,00 € netto

Umsatzsteuerkorrektur:

19,00 €

Der Erlös reduziert sich um:

100,00 €

und die Umsatzsteuer um:

19,00 €

Merksatz

Warenrückgabe = ursprünglichen Umsatz teilweise rückgängig machen.

Preisnachlass nach Rechnungsstellung

Auch ein nachträglicher Preisnachlass kann die Bemessungsgrundlage und damit die Umsatzsteuer reduzieren.

Beispiel

Rechnung ursprünglich:

10.000,00 € netto

Nachlass:

1.000,00 € netto

Umsatzsteuerkorrektur:

190,00 €

Damit beträgt der endgültige Nettoerlös:

9.000,00 €

Merksatz

Ändert sich die Gegenleistung, muss regelmäßig auch die Umsatzsteuer geprüft und korrigiert werden.

Kundenzahlung ist kein zweiter Erlös

Dieser Fehler ist besonders wichtig.

Rechnung

1400 1.190,00 € an 8400 1.000,00 € an 1776 190,00 €

Zahlung

1200 1.190,00 € an 1400 1.190,00 €

Falsch wäre bei der Zahlung nochmals:

1200 an 8400 / 1776

Dann würde der Umsatz doppelt erfasst.

Merksatz

Ein Verkauf erzeugt einmal Erlös – egal, wann der Kunde bezahlt.

Vorauszahlungen von Kunden

Erhält ein Unternehmen Geld, bevor die Leistung vollständig erbracht ist, muss geprüft werden, ob eine erhaltene Anzahlung vorliegt.

Eine Vorauszahlung ist nicht automatisch schon vollständig normaler Erlös auf 8400.

Zusätzlich können umsatzsteuerliche Regeln für Anzahlungen zu beachten sein.

Merksatz

Geld erhalten bedeutet nicht immer automatisch: Erlös auf 8400.

Noch nicht erbrachte Leistung

Ein Kunde bezahlt beispielsweise im Dezember für eine Leistung, die erst im Januar erbracht wird.

Dann muss geprüft werden, ob handelsrechtlich bereits ein Erlös entstanden ist oder zunächst eine Verbindlichkeit beziehungsweise Abgrenzung vorliegt.

Die Umsatzsteuer kann dabei nach eigenen Regeln bereits zu einem anderen Zeitpunkt entstehen.

Merksatz

Ertrag und Umsatzsteuer können unterschiedlichen Entstehungsregeln folgen.

8400 bei Ist- und Sollversteuerung

Die Frage, wann die Umsatzsteuer gegenüber dem Finanzamt entsteht, hängt unter anderem davon ab, ob das Unternehmen:

  • Sollversteuerer
  • oder Istversteuerer

ist.

Der handelsrechtliche Erlös ist davon zu unterscheiden.

Sollversteuerung

Umsatzsteuer entsteht grundsätzlich bereits mit Ausführung der Leistung beziehungsweise nach den umsatzsteuerlichen Vorschriften, unabhängig vom späteren Zahlungseingang.

Istversteuerung

Die Umsatzsteuer entsteht grundsätzlich nach vereinnahmten Entgelten.

Die genaue technische Kontierung kann deshalb je nach Buchhaltungssystem unterschiedlich aussehen.

Merksatz

Erlösentstehung und Umsatzsteuerentstehung nicht gedanklich gleichsetzen.

8400 und Debitorenkonten

In einer Debitorenbuchhaltung wird die Ausgangsrechnung häufig nicht direkt auf 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebucht, sondern auf ein individuelles Kundenkonto.

Beispiel:

Debitor:

10001 Musterkunde GmbH

Die Buchungslogik bleibt trotzdem gleich:

Debitor 1.190,00 € an 8400 1.000,00 € an 1776 190,00 €

Das Debitorenkonto fließt anschließend in das Sammelkonto 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ein.

Merksatz

Debitor ersetzt in der Nebenbuchhaltung das direkte Forderungssammelkonto – der Erlös bleibt 8400.

Verkauf eines Anlageguts ist nicht automatisch 8400

Verkauft ein Unternehmen beispielsweise eine alte Maschine oder einen betrieblichen Pkw, handelt es sich nicht um normalen Waren- oder Leistungserlös aus dem gewöhnlichen Umsatzprozess.

Für Verkäufe von Anlagevermögen existieren spezielle Erlöskonten.

Merksatz

Alte Maschine verkaufen = nicht blind 8400 verwenden.

Versicherungsentschädigung ist kein Erlös auf 8400

Eine Versicherungsentschädigung entsteht nicht aus einer normalen Lieferung oder Leistung an einen Kunden.

Dafür kann beispielsweise:

2742 Versicherungsentschädigungen und Schadenersatzleistungen

relevant sein.

Merksatz

Nicht jeder Geldzufluss ist Umsatz.

Zinsertrag gehört nicht auf 8400

Erhält ein Unternehmen Zinsen, handelt es sich ebenfalls nicht um einen normalen 19-%-Erlös auf 8400.

Für entsprechende Zinserträge kann beispielsweise:

2650 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

relevant sein.

Merksatz

Verkaufserlös und Zinsertrag sind verschiedene Ertragsarten.

Darlehensauszahlung ist kein Erlös

Erhält ein Unternehmen ein Darlehen von:

100.000,00 €

steigt zwar das Bankguthaben.

Es entsteht aber gleichzeitig eine Verbindlichkeit.

Deshalb wird kein Erlös auf 8400 gebucht.

Merksatz

Geld auf dem Bankkonto bedeutet nicht automatisch Umsatz.

Privateinlage ist ebenfalls kein Erlös

Zahlt ein Einzelunternehmer privates Geld in den Betrieb ein, handelt es sich nicht um einen Verkauf und damit nicht um Erlös auf 8400.

Dafür ist beispielsweise:

1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen)

relevant.

Umsatzsteuer ist kein Erlös

Auch wenn der Kunde den Bruttobetrag bezahlt, zählt nur der Nettobetrag zum Erlös.

Beispiel

Bruttozahlung:

11.900,00 €

Davon:

10.000,00 € Erlös

1.900,00 € Umsatzsteuer

Merksatz

8400 wächst nur um netto.

8400 in der GuV

8400 ist ein Ertragskonto.

Es wird am Ende des Geschäftsjahres über die Gewinn- und Verlustrechnung abgeschlossen.

Ein höherer Saldo auf 8400 erhöht grundsätzlich den Gewinn, sofern nicht gleichzeitig entsprechende Aufwendungen entstehen.

Beispiel

Erlöse 8400:

500.000,00 € Haben

Diese 500.000,00 € fließen in die Erlösseite der GuV ein.

Die darauf berechnete Umsatzsteuer auf 1776 gehört dagegen nicht zu den Umsatzerlösen der GuV.

Merksatz

8400 beeinflusst den Gewinn – 1776 nicht direkt.

Was zeigt der Saldo des Kontos?

Der typische Habensaldo von 8400 zeigt die im Geschäftsjahr erfassten Nettoerlöse mit 19 % Umsatzsteuer vor beziehungsweise unter Berücksichtigung entsprechender Korrekturen.

Beispiel

Januar:

20.000,00 €

Februar:

25.000,00 €

März:

30.000,00 €

Gesamterlös:

20.000 + 25.000 + 30.000 =

75.000,00 € Haben

Der entsprechende Umsatzsteuerbetrag wird separat auf 1776 ausgewiesen.

Merksatz

Saldo 8400 = Nettoerlöse mit 19-%-Steuerzuordnung.

Warum wäre ein Sollsaldo auffällig?

8400 ist ein Ertragskonto mit normaler Habenseite.

Ein Sollsaldo kann beispielsweise entstehen durch:

  • umfangreiche Stornos
  • Gutschriften
  • Rücksendungen
  • Fehlbuchungen
  • Soll und Haben wurden vertauscht
  • Ausgangsrechnungen fehlen

Ein dauerhafter Sollsaldo sollte deshalb geprüft werden.

Merksatz

8400 sollte normalerweise einen Habensaldo besitzen.

Abstimmung mit der Umsatzsteuer

Die Erlöse auf 8400 sollten grundsätzlich zur darauf entfallenden Umsatzsteuer passen.

Beispiel

Nettoerlöse:

100.000,00 €

19 % davon:

19.000,00 €

Ohne Besonderheiten sollte die zugehörige Steuerlogik nachvollziehbar sein.

Abweichungen können beispielsweise entstehen durch:

  • Gutschriften
  • Skonti
  • Stornos
  • unterschiedliche Steuerentstehungszeitpunkte
  • Istversteuerung
  • fehlerhafte Steuerschlüssel

Merksatz

8400 und 1776 sollten steuerlich zusammenpassen.

Was wird typischerweise auf Konto 8400 gebucht?

Typischerweise werden auf 8400 erfasst:

  • steuerpflichtige Warenverkäufe mit 19 % Umsatzsteuer
  • steuerpflichtige Dienstleistungen mit 19 % Umsatzsteuer
  • Ausgangsrechnungen mit regulärem 19-%-Steuersatz
  • entsprechende Bar- und Sofortumsätze
  • Korrekturen und Stornos solcher Erlöse

Was gehört typischerweise nicht auf Konto 8400?

Nicht beziehungsweise nicht automatisch auf 8400 gehören:

Kontoart und Abschluss

Kontonummer: 8400 Kontenbezeichnung: Erlöse 19 % USt Kontenart: Ertragskonto Kontenklasse: 8 Kategorie: Ertrag Bereich: Umsatzerlöse Normale Kontoseite: Haben Erlös/Mehrung: Haben Storno/Korrektur: Soll Abschluss: GuV Bilanz: Nicht in der Bilanz GuV: Ertrag · Umsatzerlöse

Typische Fehler

Bruttobetrag vollständig auf 8400 buchen

Auf 8400 gehört grundsätzlich nur der Nettoerlös. Die Umsatzsteuer gehört auf 1776.

Zahlung des Kunden erneut als Erlös buchen

Wurde die Rechnung bereits gebucht, gleicht die Zahlung lediglich die Forderung aus.

Erlöse mit 7 % auf 8400 buchen

8400 ist für die 19-%-Steuerzuordnung vorgesehen.

Steuerfreie Umsätze auf 8400 buchen

Steuerfreie Umsätze benötigen die dafür vorgesehene steuerliche Kontierung.

Jede Einnahme als Erlös behandeln

Darlehen, Privateinlagen, Versicherungsentschädigungen und andere Zahlungseingänge sind nicht automatisch Umsatzerlöse.

1776 als Ertrag behandeln

Umsatzsteuer ist kein Erlös des Unternehmens.

Kundenzahlung und Ausgangsrechnung doppelt erfassen

Dadurch würde Umsatz und Umsatzsteuer doppelt gebucht.

Skonto ohne Umsatzsteuerkorrektur buchen

Gewährter Skonto vermindert grundsätzlich auch die steuerliche Bemessungsgrundlage.

Gutschrift ohne Steuerkorrektur buchen

Auch bei Rücksendungen und Preisnachlässen muss die Umsatzsteuer angepasst werden.

Reverse Charge als normalen 19-%-Umsatz buchen

Bei §-13b-Sachverhalten gelten andere Steuerregeln und Konten.

Verkauf eines Anlageguts auf 8400 buchen

Dafür sind regelmäßig spezielle Konten vorgesehen.

Verwandte Konten

Kurz zusammengefasst

Das Konto 8400 Erlöse 19 % USt erfasst Nettoerlöse aus normalen steuerpflichtigen Umsätzen mit dem regulären Umsatzsteuersatz von 19 %. Es ist ein Ertragskonto mit normaler Habenseite und wird über die GuV abgeschlossen. Die zugehörige Umsatzsteuer gehört nicht zum Erlös, sondern wird separat auf 1776 Umsatzsteuer 19 % erfasst. Bei einer Rechnung auf Ziel entsteht der Erlös bereits mit der Ausgangsrechnung; die spätere Zahlung gleicht lediglich die Forderung aus und darf nicht noch einmal auf 8400 gebucht werden. Erlöse mit anderen Steuersätzen, steuerfreie Umsätze, Reverse-Charge-Fälle und besondere Ertragsarten müssen getrennt kontiert werden.

Kurzform: Verkauf mit 19 % USt = Netto auf 8400 im Haben, Umsatzsteuer auf 1776. Rechnung erzeugt Erlös – Zahlung nicht noch einmal.

QUELLEN & STAND

Fachliche Grundlagen

Zuletzt aktualisiert:

Die Quellen bilden die fachliche Grundlage des Artikels. Die Darstellung ist didaktisch vereinfacht und ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall.