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SKR03 · KONTO 2650

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Das Konto 2650 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge erfasst Zinserträge, die dem Unternehmen beispielsweise aus Bankguthaben, Forderungen oder sonstigen Kapitalüberlassungen zufließen und keinem spezielleren Zinsertragskonto zugeordnet werden.

Das Konto auf einen Blick

Kontoart
Ertragskonto
Kategorie
Ertrag
Normale Seite
Haben
Abschluss
GuV
Bilanz
Nicht in der Bilanz
GuV
Ertrag

Einfach erklärt

Auf dem Konto 2650 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge werden Zinserträge des Unternehmens erfasst.

Zinsen entstehen vereinfacht gesagt dann, wenn das Unternehmen jemand anderem Kapital überlässt und dafür eine Vergütung erhält.

Typische Beispiele sind:

  • Zinsen auf betriebliche Bankguthaben
  • Zinsen auf Fest- oder Tagesgeld
  • Zinsen aus Forderungen gegenüber Dritten
  • Zinsen aus gewährten Darlehen, soweit kein spezielleres Konto verwendet wird
  • Verzugszinsen, die ein säumiger Kunde zahlen muss
  • sonstige nicht speziell zuordenbare Zinserträge

Konto 2650 ist ein Ertragskonto.

Soll oder Haben?

Erträge nehmen grundsätzlich im Haben zu.

Deshalb gilt für Konto 2650:

  • Zinsertrag entsteht → Haben
  • Korrektur oder Stornierung eines Zinsertrags → Soll

Merksatz

Wir bekommen Zinsen = 2650 im Haben.

Praxisbeispiel 1: Bank schreibt Guthabenzinsen gut

Die Bank schreibt dem Unternehmen 250,00 € Zinsen für ein betriebliches Guthaben gut.

Das Geld wird direkt dem Geschäftskonto gutgeschrieben.

Buchungssatz

1200 Bank 250,00 € an 2650 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 250,00 €

Das Bankguthaben steigt im Soll. Gleichzeitig entsteht ein Zinsertrag im Haben von Konto 2650.

Zinsertrag ist nicht dasselbe wie Umsatzerlös

Auch wenn Geld auf 1200 Bank eingeht, handelt es sich bei Zinsen normalerweise nicht um Erlöse aus der gewöhnlichen Lieferung von Waren oder Erbringung von Dienstleistungen.

Ein Unternehmen verkauft beispielsweise Waren und verwendet dafür ein Erlöskonto wie 8400 Erlöse 19 % USt.

Zinsen entstehen dagegen durch die Überlassung von Kapital beziehungsweise aus finanziellen Forderungen.

Vereinfacht

Ware oder Dienstleistung verkauft → Umsatzerlös Geld beziehungsweise Kapital überlassen → Zinsertrag

Merksatz

Nicht jeder Zahlungseingang ist Umsatz.

Praxisbeispiel 2: Verzugszinsen eines Kunden

Ein Kunde bezahlt eine offene Rechnung über 5.000,00 € verspätet.

Zusätzlich muss er 100,00 € Verzugszinsen zahlen.

Der Kunde überweist insgesamt 5.100,00 €.

Buchungssatz

1200 Bank 5.100,00 € an 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.000,00 € an 2650 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 100,00 €

Die ursprüngliche Kundenforderung wird mit 5.000,00 € ausgeglichen.

Die zusätzlichen 100,00 € stellen einen Zinsertrag dar.

Warum werden Verzugszinsen nicht einfach auf das Erlöskonto gebucht?

Die Verzugszinsen sind nicht Teil des ursprünglichen Verkaufspreises.

Sie entstehen erst dadurch, dass der Kunde seine Zahlungsverpflichtung verspätet erfüllt.

Deshalb werden sie getrennt vom ursprünglichen Umsatzerlös als Zins- beziehungsweise Finanzertrag erfasst.

Beispiel

Ursprüngliche Rechnung:

5.000,00 €

Zusätzliche Verzugszinsen:

100,00 €

Der ursprüngliche Umsatz wird durch die Verzugszinsen nicht nachträglich auf 5.100,00 € erhöht.

Umsatzsteuer bei Verzugszinsen

Verzugszinsen wegen verspäteter Zahlung stellen umsatzsteuerlich grundsätzlich keinen zusätzlichen Leistungsaustausch dar.

Sie werden deshalb nicht einfach mit 19 % Umsatzsteuer behandelt.

Beispiel

Verzugszinsen: 100,00 €

Die Buchung lautet nicht:

83,? € Zinsertrag + 19 % Umsatzsteuer

sondern grundsätzlich:

1200 Bank 100,00 € an 2650 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 100,00 €

Damit wird auf die Verzugszinsen nicht zusätzlich 1776 Umsatzsteuer 19 % gebucht.

Praxisbeispiel 3: Zinsen aus einem gewährten Darlehen

Ein Unternehmen hat einem Dritten ein Darlehen gewährt.

Für einen Zeitraum erhält das Unternehmen 600,00 € Zinsen.

Die Zinsen werden auf das Geschäftskonto überwiesen.

Buchungssatz

1200 Bank 600,00 € an 2650 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 600,00 €

Wichtig ist die Trennung zwischen Tilgung und Zinsen.

Die Rückzahlung des ursprünglich verliehenen Geldes ist grundsätzlich kein Zinsertrag. Nur die Vergütung für die Kapitalüberlassung stellt den Zinsertrag dar.

Tilgung und Zinsertrag sind nicht dasselbe

Angenommen, ein Unternehmen hat 10.000,00 € verliehen.

Der Schuldner überweist später:

  • 2.000,00 € Tilgung
  • 300,00 € Zinsen

Gesamter Zahlungseingang:

2.300,00 €

Nur die 300,00 € Zinsen gehören auf Konto 2650.

Die 2.000,00 € Tilgung vermindern dagegen die bestehende Darlehensforderung.

Merksatz

Rückzahlung unseres Geldes = kein Ertrag. Vergütung dafür, dass wir das Geld überlassen haben = Zinsertrag.

Zinsertrag und Zinsaufwand

Zinserträge und Zinsaufwendungen sind die beiden Seiten einer Finanzierung.

Zinsertrag

Das Unternehmen bekommt Zinsen.

→ beispielsweise 2650 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Zinsaufwand

Das Unternehmen bezahlt Zinsen.

→ beispielsweise 2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten, wenn dieses Konto zum jeweiligen Sachverhalt passt

Beispiel

Das Unternehmen erhält auf ein Guthaben:

250,00 € Zinsen

→ 2650 im Haben

Das Unternehmen bezahlt für ein langfristiges Darlehen:

500,00 € Zinsen

→ entsprechendes Zinsaufwandskonto im Soll

Zinsen auf ein Bankguthaben

Besitzt ein Unternehmen Guthaben bei einem Kreditinstitut, kann die Bank dafür Zinsen zahlen.

DATEV ordnet Konto 2650 ausdrücklich unter anderem Zinsen auf Einlagen bei Kreditinstituten zu.

Beispiel

Guthabenzinsen: 800,00 €

Buchung

1200 Bank 800,00 € an 2650 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 800,00 €

Das Geld erhöht das Bankguthaben und gleichzeitig den Gewinn des Unternehmens.

Zinsen erhöhen den Gewinn

Konto 2650 ist ein Ertragskonto.

Zinserträge erhöhen deshalb grundsätzlich das Ergebnis des Unternehmens.

Beispiel

Betriebliches Ergebnis vor Zinsertrag: 40.000,00 €

Zinserträge: 1.000,00 €

Vereinfacht erhöht sich das Ergebnis durch den Zinsertrag entsprechend.

Allerdings werden Zinserträge in der Gewinn- und Verlustrechnung nicht einfach mit normalen Umsatzerlösen vermischt, sondern dem Bereich Zinsen und ähnliche Erträge zugeordnet.

Wo erscheint 2650 in der GuV?

Konto 2650 gehört zum Finanzergebnis beziehungsweise zum Bereich Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge der Gewinn- und Verlustrechnung.

Damit unterscheidet es sich beispielsweise von:

  • Umsatzerlösen
  • sonstigen betrieblichen Erträgen
  • betrieblichen Aufwendungen

Die getrennte Darstellung ermöglicht es, zu erkennen, welcher Teil des Ergebnisses aus der eigentlichen betrieblichen Tätigkeit und welcher Teil aus Finanzierung beziehungsweise Kapitalüberlassung stammt.

Nicht jeder Zinsertrag gehört auf 2650

Konto 2650 ist ein allgemeines Konto für sonstige Zinsen und ähnliche Erträge.

Der SKR03 enthält jedoch für bestimmte Sachverhalte speziellere Konten.

Dazu gehören beispielsweise Zinserträge:

  • aus bestimmten verbundenen Unternehmen
  • aus besonderen steuerlichen Sachverhalten
  • aus der Abzinsung von Rückstellungen
  • aus speziellen Finanzanlagen

Ist ein spezielleres Konto vorgesehen, sollte nicht automatisch 2650 verwendet werden.

Merksatz

2650 ist das allgemeine Zinsertragskonto – Spezialfälle können ein eigenes Konto haben.

Beispiel: Zinsen vom Finanzamt

Auch das Finanzamt kann in bestimmten Fällen Zinsen zahlen.

Solche Zinsen sollten nicht automatisch auf 2650 gebucht werden, da der SKR03 für bestimmte Zinsen nach der Abgabenordnung eigene Konten vorsieht.

Beispielsweise gibt es 2653 Zinserträge § 233a AO und § 4 Abs. 5b EStG, steuerfrei.

Vor der Verwendung von 2650 sollte deshalb geprüft werden, woher der Zinsertrag stammt.

Beispiel: Zinsertrag aus der Abzinsung einer Rückstellung

Auch aus der Bewertung beziehungsweise Abzinsung von Rückstellungen können Zinserträge entstehen.

Diese werden nicht zwangsläufig auf 2650 erfasst.

Im SKR03 gibt es dafür beispielsweise 2684 Zinsertrag aus der Abzinsung von Rückstellungen.

Das zeigt, warum die genaue Herkunft eines Zinsertrags wichtig ist.

Zinsertrag oder sonstiger betrieblicher Ertrag?

Zinserträge werden in der GuV gesondert von den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Beispiel

Ein Unternehmen verkauft eine alte Büroeinrichtung mit Gewinn.

→ kann zu einem sonstigen betrieblichen Ertrag führen

Das Unternehmen erhält Zinsen auf ein Bankguthaben.

→ 2650 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Der Unterschied liegt also in der wirtschaftlichen Ursache des Ertrags.

Wann entsteht der Zinsertrag?

Für eine periodengerechte Buchführung ist nicht immer nur entscheidend, wann das Geld tatsächlich auf dem Bankkonto eingeht.

Zinsen können wirtschaftlich bereits einem bestimmten Geschäftsjahr zuzurechnen sein, obwohl die Zahlung erst später erfolgt.

Zum Jahresabschluss kann deshalb geprüft werden müssen, ob bereits entstandene, aber noch nicht erhaltene Zinserträge zeitlich beziehungsweise als Forderung zu erfassen sind.

Die genaue Kontierung hängt vom jeweiligen Sachverhalt ab.

Wichtig

Zahlungszeitpunkt und Ertragszeitpunkt müssen nicht immer identisch sein.

Das gleiche Prinzip kennen wir bereits von anderen periodengerechten Abgrenzungen.

Was wird typischerweise auf Konto 2650 gebucht?

Typische Vorgänge sind insbesondere:

  • Guthabenzinsen von Banken
  • Zinsen auf betriebliche Einlagen bei Kreditinstituten
  • Zinsen auf Forderungen gegenüber Dritten
  • Verzugszinsen von Kunden
  • Zinserträge aus bestimmten gewährten Darlehen
  • sonstige nicht speziell zuordenbare Zinserträge

Für spezielle Zinserträge sollten die dafür vorgesehenen Konten des SKR03 geprüft werden.

Kontoart und Abschluss

Kontonummer: 2650 Kontenart: Ertragskonto Kontenklasse: 2 Bereich: Finanzergebnis / Zinsen und ähnliche Erträge Normale Kontoseite: Haben Zinserträge: Haben Korrekturen: Soll Abschluss: über die Gewinn- und Verlustrechnung Bilanz: Konto 2650 selbst erscheint nicht als eigener Vermögens- oder Schuldposten in der Bilanz GuV: Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Der Habensaldo des Kontos erhöht grundsätzlich das Ergebnis des Geschäftsjahres.

Was zeigt der Saldo des Kontos?

Der Habensaldo von Konto 2650 zeigt die im jeweiligen Geschäftsjahr auf diesem Konto erfassten sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge.

Der Saldo zeigt dabei nicht, wie viel Geld das Unternehmen insgesamt besitzt.

Das tatsächliche Bankguthaben wird beispielsweise auf 1200 Bank geführt.

Konto 2650 zeigt dagegen den Ertrag, der durch die entsprechenden Zinsen entstanden ist.

Typische Fehler

Zinsertrag als normalen Umsatzerlös buchen

Zinsen entstehen nicht aus dem gewöhnlichen Verkauf von Waren oder Dienstleistungen. Sie werden deshalb getrennt als Zinsen und ähnliche Erträge erfasst.

Jeden Zahlungseingang als Umsatz behandeln

Nur weil Geld auf 1200 Bank eingeht, entsteht nicht automatisch Umsatzerlös. Ein Zahlungseingang kann beispielsweise auch eine Darlehensaufnahme, Forderungszahlung, Privateinlage oder ein Zinsertrag sein.

Tilgung als Zinsertrag buchen

Wird ein gewährtes Darlehen zurückgezahlt, ist nur der Zinsanteil Ertrag. Die Rückzahlung des ursprünglich überlassenen Kapitals ist keine Einnahme aus Zinsen.

Verzugszinsen mit 19 % Umsatzsteuer buchen

Verzugszinsen wegen verspäteter Zahlung werden nicht einfach wie ein zusätzlicher steuerpflichtiger Verkauf mit 1776 Umsatzsteuer 19 % behandelt.

Spezialfälle automatisch auf 2650 buchen

Der SKR03 enthält für verschiedene Arten von Zinserträgen spezielle Konten. Vor der Buchung sollte geprüft werden, ob 2650 tatsächlich das passende Konto ist.

Zinsertrag und Zinsaufwand verwechseln

Erhält das Unternehmen Zinsen, entsteht ein Ertrag. Bezahlt das Unternehmen dagegen Zinsen für eigenes Fremdkapital, liegt grundsätzlich Zinsaufwand vor.

Verwandte Konten

  • 1200 Bank – Gutschrift tatsächlich erhaltener Zinserträge
  • 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – offene Kundenforderungen, aus denen beispielsweise Verzugszinsen entstehen können
  • 2653 Zinserträge § 233a AO und § 4 Abs. 5b EStG, steuerfrei – spezieller Zinsertrag aus entsprechenden steuerlichen Sachverhalten
  • 2684 Zinsertrag aus der Abzinsung von Rückstellungen – spezieller Zinsertrag bei entsprechender Rückstellungsbewertung
  • 2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten – Zinsaufwand bei entsprechenden langfristigen Finanzierungen
  • 1705 Darlehen – Darlehensverbindlichkeiten; nicht mit Zinserträgen zu verwechseln

Kurz zusammengefasst

Das Konto 2650 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge erfasst Zinserträge des Unternehmens, beispielsweise aus Bankguthaben, Forderungen gegenüber Dritten oder Verzugszinsen. Zinserträge werden im Haben gebucht und erhöhen grundsätzlich den Gewinn. Sie gehören jedoch nicht zu den normalen Umsatzerlösen, sondern zum Finanzergebnis.

Kurzform: Das Unternehmen bekommt Geld dafür, dass Kapital zur Verfügung stand oder eine Forderung verspätet bezahlt wurde → Zinsertrag auf 2650.

QUELLEN & STAND

Fachliche Grundlagen

Zuletzt aktualisiert:

Die Quellen bilden die fachliche Grundlage des Artikels. Die Darstellung ist didaktisch vereinfacht und ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall.