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SKR03 · KONTO 0630

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Das Konto 0630 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erfasst Schulden des Unternehmens gegenüber Banken und anderen Kreditinstituten, beispielsweise aus betrieblichen Darlehen oder Krediten. Es wird als passives Bestandskonto geführt.

Das Konto auf einen Blick

Kontoart
Passivkonto
Kategorie
Verbindlichkeiten
Normale Seite
Haben
Abschluss
SBK
Bilanz
Passivseite · Verbindlichkeiten
GuV
Nicht in der GuV

Einfach erklärt

Auf dem Konto 0630 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden Schulden erfasst, die ein Unternehmen gegenüber einer Bank oder einem anderen Kreditinstitut hat.

Typischerweise entsteht eine solche Verbindlichkeit, wenn das Unternehmen einen Kredit oder ein Darlehen aufnimmt.

Wichtig: Wenn die Bank einen Kredit auszahlt, bekommt das Unternehmen zwar Geld auf sein Bankkonto – wirtschaftlich wird es dadurch aber nicht reicher. Gleichzeitig entsteht nämlich eine gleich hohe Schuld gegenüber der Bank.

Das Konto 0630 ist deshalb ein passives Bestandskonto.

Soll oder Haben?

Für Konto 0630 gelten die Regeln eines passiven Bestandskontos:

  • Die Schuld gegenüber der Bank steigt → Haben
  • Die Schuld gegenüber der Bank sinkt → Soll

Merksatz

Neuer Kredit = Verbindlichkeit im Haben. Tilgung = Verbindlichkeit im Soll.

Praxisbeispiel 1: Ein Darlehen wird ausgezahlt

Ein Unternehmen nimmt bei einer Bank ein betriebliches Darlehen über 50.000,00 € auf. Die Bank überweist den vollständigen Betrag auf das Geschäftskonto.

Das Bankguthaben erhöht sich um 50.000,00 €. Gleichzeitig entsteht eine Verbindlichkeit gegenüber dem Kreditinstitut in gleicher Höhe.

Buchungssatz

1200 Bank 50.000,00 € an 0630 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 50.000,00 €

Das Konto 1200 Bank nimmt als aktives Bestandskonto im Soll zu. Die neue Bankschuld wird auf Konto 0630 im Haben erfasst.

Ein Kredit ist kein Ertrag

Dieser Punkt ist besonders wichtig:

Der Zahlungseingang aus einem Kredit ist kein Umsatz und kein Ertrag.

Das Unternehmen erhält zwar liquide Mittel, muss diese jedoch grundsätzlich wieder zurückzahlen. Deshalb wird der Kredit nicht über ein Ertragskonto gebucht, sondern als Verbindlichkeit in der Bilanz ausgewiesen.

Merke

50.000,00 € Kredit auf dem Bankkonto bedeuten nicht 50.000,00 € Gewinn.

Dem zusätzlichen Bankguthaben steht eine ebenso hohe Verbindlichkeit gegenüber.

Praxisbeispiel 2: Ein Teil des Darlehens wird zurückgezahlt

Das Unternehmen zahlt 5.000,00 € seines Darlehens an die Bank zurück.

Dadurch sinkt sowohl das Bankguthaben als auch die bestehende Verbindlichkeit.

Buchungssatz

0630 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.000,00 € an 1200 Bank 5.000,00 €

Das Konto 0630 steht im Soll, weil sich die Schuld gegenüber der Bank vermindert.

Eine Tilgung ist kein Aufwand

Auch die Rückzahlung eines Darlehens darf nicht mit einem Aufwand verwechselt werden.

Bei einer Tilgung wird lediglich eine bestehende Schuld zurückgezahlt. Das Unternehmen verliert zwar Geld auf dem Bankkonto, gleichzeitig wird aber auch seine Verbindlichkeit geringer.

Die Tilgung selbst beeinflusst deshalb grundsätzlich nicht den Gewinn.

Merksatz

Kreditaufnahme = kein Ertrag. Tilgung = kein Aufwand.

Zinsen und Tilgung sind zwei verschiedene Dinge

Bei einer Kreditrate muss zwischen Tilgung und Zinsen unterschieden werden.

Die Tilgung reduziert die Verbindlichkeit gegenüber der Bank. Die Zinsen stellen dagegen grundsätzlich einen Aufwand für die Finanzierung dar.

Praxisbeispiel 3: Kreditrate mit Tilgung und Zinsen

Ein Unternehmen überweist eine Kreditrate von insgesamt 1.200,00 €.

Davon entfallen:

  • 1.000,00 € auf die Tilgung
  • 200,00 € auf Zinsen

Buchungssatz

0630 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.000,00 € 2120 Zinsaufwendungen für langfristige Verbindlichkeiten 200,00 € an 1200 Bank 1.200,00 €

Nur die 1.000,00 € Tilgung vermindern die Verbindlichkeit auf Konto 0630.

Die 200,00 € Zinsen sind Finanzierungsaufwand und werden auf einem entsprechenden Zinsaufwandskonto erfasst.

Warum muss eine Kreditrate aufgeteilt werden?

Auf dem Kontoauszug sieht man häufig nur einen Gesamtbetrag, beispielsweise eine monatliche Rate von 1.200,00 €.

Buchhalterisch besteht diese Rate jedoch möglicherweise aus unterschiedlichen Bestandteilen.

Würde die gesamte Rate auf Konto 0630 gebucht, würde die Darlehensschuld zu stark reduziert und der Zinsaufwand würde fehlen.

Deshalb sollte die Rate anhand des Tilgungsplans oder der Abrechnung der Bank in Tilgung und Zinsen aufgeteilt werden.

Was wird typischerweise auf Konto 0630 gebucht?

Typische Vorgänge sind beispielsweise:

  • Aufnahme eines betrieblichen Bankdarlehens
  • Auszahlung eines Kredits durch ein Kreditinstitut
  • Tilgung eines bestehenden Darlehens
  • Rückzahlung eines Bankkredits
  • Umbuchungen von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Zinsen werden dagegen grundsätzlich nicht dauerhaft auf Konto 0630 als Schuldabbau behandelt, sondern auf entsprechenden Zinsaufwandskonten erfasst.

Restlaufzeiten von Bankverbindlichkeiten

Für den Jahresabschluss kann die verbleibende Laufzeit einer Verbindlichkeit wichtig sein.

Der SKR03 enthält deshalb zusätzlich besondere Konten zur Unterteilung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nach ihrer Restlaufzeit.

Beispiele sind:

  • 0631 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – Restlaufzeit bis 1 Jahr
  • 0640 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre
  • 0650 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – Restlaufzeit größer 5 Jahre

Diese Differenzierung ist insbesondere für die korrekte Darstellung und die Angaben im Jahresabschluss relevant.

Kredit oder Lieferantenverbindlichkeit?

Nicht jede Schuld des Unternehmens gehört auf Konto 0630.

Kauft ein Unternehmen beispielsweise Waren oder Dienstleistungen auf Rechnung, besteht die Schuld gegenüber einem Lieferanten und nicht gegenüber einer Bank.

Eine solche offene Rechnung wird grundsätzlich über 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfasst.

Konto 0630 wird dagegen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verwendet.

Kontoart und Abschluss

Kontonummer: 0630 Kontenart: Passives Bestandskonto Kontenklasse: 0 Bereich: Verbindlichkeiten / Fremdkapital Mehrungen: Haben Minderungen: Soll Abschluss: über das Schlussbilanzkonto Bilanz: Passivseite – Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten GuV: Das Konto 0630 selbst wird nicht direkt über die GuV abgeschlossen

Ein vorhandener Anfangsbestand steht bei einem passiven Bestandskonto grundsätzlich auf der Habenseite.

Was zeigt der Saldo des Kontos?

Der Saldo von Konto 0630 zeigt die noch bestehende buchhalterische Verbindlichkeit des Unternehmens gegenüber Kreditinstituten, soweit die entsprechenden Bankschulden auf diesem Konto geführt werden.

Nach jeder Tilgung sollte der verbleibende Saldo mit dem Darlehens- beziehungsweise Tilgungsplan der Bank übereinstimmen.

Typische Fehler

Kredit als Einnahme oder Ertrag buchen

Nur weil Geld auf 1200 Bank eingeht, entsteht nicht automatisch ein Ertrag. Bei einem Kredit steht dem Zahlungseingang eine Rückzahlungsverpflichtung gegenüber.

Tilgung als Aufwand buchen

Die Rückzahlung des Kreditbetrags vermindert lediglich die bestehende Verbindlichkeit. Sie ist grundsätzlich kein Aufwand.

Zinsen und Tilgung nicht trennen

Eine Kreditrate besteht häufig aus einem Tilgungsanteil und einem Zinsanteil. Beide Bestandteile müssen buchhalterisch getrennt behandelt werden.

Die gesamte Kreditrate auf 0630 buchen

Wird eine Rate einschließlich Zinsen vollständig gegen Konto 0630 gebucht, sinkt die Verbindlichkeit zu stark. Der Zinsanteil gehört auf das passende Zinsaufwandskonto.

Lieferantenverbindlichkeiten mit Bankdarlehen verwechseln

Eine offene Lieferantenrechnung gehört grundsätzlich auf 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Konto 0630 betrifft dagegen Schulden gegenüber Banken und anderen Kreditinstituten.

Verwandte Konten

Kurz zusammengefasst

Das Konto 0630 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erfasst Schulden des Unternehmens gegenüber Banken und anderen Kreditinstituten. Neue Kredite erhöhen die Verbindlichkeit im Haben, Tilgungen vermindern sie im Soll. Die Kreditaufnahme ist kein Ertrag und die Tilgung kein Aufwand. Zinsen müssen von der Tilgung getrennt und auf entsprechenden Aufwandskonten erfasst werden.

QUELLEN & STAND

Fachliche Grundlagen

Zuletzt aktualisiert:

Die Quellen bilden die fachliche Grundlage des Artikels. Die Darstellung ist didaktisch vereinfacht und ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall.