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SKR03 · KONTO 1705

Darlehen

Das Konto 1705 Darlehen erfasst Darlehensverbindlichkeiten des Unternehmens, soweit dafür kein spezielleres Verbindlichkeitskonto verwendet wird. Die Aufnahme eines Darlehens erhöht die Verbindlichkeit im Haben, Tilgungen vermindern sie im Soll.

Das Konto auf einen Blick

Kontoart
Passivkonto
Kategorie
Verbindlichkeiten
Normale Seite
Haben
Abschluss
SBK
Bilanz
Passivseite · Verbindlichkeiten
GuV
Nicht in der GuV

Einfach erklärt

Auf dem Konto 1705 Darlehen werden Darlehensschulden des Unternehmens erfasst, die im SKR03 den sonstigen Verbindlichkeiten zugeordnet werden.

Ein Darlehen entsteht beispielsweise, wenn ein Unternehmen Geld von einem privaten Darlehensgeber, einer anderen Person oder einem anderen Darlehensgeber erhält und verpflichtet ist, diesen Betrag später zurückzuzahlen.

Das Unternehmen erhält zwar Geld, gleichzeitig entsteht aber eine gleich hohe Schuld.

Konto 1705 ist deshalb ein passives Bestandskonto.

Soll oder Haben?

Für Konto 1705 gelten die Regeln eines passiven Bestandskontos:

  • Darlehen wird aufgenommen oder erhöht → Haben
  • Darlehen wird getilgt oder vermindert → Soll

Merksatz

Darlehen bekommen = 1705 im Haben. Darlehen zurückzahlen = 1705 im Soll.

Praxisbeispiel 1: Ein Darlehen wird ausgezahlt

Ein Unternehmen erhält von einem Darlehensgeber ein betriebliches Darlehen über 30.000,00 €. Das Geld wird auf das Geschäftskonto überwiesen.

Buchungssatz

1200 Bank 30.000,00 € an 1705 Darlehen 30.000,00 €

Das Bankguthaben steigt im Soll. Gleichzeitig entsteht im Haben eine Darlehensverbindlichkeit über 30.000,00 €.

Ein Darlehen ist kein Ertrag

Nur weil 30.000,00 € auf dem Bankkonto eingehen, hat das Unternehmen dadurch keinen Umsatz und keinen Gewinn erzielt.

Dem zusätzlichen Geld steht gleichzeitig eine Rückzahlungsverpflichtung über 30.000,00 € gegenüber.

Vereinfacht

Bankvermögen +30.000,00 € Darlehensschuld +30.000,00 €

Das Unternehmen verfügt zwar über mehr liquide Mittel, sein Gewinn steigt durch die reine Darlehensaufnahme aber nicht.

Merksatz

Darlehen erhalten ≠ Ertrag.

Praxisbeispiel 2: Ein Teil des Darlehens wird zurückgezahlt

Von einem bestehenden Darlehen werden 5.000,00 € zurückgezahlt.

Buchungssatz

1705 Darlehen 5.000,00 € an 1200 Bank 5.000,00 €

Die Darlehensschuld sinkt im Soll. Gleichzeitig vermindert sich das Bankguthaben im Haben.

Eine Tilgung ist kein Aufwand

Auch die Rückzahlung des eigentlichen Darlehensbetrags ist grundsätzlich kein Aufwand.

Bei der Tilgung wird lediglich eine bestehende Schuld vermindert.

Beispiel

Vor der Tilgung:

Darlehensschuld: 30.000,00 €

Tilgung:

5.000,00 €

Danach:

Darlehensschuld: 25.000,00 €

Der Betrieb hat zwar 5.000,00 € von seinem Bankkonto bezahlt, gleichzeitig sind aber auch seine Schulden um 5.000,00 € gesunken.

Merksatz

Tilgung ≠ Aufwand.

Tilgung und Zinsen müssen getrennt werden

Darlehensraten bestehen häufig aus zwei unterschiedlichen Bestandteilen:

  • Tilgung – Rückzahlung des geliehenen Geldes
  • Zinsen – Kosten für die Nutzung des geliehenen Geldes

Nur die Tilgung vermindert Konto 1705.

Die Zinsen stellen dagegen grundsätzlich einen Aufwand dar und werden auf einem passenden Zinsaufwandskonto erfasst.

Praxisbeispiel 3: Darlehensrate mit Zinsen

Ein Unternehmen überweist eine Darlehensrate von insgesamt 1.200,00 €.

Davon entfallen:

  • 1.000,00 € auf Tilgung
  • 200,00 € auf Zinsen

Bei einem langfristigen Darlehen kann beispielsweise 2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten verwendet werden.

Buchungssatz

1705 Darlehen 1.000,00 € 2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten 200,00 € an 1200 Bank 1.200,00 €

Von den insgesamt gezahlten 1.200,00 € reduzieren nur 1.000,00 € die Darlehensschuld.

Die übrigen 200,00 € sind Zinsaufwand.

Warum darf die gesamte Rate nicht auf 1705 gebucht werden?

Würde die komplette Rate von 1.200,00 € als Tilgung erfasst, würde die Buchhaltung so aussehen, als hätte das Unternehmen seine Darlehensschuld um 1.200,00 € reduziert.

Tatsächlich wurden aber nur 1.000,00 € getilgt.

Die verbleibenden 200,00 € waren Zinsen.

Dadurch würde bei einer falschen Buchung:

  • die Darlehensschuld zu niedrig ausgewiesen
  • der Zinsaufwand fehlen
  • der Gewinn zu hoch dargestellt

Deshalb sollte bei Darlehensraten der Tilgungsplan beziehungsweise die Abrechnung des Darlehensgebers berücksichtigt werden.

Darlehen oder Bankkredit?

Konto 1705 darf nicht automatisch für jeden Kredit verwendet werden.

Für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthält der SKR03 eigene Konten, beispielsweise 0630 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Vereinfacht gesagt

Darlehensschuld, die als sonstige Verbindlichkeit einzuordnen ist → 1705 Darlehen Kredit oder Darlehen gegenüber einer Bank beziehungsweise einem Kreditinstitut → 0630 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beziehungsweise die passenden Unterkonten

Entscheidend ist also nicht nur, dass ein Vertrag „Darlehen“ heißt, sondern auch, wer der Gläubiger ist und welchem Bilanzposten die Schuld zugeordnet werden muss.

Darlehen oder Lieferantenverbindlichkeit?

Auch 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen darf nicht mit 1705 verwechselt werden.

Lieferantenverbindlichkeit

Ein Unternehmen erhält Ware oder eine Dienstleistung und hat die Rechnung noch nicht bezahlt.

→ 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Darlehen

Das Unternehmen erhält Geld mit der Verpflichtung, dieses später zurückzuzahlen.

→ beispielsweise 1705 Darlehen

Merksatz

Ware oder Leistung bekommen und noch nicht bezahlt = Lieferantenverbindlichkeit. Geld geliehen bekommen = Darlehensverbindlichkeit.

Darlehen oder Eigenkapital?

Auch eine Finanzierung durch einen Unternehmer oder Gesellschafter ist nicht automatisch Eigenkapital.

Wird Geld aufgrund eines echten Darlehensvertrags zur Verfügung gestellt und besteht eine Rückzahlungsverpflichtung, handelt es sich grundsätzlich um Fremdkapital.

Das Unternehmen schuldet das Geld einem Gläubiger und muss es zurückzahlen.

Vereinfacht

Einlage → Eigenkapital Darlehen → Fremdkapital

Welche konkrete Kontierung bei Darlehen von Gesellschaftern oder nahestehenden Personen verwendet wird, hängt von der Rechtsform und dem Sachverhalt ab. Der SKR03 enthält hierfür teilweise speziellere Verbindlichkeitskonten.

Darlehen von Angehörigen

Auch ein Darlehen von einer nahestehenden Person kann betrieblich eine echte Verbindlichkeit darstellen.

Beispielsweise leiht eine Person dem Unternehmen 20.000,00 € und es besteht ein vertraglicher Anspruch auf Rückzahlung.

Vereinfacht dargestellte Auszahlung

1200 Bank 20.000,00 € an 1705 Darlehen 20.000,00 €

Gerade bei Darlehensverträgen zwischen nahestehenden Personen spielen jedoch neben der Buchung auch steuerliche Anforderungen an die tatsächliche Vertragsgestaltung und Durchführung eine Rolle.

Restlaufzeit des Darlehens

Für die Darstellung von Verbindlichkeiten im Jahresabschluss ist wichtig, wann das Darlehen zurückgezahlt werden muss.

Der SKR03 enthält deshalb zusätzliche Darlehenskonten für unterschiedliche Restlaufzeiten:

Konto 1705 ist das allgemeine Darlehenskonto innerhalb dieser Gruppe.

Was bedeutet Restlaufzeit?

Die Restlaufzeit beschreibt, wie lange es vom Bilanzstichtag aus betrachtet noch dauert, bis eine Verbindlichkeit fällig wird.

Beispiel

Bilanzstichtag: 31.12.2026

Ein Darlehensbetrag wird im September 2027 fällig.

→ Restlaufzeit bis 1 Jahr

Ein Betrag wird erst 2029 fällig.

→ Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre

Ein Betrag wird erst 2033 fällig.

→ Restlaufzeit größer 5 Jahre

Die Unterteilung nach Restlaufzeiten unterstützt die korrekte Darstellung der Verbindlichkeiten im Jahresabschluss.

Ein Darlehen kann mehrere Restlaufzeiten enthalten

Bei einem langfristigen Darlehen werden häufig regelmäßig Teilbeträge getilgt.

Dadurch kann ein Teil der Darlehensschuld innerhalb eines Jahres fällig sein, während andere Teile erst in mehreren Jahren zurückgezahlt werden müssen.

Für Abschlusszwecke kann deshalb eine entsprechende Aufteilung oder Umbuchung nach Restlaufzeiten notwendig sein.

Praxisbeispiel 4: Darlehen vollständig zurückzahlen

Auf Konto 1705 besteht noch eine Darlehensverbindlichkeit von 8.000,00 €.

Der Betrag wird vollständig zurückgezahlt.

Buchungssatz

1705 Darlehen 8.000,00 € an 1200 Bank 8.000,00 €

Nach der Buchung ist die Darlehensverbindlichkeit vollständig ausgeglichen.

Vorzeitige Rückzahlung

Wird ein Darlehen vorzeitig zurückgezahlt, wird der tatsächlich getilgte Darlehensbetrag ebenfalls im Soll von Konto 1705 erfasst.

Entstehen zusätzlich Gebühren, Vorfälligkeitsentschädigungen oder andere Kosten, müssen diese getrennt nach ihrem wirtschaftlichen Charakter gebucht werden.

Sie dürfen nicht einfach vollständig als Tilgung behandelt werden.

Was wird typischerweise auf Konto 1705 gebucht?

Typische Vorgänge können beispielsweise sein:

  • Auszahlung eines Darlehens
  • Aufnahme einer sonstigen Darlehensverbindlichkeit
  • Tilgung eines Darlehens
  • vollständige Rückzahlung eines Darlehens
  • Umbuchungen zwischen Darlehenskonten
  • Zuordnung beziehungsweise Aufteilung nach Restlaufzeiten

Zinsen und andere Finanzierungskosten werden dagegen grundsätzlich auf entsprechenden Aufwandskonten und nicht als Tilgung auf 1705 erfasst.

Kontoart und Abschluss

Kontonummer: 1705 Kontenart: Passives Bestandskonto Kontenklasse: 1 Bereich: Sonstige Verbindlichkeiten / Darlehen Normale Kontoseite: Haben Aufnahme und Erhöhung: Haben Tilgung und Verminderung: Soll Abschluss: über das Schlussbilanzkonto Bilanz: Passivseite – Sonstige Verbindlichkeiten GuV: Konto 1705 selbst wird nicht direkt über die GuV abgeschlossen

Ein vorhandener Darlehensbestand steht grundsätzlich auf der Habenseite.

Was zeigt der Saldo des Kontos?

Der Habensaldo von Konto 1705 zeigt den noch offenen Betrag der auf diesem Konto erfassten Darlehensverbindlichkeiten.

Beispiel

Ursprüngliches Darlehen: 30.000,00 € Bisherige Tilgung: 8.000,00 € Offene Darlehensschuld: 22.000,00 €

Der entsprechende Restbetrag muss sich grundsätzlich auch aus dem Darlehens- beziehungsweise Tilgungsplan nachvollziehen lassen.

Darlehenskonto regelmäßig abstimmen

Der Saldo des Darlehenskontos sollte regelmäßig mit den Unterlagen des Darlehensgebers beziehungsweise dem Tilgungsplan verglichen werden.

Unterschiede können beispielsweise entstehen, wenn:

  • Zinsen fälschlicherweise als Tilgung gebucht wurden
  • eine Rate fehlt
  • Sondertilgungen nicht berücksichtigt wurden
  • Gebühren als Tilgung behandelt wurden
  • Restlaufzeiten falsch zugeordnet wurden

Gerade zum Jahresabschluss sollte der offene Darlehensbetrag nachvollziehbar sein.

Typische Fehler

Darlehensauszahlung als Ertrag buchen

Ein Zahlungseingang aus einem Darlehen ist grundsätzlich kein Umsatz und kein betrieblicher Ertrag. Gleichzeitig mit dem Bankguthaben entsteht eine Rückzahlungsverpflichtung.

Tilgung als Aufwand behandeln

Die Rückzahlung des Darlehensbetrags vermindert eine bestehende Schuld. Sie ist grundsätzlich kein Aufwand.

Zinsen und Tilgung nicht trennen

Nur der Tilgungsanteil vermindert Konto 1705. Zinsen werden auf einem passenden Zinsaufwandskonto wie beispielsweise 2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten erfasst, sofern dieses zum Sachverhalt passt.

Bankdarlehen automatisch auf 1705 buchen

Für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen im SKR03 eigene Konten wie 0630 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die richtige Zuordnung richtet sich nach dem Gläubiger und dem Bilanzposten.

Lieferantenrechnung als Darlehen behandeln

Eine normale offene Rechnung für bereits bezogene Waren oder Leistungen gehört grundsätzlich zu 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ist kein Darlehen.

Gesamte Rate als Tilgung buchen

Enthält eine Darlehensrate Zinsen oder Gebühren, darf nicht automatisch der gesamte überwiesene Betrag die Darlehensschuld vermindern.

Darlehen mit Eigenkapital verwechseln

Ein Darlehen muss grundsätzlich zurückgezahlt werden und gehört damit zum Fremdkapital. Eine Eigenkapitaleinlage folgt einer anderen wirtschaftlichen und buchhalterischen Logik.

Verwandte Konten

Kurz zusammengefasst

Das Konto 1705 Darlehen erfasst Darlehensverbindlichkeiten, die im SKR03 den sonstigen Verbindlichkeiten zugeordnet werden. Bei der Auszahlung steigt die Darlehensschuld im Haben. Tilgungen vermindern sie im Soll. Die Aufnahme eines Darlehens ist kein Ertrag und die Rückzahlung des Darlehensbetrags kein Aufwand. Zinsen müssen von der Tilgung getrennt betrachtet werden.

Kurzform: Geld geliehen bekommen = Bank steigt und Darlehensschuld entsteht. Geld zurückzahlen = Darlehensschuld sinkt. Nur die Zinsen sind Aufwand.

QUELLEN & STAND

Fachliche Grundlagen

Zuletzt aktualisiert:

Die Quellen bilden die fachliche Grundlage des Artikels. Die Darstellung ist didaktisch vereinfacht und ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall.