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SKR03 · KONTO 2120

Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten

Das Konto 2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten erfasst betriebliche Zinsaufwendungen aus längerfristigen Finanzierungen und Verbindlichkeiten. Die Zinsen werden grundsätzlich im Soll gebucht und wirken sich als Aufwand auf die GuV aus. Die eigentliche Tilgung einer Verbindlichkeit gehört dagegen nicht auf 2120, sondern vermindert das jeweilige Darlehens- oder Verbindlichkeitskonto.

Das Konto auf einen Blick

Kontoart
Aufwandskonto
Kategorie
Aufwand
Normale Seite
Soll
Abschluss
GuV
Bilanz
Nicht in der Bilanz
GuV
Aufwand

Einfach erklärt

Auf dem Konto 2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten werden Zinsen erfasst, die ein Unternehmen für langfristig zur Verfügung gestelltes Fremdkapital zahlen muss.

Typischer Fall:

Ein Unternehmen hat ein langfristiges Darlehen aufgenommen.

Für dieses Darlehen zahlt es regelmäßig:

  • Tilgung
  • Zinsen

Diese beiden Bestandteile müssen buchhalterisch getrennt werden.

Die Tilgung vermindert die Darlehensschuld.

Die Zinsen sind dagegen der Preis dafür, dass das Unternehmen das fremde Kapital nutzen darf.

Genau dieser Zinsaufwand kann auf 2120 gehören.

Merksatz

Tilgung zahlt die Schuld zurück. Zinsen bezahlen die Nutzung des fremden Geldes.

Soll oder Haben?

2120 ist ein Aufwandskonto.

Deshalb gilt grundsätzlich:

  • Zinsaufwand entsteht → Soll
  • Korrektur beziehungsweise Erstattung von Zinsen → Haben

Typische Buchung

Werden Zinsen direkt vom Bankkonto abgebucht:

2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten an 1200 Bank

Merksatz

Zinsaufwand = Soll.

Praxisbeispiel 1: Reine Zinszahlung

Ein Unternehmen hat ein langfristiges betriebliches Darlehen aufgenommen.

Für einen Abrechnungszeitraum werden Zinsen von:

1.500,00 €

vom Bankkonto abgebucht.

Buchung

2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten 1.500,00 € an 1200 Bank 1.500,00 €

Die 1.500,00 € vermindern den Gewinn des Unternehmens.

Die eigentliche Darlehensschuld verändert sich durch diese reine Zinszahlung nicht.

Merksatz

Nur Zinsen bezahlt = Darlehensschuld bleibt gleich.

Praxisbeispiel 2: Darlehensrate enthält Tilgung und Zinsen

Ein Unternehmen zahlt monatlich eine Darlehensrate von:

5.000,00 €

Laut Tilgungsplan besteht die Rate aus:

  • Tilgung: 4.000,00 €
  • Zinsen: 1.000,00 €

Angenommen, der betreffende Darlehensanteil wird auf 1707 Darlehen - Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre geführt.

Buchung

1707 Darlehen - Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre 4.000,00 € 2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten 1.000,00 € an 1200 Bank 5.000,00 €

Die Auswirkungen sind unterschiedlich:

4.000,00 € Tilgung

→ Darlehensschuld sinkt

1.000,00 € Zinsen

→ Aufwand entsteht

Merksatz

Eine Darlehensrate ist nicht automatisch vollständig Aufwand.

Warum Tilgung und Zinsen getrennt werden müssen

Das ist eine der wichtigsten Regeln bei Darlehen.

Tilgung

Eine Tilgung ist die Rückzahlung des ursprünglich geliehenen Kapitals.

Sie verändert:

  • Bank
  • Darlehensverbindlichkeit

Sie verändert grundsätzlich nicht unmittelbar den Gewinn.

Zinsen

Zinsen sind die Vergütung des Darlehensgebers für die Kapitalüberlassung.

Sie verändern:

  • Bank beziehungsweise eine Zinsverbindlichkeit
  • GuV

Sie vermindern den Gewinn.

Beispiel

Rate:

10.000,00 €

Davon:

  • Tilgung 8.000,00 €
  • Zinsen 2.000,00 €

Nur die 2.000,00 € gehören auf ein Zinsaufwandskonto.

Merksatz

Tilgung = Bilanz. Zins = GuV.

Der Tilgungsplan ist deshalb wichtig

Auf einem Kontoauszug steht häufig nur eine Gesamtbelastung.

Beispielsweise:

-5.000,00 € Darlehensrate

Aus dem Kontoauszug allein ist möglicherweise nicht erkennbar, wie sich die Zahlung zusammensetzt.

Dafür braucht man insbesondere:

  • Darlehensvertrag
  • Tilgungsplan
  • Zinsabrechnung
  • Abrechnung des Kreditgebers

Dort lässt sich feststellen, welcher Teil:

  • Tilgung
  • Zins
  • gegebenenfalls Gebühr

ist.

Merksatz

Bei Darlehensraten nicht raten – Tilgungsplan ansehen.

Was bedeutet „langfristige Verbindlichkeiten“?

Das Konto 2120 ist für Zinsaufwendungen aus langfristigen Verbindlichkeiten vorgesehen.

Damit grenzt es sich insbesondere von 2110 Zinsaufwendungen für kurzfristige Verbindlichkeiten ab.

Typischer Gedanke

Kurzfristige Finanzierung beziehungsweise Verbindlichkeit:

→ 2110 Zinsaufwendungen für kurzfristige Verbindlichkeiten prüfen

Langfristige Finanzierung beziehungsweise Verbindlichkeit:

→ 2120 prüfen

Entscheidend ist jedoch immer der tatsächliche Finanzierungs- und Verbindlichkeitssachverhalt.

2120 oder 2110 Zinsaufwendungen für kurzfristige Verbindlichkeiten?

Diese beiden Konten sollten nicht verwechselt werden.

2110 Zinsaufwendungen für kurzfristige Verbindlichkeiten

für Zinsen aus kurzfristigen Verbindlichkeiten beziehungsweise Finanzierungen.

2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten

für Zinsen aus langfristigen Verbindlichkeiten.

Beispiel

Ein Unternehmen finanziert einen kurzfristigen Liquiditätsengpass für wenige Monate.

→ 2110 prüfen

Ein Unternehmen nimmt dagegen eine langfristige Finanzierung mit mehrjähriger Laufzeit auf.

→ 2120 kann passen

Merksatz

Kurzfristige Schuld = 2110 prüfen. Langfristige Schuld = 2120 prüfen.

2120 oder 2118 Zinsen auf Kontokorrentkonten?

Für Zinsen auf einem betrieblichen Kontokorrentkonto existiert ein noch spezielleres Konto:

2118 Zinsen auf Kontokorrentkonten

Beispiel

Das Geschäftskonto wird überzogen.

Die Bank berechnet:

350,00 € Kontokorrentzinsen

Dann ist 2118 Zinsen auf Kontokorrentkonten regelmäßig aussagekräftiger als 2120.

Merksatz

Kontokorrentzinsen = 2118 prüfen.

2120 oder 2126 Zinsen zur Finanzierung des Anlagevermögens?

Auch für bestimmte Finanzierungen des Anlagevermögens gibt es ein spezielleres Konto:

2126 Zinsen zur Finanzierung des Anlagevermögens

Beispiel

Ein Unternehmen nimmt ein langfristiges Darlehen auf, um eine Produktionsmaschine zu finanzieren.

Die Zinsen können je nach Kontierungslogik speziell der Finanzierung des Anlagevermögens zugeordnet werden.

Dann ist 2126 Zinsen zur Finanzierung des Anlagevermögens zu prüfen.

Merksatz

Langfristig allein reicht nicht: Gibt es ein noch spezielleres Zinskonto, geht dieses vor.

2120 oder 2129 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten an verbundene Unternehmen?

Besteht die langfristige Verbindlichkeit gegenüber einem verbundenen Unternehmen, enthält der SKR03 ein spezielleres Konto:

2129 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten an verbundene Unternehmen

Beispiel

Eine Tochtergesellschaft erhält ein langfristiges Darlehen von ihrer Muttergesellschaft.

Die daraus entstehenden Zinsen sollten nicht automatisch auf 2120 gebucht werden.

Stattdessen ist 2129 zu prüfen.

Merksatz

Langfristige Schuld gegenüber verbundenem Unternehmen = 2129 prüfen.

2120 und 1705 Darlehen

1705 Darlehen beziehungsweise die Laufzeitkonten 1706, 1707 und 1708 zeigen die Höhe der Darlehensschuld.

2120 zeigt dagegen die Kosten der Finanzierung.

Beispiel

Darlehensschuld:

100.000,00 €

Jahreszinsen:

5.000,00 €

Dann kann vereinfacht gelten:

Darlehensverbindlichkeit:

100.000,00 € auf dem Darlehenskonto

Zinsaufwand:

5.000,00 € auf 2120

Die beiden Konten erfüllen völlig unterschiedliche Aufgaben.

Merksatz

Darlehenskonto = Wie viel schulden wir? 2120 = Was kostet uns das fremde Geld?

Praxisbeispiel 3: Zins- und Tilgungsrate bei langfristigem Bankdarlehen

Eine Bank belastet das Geschäftskonto mit einer Annuität von:

26.379,75 €

Laut Tilgungsplan entfallen davon:

  • Zinsen: 10.000,00 €
  • Tilgung: 16.379,75 €

Wenn die Verbindlichkeit beispielsweise auf einem passenden Konto für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten geführt wird, kann die Buchungslogik lauten:

Darlehens-/Bankverbindlichkeitskonto 16.379,75 € 2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten 10.000,00 € an 1200 Bank 26.379,75 €

Damit stimmen nach der Buchung sowohl:

  • die verbleibende Darlehensschuld
  • als auch der Zinsaufwand

Zinszahlung ohne gleichzeitige Tilgung

Nicht jede Zinszahlung enthält eine Tilgung.

Bei einem endfälligen Darlehen kann es beispielsweise sein, dass während der Laufzeit nur Zinsen gezahlt werden.

Das Kapital wird erst am Ende vollständig zurückgezahlt.

Beispiel

Darlehen:

200.000,00 €

Jährliche Zinsen:

8.000,00 €

Kapitaltilgung während des Jahres:

0,00 €

Buchung der Zinsen

2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten 8.000,00 € an 1200 Bank 8.000,00 €

Die Darlehensschuld bleibt weiterhin bei 200.000,00 €.

Zinsen werden erst später bezahlt

Zinsaufwand und Zahlung müssen nicht zwingend am selben Tag stattfinden.

Bei bilanzierenden Unternehmen muss der Aufwand grundsätzlich der Periode zugeordnet werden, zu der er wirtschaftlich gehört.

Beispiel

Bis zum 31. Dezember sind für ein langfristiges Darlehen bereits Zinsen von:

2.000,00 €

wirtschaftlich entstanden.

Die Abbuchung erfolgt jedoch erst im Januar.

Dann muss im Jahresabschluss geprüft werden, ob der Zinsaufwand bereits dem alten Geschäftsjahr zuzuordnen ist und gleichzeitig eine entsprechende Verbindlichkeit beziehungsweise Abgrenzung zu erfassen ist.

Vereinfachte Logik

2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten an Verbindlichkeitskonto

Bei späterer Zahlung:

Verbindlichkeitskonto an 1200 Bank

Merksatz

Zinsaufwand gehört grundsätzlich in die Periode, in der er wirtschaftlich entstanden ist – nicht automatisch erst in den Monat der Bankabbuchung.

Darlehenszinsen sind keine Tilgung

Ein besonders häufiger Fehler ist, eine komplette Bankabbuchung gegen das Darlehenskonto zu buchen.

Beispiel

Abbuchung:

10.000,00 €

Davon:

  • Tilgung 7.500,00 €
  • Zinsen 2.500,00 €

Würde man buchen:

Darlehenskonto 10.000,00 € an Bank 10.000,00 €

wäre die Darlehensverbindlichkeit um 2.500,00 € zu niedrig.

Außerdem würde der Zinsaufwand in der GuV fehlen.

Richtig ist die Aufteilung in Tilgung und Zinsen.

Nachträgliche Aufteilung einer Annuitätenrate

In der Praxis kann es vorkommen, dass eine Darlehensrate zunächst vollständig gegen das Darlehenskonto gebucht wird und der Zinsanteil erst später anhand des Tilgungsplans ermittelt wird.

Dann kann der Zinsanteil nachträglich umgebucht werden.

Beispiel

Gesamtrate wurde zunächst gebucht:

Darlehensverbindlichkeit an 1200 Bank

Später wird festgestellt:

Zinsanteil:

1.500,00 €

Dann kann der Zinsanteil vom Darlehenskonto auf das Zinsaufwandskonto umgebucht werden:

2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten 1.500,00 € an Darlehensverbindlichkeit 1.500,00 €

Dadurch wird die Darlehensschuld wieder um den irrtümlich als Tilgung behandelten Zinsanteil erhöht und gleichzeitig der korrekte Aufwand erfasst.

Wichtig

Ein sauberer Tilgungsplan und regelmäßige Abstimmung verhindern solche Korrekturen möglichst frühzeitig.

Betriebliche Veranlassung der Zinsen

Damit Schuldzinsen als Betriebsausgabe berücksichtigt werden können, muss die zugrunde liegende Finanzierung betrieblich veranlasst sein.

Beispiel betrieblich

Ein Unternehmen nimmt ein Darlehen auf, um:

  • betriebliche Investitionen
  • Waren
  • Geschäftsausstattung
  • andere betriebliche Zwecke

zu finanzieren.

Die daraus entstehenden Schuldzinsen können grundsätzlich betrieblich veranlasst sein.

Beispiel privat

Ein Einzelunternehmer nimmt ein Darlehen ausschließlich zur Finanzierung eines privaten Urlaubs auf.

Die Zinsen werden nicht allein dadurch zu Betriebsausgaben, dass die Darlehensrate vom Geschäftskonto bezahlt wird.

Merksatz

Nicht das Bankkonto entscheidet über die Betriebsausgabe – der wirtschaftliche Verwendungszweck entscheidet.

Schuldzinsen und private Entnahmen

Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften können Schuldzinsen steuerlich besonders zu prüfen sein, wenn sogenannte Überentnahmen vorliegen.

§ 4 Abs. 4a EStG kann dazu führen, dass ein Teil betrieblich veranlasster Schuldzinsen steuerlich nicht als Betriebsausgabe abziehbar ist.

Für entsprechende nicht abzugsfähige Schuldzinsen enthält der SKR03:

2113 Nicht abzugsfähige Schuldzinsen gemäß § 4 Abs. 4a EStG (Hinzurechnungsbetrag)

Wichtig

Das bedeutet nicht, dass jeder Zinsaufwand eines Einzelunternehmers automatisch nicht abzugsfähig ist.

Die Voraussetzungen des § 4 Abs. 4a EStG müssen konkret geprüft werden.

Merksatz

Buchhalterischer Zinsaufwand und steuerlich abzugsfähiger Zinsaufwand können voneinander abweichen.

2120 ist kein allgemeines Darlehenskonto

Auf 2120 wird nicht die Darlehensschuld selbst gebucht.

Falsch

Darlehensaufnahme:

1200 Bank an 2120

Damit würde fälschlicherweise ein negativer Zinsaufwand beziehungsweise eine falsche Erfolgswirkung entstehen.

Richtig

Bei Darlehensaufnahme wird das passende Verbindlichkeitskonto verwendet, beispielsweise je nach Sachverhalt:

2120 wird erst für die daraus entstehenden Zinsen benötigt.

Zinsen haben grundsätzlich keine normale Vorsteuer

Zinsaufwendungen aus klassischen Kredit- und Darlehensverhältnissen sind nicht wie eine normale Warenrechnung mit 19 % Vorsteuer zu behandeln.

Beispiel

Bank berechnet Darlehenszinsen:

1.000,00 €

Es wird nicht automatisch gebucht:

840,34 € Zinsaufwand + 159,66 € 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 %

sondern grundsätzlich der tatsächlich berechnete Zinsbetrag auf das Zinsaufwandskonto.

Merksatz

Auf Darlehenszinsen nicht einfach 19 % Vorsteuer herausrechnen.

Zinsen oder Kreditgebühr?

Neben Zinsen können bei einer Finanzierung weitere Kosten anfallen.

Beispiele:

  • Kreditprovision
  • Verwaltungskostenbeitrag
  • Bereitstellungsentgelt
  • Bearbeitungsentgelt
  • Vermittlungsgebühr

Nicht jede dieser Positionen ist automatisch Zinsaufwand auf 2120.

Für Kreditprovisionen und Verwaltungskostenbeiträge kann beispielsweise 2141 Kreditprovisionen und Verwaltungskostenbeiträge relevant sein.

Die konkrete Art des Entgelts muss anhand des Vertrags beziehungsweise der Abrechnung geprüft werden.

Zinsen oder Disagio?

Bei einer Finanzierung kann ein Disagio beziehungsweise Damnum vereinbart sein.

Beispiel

Darlehensnennbetrag:

100.000,00 €

Auszahlung:

98.000,00 €

Differenz:

2.000,00 €

Diese 2.000,00 € sind nicht einfach eine normale laufende Zinszahlung auf 2120.

Für Abschreibungen auf ein Disagio beziehungsweise Damnum enthält der SKR03 beispielsweise:

2123 Abschreibungen auf Disagio/Damnum zur Finanzierung

beziehungsweise bei Finanzierung des Anlagevermögens:

2124 Abschreibungen auf Disagio/Damnum zur Finanzierung des Anlagevermögens

Merksatz

Laufender Darlehenszins und Disagio sind buchhalterisch nicht dasselbe.

Zinsen für Gebäude

Für Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit Gebäuden, die zum Betriebsvermögen gehören, enthält der SKR03 ebenfalls ein spezielleres Konto:

2125 Zinsaufwendungen für Gebäude, die zum Betriebsvermögen gehören

Wenn dieses den Sachverhalt genauer beschreibt, sollte nicht pauschal 2120 verwendet werden.

Zinsen zur Finanzierung von Anlagevermögen

Für Zinsen, die konkret der Finanzierung des Anlagevermögens zugeordnet werden sollen, existiert:

2126 Zinsen zur Finanzierung des Anlagevermögens

Beispiel

Eine Maschine auf 0200 Technische Anlagen und Maschinen wird über ein langfristiges Darlehen finanziert.

Je nach verwendeter Kontierungslogik kann 2126 die Finanzierungskosten aussagekräftiger abbilden als 2120.

Langfristige Verbindlichkeit gegenüber verbundenem Unternehmen

Zinsen aus einer langfristigen Verbindlichkeit gegenüber einem verbundenen Unternehmen sollten wegen des spezielleren Kontos:

2129 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten an verbundene Unternehmen

nicht ohne Prüfung auf 2120 gebucht werden.

Die getrennte Darstellung kann insbesondere für Jahresabschluss und Konzernbeziehungen wichtig sein.

Was wird typischerweise auf Konto 2120 gebucht?

Typischerweise können auf 2120 erfasst werden:

  • Zinsen aus langfristigen betrieblichen Darlehen
  • Zinsen aus langfristigen betrieblichen Verbindlichkeiten
  • Zinsanteile langfristiger Annuitäten- oder Ratendarlehen
  • periodengerecht abzugrenzende Zinsen langfristiger Verbindlichkeiten
  • Korrekturen entsprechender langfristiger Zinsaufwendungen

Voraussetzung ist immer, dass kein spezielleres Zinsaufwandskonto den Sachverhalt besser beschreibt.

Was gehört typischerweise nicht auf Konto 2120?

Nicht automatisch auf 2120 gehören beispielsweise:

Kontoart und Abschluss

Kontonummer: 2120 Kontenbezeichnung: Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten Kontenart: Aufwandskonto Kontenklasse: 2 Bereich: Zinsen und ähnliche Aufwendungen / Finanzierungsaufwand Normale Kontoseite: Soll Zinsaufwand: Soll Korrektur beziehungsweise Erstattung: Haben Abschluss: über die GuV Bilanz: kein eigener Bilanzposten GuV: Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Was zeigt der Saldo des Kontos?

Der typische Sollsaldo von 2120 zeigt, wie viele Zinsaufwendungen für entsprechende langfristige Verbindlichkeiten im betrachteten Geschäftsjahr auf diesem Konto erfasst wurden.

Beispiel

Zinsen Januar bis Dezember:

18.000,00 €

Korrekturgutschrift:

500,00 €

Verbleibender Zinsaufwand:

17.500,00 €

Dieser Betrag belastet grundsätzlich die GuV, soweit keine steuerlichen oder handelsrechtlichen Sonderregelungen zu einer abweichenden Behandlung führen.

Hoher Saldo auf 2120

Ein hoher Zinsaufwand kann betriebswirtschaftlich wichtige Hinweise liefern.

Beispielsweise auf:

  • hohe Fremdfinanzierung
  • gestiegene Zinssätze
  • neue Darlehen
  • variable Verzinsung
  • hohe langfristige Verschuldung

Ein Anstieg von 2120 sollte deshalb nicht nur buchhalterisch, sondern auch betriebswirtschaftlich betrachtet werden.

Beispiel

Vorjahr:

20.000,00 € Zinsaufwand

Aktuelles Jahr:

45.000,00 € Zinsaufwand

Dann lohnt sich die Frage:

  • Wurde zusätzliches Fremdkapital aufgenommen?
  • Hat sich der Zinssatz erhöht?
  • Ist ein zinsgünstiges Darlehen ausgelaufen?
  • Wurden Zinsen falsch von anderen Konten auf 2120 umgebucht?

Effektivzins und tatsächliche Zahlung

Der in einer Periode wirtschaftlich zu berücksichtigende Finanzierungsaufwand muss nicht in jedem komplexeren Finanzierungsfall exakt dem tatsächlich überwiesenen Betrag entsprechen.

Bei einfachen Darlehen entspricht der gebuchte laufende Zins häufig der Zinsabrechnung des Darlehensgebers.

Bei komplexeren Finanzierungen mit beispielsweise:

  • Disagio
  • Gebühren
  • besonderen Zahlungsplänen
  • abgegrenzten Zinsen

können zusätzliche handels- und steuerrechtliche Fragen entstehen.

2120 sollte deshalb nicht als pauschales Sammelkonto für sämtliche Finanzierungskosten verwendet werden.

Abstimmung des Kontos 2120

Zum Jahresabschluss sollte das Konto mit den Finanzierungsunterlagen abgestimmt werden.

Sinnvolle Unterlagen sind:

  • Darlehensverträge
  • Tilgungspläne
  • Zinsabrechnungen
  • Kontoauszüge
  • Saldenbestätigungen
  • Jahresabrechnungen der Kreditgeber

Besonders geprüft werden sollte:

  • Stimmen die gebuchten Zinsen mit den Abrechnungen überein?
  • Wurde Tilgung versehentlich als Zins gebucht?
  • Wurden Zinsen versehentlich als Tilgung gebucht?
  • Gehören Teile auf speziellere Zinskonten?
  • Sind Zinsen periodengerecht abgegrenzt?
  • Gibt es steuerlich nicht abzugsfähige Anteile?

Merksatz

Darlehenskonto mit Tilgungsplan abstimmen – Zinskonto mit Zinsabrechnung abstimmen.

Typische Fehler

Gesamte Darlehensrate auf 2120 buchen

Eine Rate kann aus Tilgung und Zins bestehen.

Nur der Zinsanteil gehört auf 2120.

Gesamte Darlehensrate als Tilgung buchen

Dann fehlt der Zinsaufwand und die Darlehensschuld wird zu stark reduziert.

Darlehensaufnahme als Zinsertrag oder negativen Zinsaufwand behandeln

Die Aufnahme eines Darlehens gehört auf ein Verbindlichkeitskonto und nicht auf 2120.

Tilgung als Aufwand behandeln

Tilgung vermindert die Verbindlichkeit und nicht unmittelbar den Gewinn.

Kurzfristige Zinsen auf 2120 buchen

Für kurzfristige Verbindlichkeiten ist 2110 Zinsaufwendungen für kurzfristige Verbindlichkeiten zu prüfen.

Kontokorrentzinsen auf 2120 buchen

Dafür existiert 2118 Zinsen auf Kontokorrentkonten.

Finanzierung des Anlagevermögens nicht gesondert prüfen

Hier kann 2126 Zinsen zur Finanzierung des Anlagevermögens zutreffender sein.

Zinsen gegenüber verbundenen Unternehmen auf 2120 buchen

Für langfristige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen existiert 2129.

Disagio vollständig als laufenden Zins auf 2120 buchen

Disagio beziehungsweise Damnum ist gesondert zu beurteilen; hierfür existieren unter anderem 2123 und 2124.

Kreditgebühren als normale Zinsen behandeln

Kreditprovisionen und Verwaltungskostenbeiträge können auf 2141 gehören.

Vorsteuer aus Zinsen herausrechnen

Klassische Darlehenszinsen sind nicht wie eine gewöhnliche Eingangsrechnung mit 19 % Vorsteuer zu behandeln.

Private Finanzierungskosten als Betriebsausgabe buchen

Die betriebliche Veranlassung der Finanzierung muss gegeben sein.

§ 4 Abs. 4a EStG ignorieren

Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften können aufgrund von Überentnahmen Teile der Schuldzinsen steuerlich nicht abzugsfähig sein. Dann ist unter anderem 2113 zu prüfen.

Zinsen nicht periodengerecht abgrenzen

Bei Bilanzierung können wirtschaftlich bereits entstandene Zinsen noch vor der tatsächlichen Bankabbuchung Aufwand des Geschäftsjahres sein.

Verwandte Konten

Kurz zusammengefasst

Das Konto 2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten erfasst Zinsaufwendungen aus langfristigen betrieblichen Finanzierungen und Verbindlichkeiten. Es handelt sich um ein Aufwandskonto mit normaler Sollseite und Abschluss über die GuV. Besonders wichtig ist die Trennung zwischen Zins und Tilgung: Tilgung vermindert die Darlehensverbindlichkeit, während der Zinsanteil den Gewinn als Aufwand belastet. Für kurzfristige Zinsen, Kontokorrentzinsen, Finanzierungen des Anlagevermögens, Zinsen gegenüber verbundenen Unternehmen und weitere Sonderfälle existieren speziellere Konten, die vor einer Buchung auf 2120 geprüft werden sollten.

Kurzform: Langfristiges Fremdkapital kostet Zinsen = 2120 prüfen. Zins im Soll. Tilgung gehört aufs Darlehenskonto. Zins und Tilgung niemals einfach zusammenwerfen.

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Fachliche Grundlagen

Zuletzt aktualisiert:

Die Quellen bilden die fachliche Grundlage des Artikels. Die Darstellung ist didaktisch vereinfacht und ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall.