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SKR03 · KONTO 1706

Darlehen - Restlaufzeit bis 1 Jahr

Das Konto 1706 Darlehen - Restlaufzeit bis 1 Jahr erfasst Darlehensverbindlichkeiten beziehungsweise den kurzfristig fälligen Teil von Darlehen, deren verbleibende Restlaufzeit am Bilanzstichtag höchstens ein Jahr beträgt. Es handelt sich um ein Passivkonto; die Darlehensschuld steht grundsätzlich im Haben. Tilgungen werden im Soll gebucht, während Zinsen getrennt als Aufwand zu erfassen sind.

Das Konto auf einen Blick

Kontoart
Passivkonto
Kategorie
Verbindlichkeiten
Normale Seite
Haben
Abschluss
SBK
Bilanz
Passivseite · Verbindlichkeiten
GuV
Nicht in der GuV

Einfach erklärt

Das Konto 1706 Darlehen - Restlaufzeit bis 1 Jahr gehört zum Bereich der Darlehensverbindlichkeiten.

Es wird verwendet, wenn ein Unternehmen aus einem Darlehen noch Geld zurückzahlen muss und die betreffende Schuld beziehungsweise der betreffende Darlehensanteil innerhalb der nächsten zwölf Monate fällig wird.

Entscheidend ist dabei die Restlaufzeit am Bilanzstichtag.

Nicht die ursprüngliche Laufzeit des Darlehens entscheidet, sondern die Frage:

Wann muss der noch offene Betrag zurückgezahlt werden?

Das Konto ist ein Passivkonto.

Merksatz

Darlehensschuld innerhalb eines Jahres fällig = 1706 prüfen.

Soll oder Haben?

Ein Darlehen stellt für den Darlehensnehmer eine Verbindlichkeit dar.

Deshalb gilt grundsätzlich:

  • Darlehensschuld entsteht oder wird auf 1706 umgegliedert → Haben
  • Darlehen wird getilgt → Soll

Typische Zahlung einer Tilgungsrate

1706 Darlehen - Restlaufzeit bis 1 Jahr an 1200 Bank

Die Tilgung vermindert die Verbindlichkeit.

Merksatz

Darlehen offen = Haben. Darlehen zurückzahlen = Soll.

Praxisbeispiel 1: Kurzfristiges Darlehen wird aufgenommen

Ein Unternehmen erhält von einem externen privaten Darlehensgeber ein Darlehen über:

20.000,00 €

Das Darlehen muss vollständig innerhalb von zehn Monaten zurückgezahlt werden.

Da die Restlaufzeit von Beginn an höchstens ein Jahr beträgt, kann das Darlehen auf 1706 erfasst werden.

Auszahlung des Darlehens

1200 Bank 20.000,00 € an 1706 Darlehen - Restlaufzeit bis 1 Jahr 20.000,00 €

Das Bankguthaben steigt.

Gleichzeitig steigt die Darlehensschuld.

Wichtig

Der Geldeingang von 20.000,00 € ist kein Ertrag.

Das Unternehmen hat wirtschaftlich nichts verdient.

Es hat lediglich:

  • 20.000,00 € Geld erhalten
  • gleichzeitig 20.000,00 € Schulden aufgebaut

Merksatz

Darlehensauszahlung = Geld kommt rein, aber kein Gewinn entsteht.

Praxisbeispiel 2: Darlehen wird vollständig zurückgezahlt

Das Unternehmen zahlt die noch offene Darlehensschuld von:

20.000,00 €

vollständig zurück.

Buchung

1706 Darlehen - Restlaufzeit bis 1 Jahr 20.000,00 € an 1200 Bank 20.000,00 €

Die Verbindlichkeit verschwindet.

Gleichzeitig sinkt das Bankguthaben.

Wichtig

Die Tilgung ist kein Aufwand.

Das Unternehmen zahlt lediglich eine zuvor bestehende Schuld zurück.

Merksatz

Tilgung vermindert Schulden, nicht den Gewinn.

Darlehen und Zinsen müssen getrennt werden

Eine Darlehensrate kann aus zwei Bestandteilen bestehen:

  • Tilgung
  • Zinsen

Diese beiden Bestandteile dürfen nicht zusammen auf 1706 gebucht werden.

Tilgung

vermindert die Darlehensverbindlichkeit.

→ 1706 im Soll

Zinsen

sind Finanzierungsaufwand.

Bei kurzfristigen Verbindlichkeiten kann beispielsweise 2110 Zinsaufwendungen für kurzfristige Verbindlichkeiten relevant sein.

Praxisbeispiel 3: Rate besteht aus Tilgung und Zinsen

Das Unternehmen überweist eine Darlehensrate von:

5.300,00 €

Davon entfallen:

5.000,00 € auf Tilgung

300,00 € auf Zinsen

Buchung

1706 Darlehen - Restlaufzeit bis 1 Jahr 5.000,00 € 2110 Zinsaufwendungen für kurzfristige Verbindlichkeiten 300,00 € an 1200 Bank 5.300,00 €

Nur die 5.000,00 € vermindern die Darlehensschuld.

Die 300,00 € sind Aufwand des Unternehmens.

Merksatz

Tilgung = Bilanz. Zinsen = GuV.

Was bedeutet Restlaufzeit?

Die Restlaufzeit beschreibt, wie lange es vom jeweiligen Bilanzstichtag bis zur vertraglichen Fälligkeit einer Verbindlichkeit noch dauert.

Beispiel

Bilanzstichtag:

31.12.2026

Darlehensrückzahlung fällig:

30.09.2027

Restlaufzeit:

weniger als ein Jahr

→ 1706 kann passen

Zweites Beispiel

Bilanzstichtag:

31.12.2026

Rückzahlung:

30.06.2029

Restlaufzeit:

mehr als ein Jahr, aber höchstens fünf Jahre

→ 1707 Darlehen - Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre prüfen

Drittes Beispiel

Rückzahlung:

31.12.2034

→ Restlaufzeit größer als fünf Jahre

→ 1708 Darlehen - Restlaufzeit größer 5 Jahre prüfen

Merksatz

Nicht das Alter des Darlehens zählt, sondern die verbleibende Zeit bis zur Fälligkeit.

1705, 1706, 1707 und 1708

Der SKR03 enthält für Darlehen mehrere Konten:

Damit lassen sich Darlehensverbindlichkeiten nach ihrer Fälligkeit strukturieren.

Warum gibt es überhaupt verschiedene Restlaufzeitkonten?

Die Restlaufzeit zeigt, wie schnell ein Unternehmen seine Schulden zurückzahlen muss.

Das ist besonders wichtig für die Beurteilung der Liquidität.

Unternehmen A

Darlehensschuld:

100.000,00 €

Davon innerhalb eines Jahres fällig:

90.000,00 €

Unternehmen B

Darlehensschuld:

100.000,00 €

Davon innerhalb eines Jahres fällig:

10.000,00 €

Beide Unternehmen haben insgesamt dieselbe Darlehensschuld.

Unternehmen A steht kurzfristig aber unter deutlich höherem Zahlungsdruck.

Merksatz

Restlaufzeiten zeigen nicht nur wie viel geschuldet wird, sondern auch wann das Geld gebraucht wird.

Langfristiges Darlehen wird mit der Zeit kurzfristig

Ein Darlehen kann ursprünglich eine Laufzeit von vielen Jahren besitzen und später trotzdem auf 1706 gehören.

Beispiel

Ein Darlehen wurde ursprünglich für fünf Jahre aufgenommen.

Am 31.12.2026 beträgt die verbleibende Laufzeit jedoch nur noch acht Monate.

Dann ist die ursprüngliche Fünf-Jahres-Laufzeit für die aktuelle Restlaufzeit nicht mehr entscheidend.

Der noch offene Betrag ist nun innerhalb eines Jahres fällig.

→ 1706 prüfen

Merksatz

Ein langfristiges Darlehen bleibt nicht für immer langfristig.

Umgliederung zum Jahresabschluss

Während des Jahres kann ein Darlehen beispielsweise zunächst auf 1705 Darlehen geführt werden.

Zum Jahresabschluss wird geprüft, welche Restlaufzeit noch besteht.

Beispiel

Saldo auf 1705 Darlehen:

30.000,00 €

Davon sind innerhalb des kommenden Jahres fällig:

12.000,00 €

Die übrigen:

18.000,00 €

werden innerhalb von drei Jahren fällig.

Eine entsprechende Aufteilung kann dann beispielsweise lauten:

1705 Darlehen 30.000,00 € an 1706 Darlehen - Restlaufzeit bis 1 Jahr 12.000,00 € an 1707 Darlehen - Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre 18.000,00 €

Damit wird die Darlehensschuld nicht erhöht.

Sie wird lediglich nach Restlaufzeiten neu gegliedert.

Merksatz

Umgliederung verändert nicht die Gesamtschuld – nur ihre Darstellung.

Ratenkredit mit unterschiedlichen Fälligkeiten

Besonders wichtig wird die Restlaufzeit bei Darlehen mit regelmäßigen Tilgungsraten.

Beispiel

Zum 31.12. beträgt die offene Darlehensschuld:

50.000,00 €

Im nächsten Jahr müssen laut Tilgungsplan zurückgezahlt werden:

10.000,00 €

Weitere:

30.000,00 €

werden innerhalb der folgenden vier Jahre fällig.

Die letzten:

10.000,00 €

werden erst später fällig.

Dann kann eine Aufteilung auf verschiedene Restlaufzeitbereiche notwendig sein.

Kurzfristiger Teil:

→ 1706

Mittelfristiger Teil:

→ 1707

Langfristiger Teil:

→ 1708

Damit zeigt die Bilanz wesentlich genauer, wann das Unternehmen seine Darlehensschulden bedienen muss.

Restlaufzeit ist nicht dasselbe wie Kündigungsfrist

Bei Darlehen muss geprüft werden, wann die Schuld tatsächlich fällig wird.

Vertragliche Kündigungsrechte, Sondertilgungsmöglichkeiten oder variable Laufzeiten können die Beurteilung beeinflussen.

Eine bloße Möglichkeit, freiwillig früher zu tilgen, bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Betrag innerhalb eines Jahres fällig ist.

Entscheidend sind die rechtlichen und vertraglichen Fälligkeitsbedingungen.

1706 oder 1705 Darlehen?

1705 Darlehen

ist das allgemeine Darlehenskonto.

1706

zeigt gezielt den Teil der Darlehensverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.

Praktische Verwendung

Ein Unternehmen kann Darlehen während des Jahres auf 1705 buchen und zum Jahresabschluss nach Restlaufzeiten aufteilen.

Alternativ kann die Restlaufzeitstruktur bereits laufend gepflegt werden.

Welche Methode verwendet wird, hängt vom Buchhaltungssystem und der Organisation des Unternehmens ab.

1706 oder 1700 Sonstige Verbindlichkeiten?

Nicht jede sonstige Schuld ist ein Darlehen.

1706

Die Schuld stammt aus einem Darlehensvertrag.

1700 Sonstige Verbindlichkeiten

Hier liegen andere Verpflichtungen vor, für die kein spezielleres Konto passt.

Beispiel

Privater Kreditgeber überlässt dem Unternehmen 20.000,00 € mit Rückzahlungsverpflichtung.

→ Darlehen

→ 1706 beziehungsweise entsprechendes Restlaufzeitkonto prüfen

Noch nicht abgebuchte sonstige Verpflichtung ohne Darlehensvertrag:

→ eher 1700 Sonstige Verbindlichkeiten beziehungsweise spezielleres Konto prüfen

Merksatz

Geliehenes Geld = Darlehensbereich. Andere Schuld = sonstige Verbindlichkeit beziehungsweise Spezialkonto prüfen.

1706 oder 0630 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten?

Besonders wichtig ist die Frage, wer der Darlehensgeber ist.

Ist das Darlehen ein klassischer Bankkredit, existiert im SKR03 der eigene Bereich:

0630 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

mit entsprechenden Laufzeitunterteilungen.

1706 ist deshalb nicht automatisch das richtige Konto für jeden kurzfristigen Kredit.

Beispiel

Kurzfristiger Kredit einer Bank:

→ Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten prüfen

Darlehen eines sonstigen externen Darlehensgebers:

→ 1706 kann passen

Merksatz

Bank als Gläubiger = Bankverbindlichkeitskonto zuerst prüfen.

Darlehen eines Gesellschafters

Auch Darlehen von Gesellschaftern besitzen häufig speziellere Konten.

Im SKR03 existieren beispielsweise Konten für:

  • Verbindlichkeiten gegenüber GmbH-Gesellschaftern
  • Verbindlichkeiten gegenüber persönlich haftenden Gesellschaftern
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kommanditisten

mit teilweise eigenen Restlaufzeitunterteilungen.

Deshalb sollte ein Gesellschafterdarlehen nicht automatisch auf 1706 gebucht werden.

Merksatz

Darlehensgeber prüfen: Bank, Gesellschafter oder sonstiger Dritter können unterschiedliche Konten erfordern.

Darlehensaufnahme ist kein Umsatz

Wenn ein Unternehmen ein Darlehen erhält, steigt sein Bankkonto.

Trotzdem handelt es sich weder um Umsatz noch um betrieblichen Ertrag.

Beispiel

Darlehensauszahlung:

50.000,00 €

Falsch wäre:

Bank an Erlöse

Richtig ist ein Verbindlichkeitskonto als Gegenkonto.

Wirtschaftliche Wirkung

Aktiva:

Bank +50.000,00 €

Passiva:

Darlehensverbindlichkeit +50.000,00 €

Eigenkapital beziehungsweise Gewinn:

keine Veränderung allein durch die Darlehensaufnahme

Tilgung ist kein Aufwand

Dasselbe gilt umgekehrt für die Rückzahlung.

Beispiel

Tilgung:

10.000,00 €

Die Bank sinkt um 10.000,00 €.

Gleichzeitig sinkt die Darlehensverbindlichkeit um 10.000,00 €.

Der Gewinn wird allein durch die Tilgung nicht verändert.

Zinsen sind dagegen Aufwand

Der Darlehensgeber verlangt eine Vergütung für die Kapitalüberlassung.

Diese Zinsen sind grundsätzlich von der Darlehensschuld beziehungsweise Tilgung zu unterscheiden.

Für kurzfristige Verbindlichkeiten kann 2110 Zinsaufwendungen für kurzfristige Verbindlichkeiten relevant sein.

Bei anderen Darlehensarten können speziellere Zinskonten zutreffender sein.

Darlehensgebühren und Nebenkosten

Neben Zinsen können Darlehensverträge weitere Kosten enthalten, beispielsweise:

  • Bearbeitungsgebühren
  • Kreditprovisionen
  • Bereitstellungsentgelte
  • sonstige Finanzierungskosten

Diese Beträge sind nicht automatisch Tilgung.

Für Kreditprovisionen und Verwaltungskostenbeiträge kann beispielsweise 2141 Kreditprovisionen und Verwaltungskostenbeiträge relevant sein.

Die konkrete Behandlung hängt vom jeweiligen Vertrag und Sachverhalt ab.

Disagio oder Damnum

Wird ein Darlehen nicht vollständig zum Nominalbetrag ausgezahlt, kann ein Disagio beziehungsweise Damnum vorliegen.

Beispiel

Nominales Darlehen:

100.000,00 €

Auszahlung:

98.000,00 €

Differenz:

2.000,00 €

Diese Differenz darf nicht einfach als Tilgung oder als geringere Darlehensschuld behandelt werden.

Für Disagio beziehungsweise Damnum gelten besondere handels- und steuerrechtliche Regelungen.

Dafür existieren im SKR03 auch spezielle Konten, etwa für die Abschreibung eines Disagios beziehungsweise Damnums.

Sondertilgung

Zahlt ein Unternehmen freiwillig einen zusätzlichen Betrag zurück, handelt es sich grundsätzlich ebenfalls um Tilgung.

Beispiel

Reguläre Tilgung:

5.000,00 €

Zusätzliche Sondertilgung:

10.000,00 €

Gesamte Verringerung der Darlehensschuld:

15.000,00 €

Soweit der kurzfristige Darlehensanteil auf 1706 geführt wird:

1706 Darlehen - Restlaufzeit bis 1 Jahr 15.000,00 € an 1200 Bank 15.000,00 €

Gegebenenfalls muss anschließend die verbleibende Restlaufzeitstruktur neu beurteilt werden.

Darlehensverlängerung

Ein Darlehen kann ursprünglich innerhalb eines Jahres fällig sein und später vertraglich verlängert werden.

Dann muss geprüft werden, welche Restlaufzeit nach der wirksamen Vertragsänderung besteht.

Beispiel

Ursprüngliche Fälligkeit:

30.06.2027

Zum Bilanzstichtag wäre die Restlaufzeit zunächst unter einem Jahr.

Wird die Fälligkeit wirksam bis 2030 verlängert, kann eine andere Restlaufzeitklasse einschlägig werden.

Der Zeitpunkt und die rechtliche Wirksamkeit der Vertragsänderung sind hierbei entscheidend.

Darlehen wird vorzeitig gekündigt

Auch eine Kündigung kann die Fälligkeit verändern.

Wird ein ursprünglich langfristiges Darlehen wirksam kurzfristig fällig gestellt, kann dadurch eine Umgliederung in den kurzfristigen Bereich notwendig werden.

Die bloße Erwartung einer Kündigung reicht jedoch nicht automatisch aus.

Maßgeblich sind die tatsächlichen vertraglichen und rechtlichen Verhältnisse.

Zins und Tilgung im Kontoauszug richtig trennen

Bei automatischen Lastschriften erscheint häufig nur ein Gesamtbetrag auf dem Kontoauszug.

Beispiel

Bankabbuchung:

1.250,00 €

Laut Tilgungsplan:

  • Tilgung 1.000,00 €
  • Zinsen 250,00 €

Dann darf nicht der gesamte Betrag auf 1706 gebucht werden.

Richtig ist die Aufteilung:

1706 Darlehen - Restlaufzeit bis 1 Jahr 1.000,00 € 2110 Zinsaufwendungen für kurzfristige Verbindlichkeiten 250,00 € an 1200 Bank 1.250,00 €

Merksatz

Bei Darlehensraten immer Tilgungsplan ansehen.

Abstimmung mit dem Darlehenskonto

Zum Jahresabschluss sollte die Buchhaltung den Saldo von 1706 mit den Darlehensunterlagen abstimmen.

Hilfreich sind insbesondere:

  • Darlehensvertrag
  • Tilgungsplan
  • Kontoauszüge
  • Saldenbestätigung des Darlehensgebers
  • Höhe der Restschuld
  • Fälligkeit der nächsten Tilgungen
  • Restlaufzeit zum Bilanzstichtag

Der Buchhaltungssaldo sollte mit der tatsächlichen Darlehensschuld übereinstimmen.

Warum der Tilgungsplan so wichtig ist

Der Kontoauszug zeigt häufig nur, was tatsächlich abgebucht wurde.

Für die Jahresabschlussaufteilung muss aber zusätzlich klar sein:

  • wie hoch die Restschuld ist
  • welcher Betrag innerhalb eines Jahres fällig wird
  • welcher Betrag später fällig wird
  • welcher Anteil einer Zahlung Zins ist
  • welcher Anteil Tilgung ist

Der Tilgungsplan liefert dafür meist die entscheidenden Informationen.

Was wird typischerweise auf Konto 1706 gebucht?

Typischerweise können auf 1706 erfasst werden:

  • Darlehensverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
  • innerhalb eines Jahres fällige Teile eines Darlehens
  • kurzfristig fällige Darlehensbeträge nach Umgliederung
  • Tilgungen dieser Darlehensverbindlichkeiten
  • Korrekturen der kurzfristigen Darlehensschuld
  • Umgliederungen aus 1705, 1707 oder 1708, wenn sich die Restlaufzeit verändert

Entscheidend ist immer die verbleibende Fälligkeit am jeweiligen Abschlussstichtag.

Was gehört typischerweise nicht auf Konto 1706?

Nicht automatisch auf 1706 gehören beispielsweise:

Kontoart und Abschluss

Kontonummer: 1706 Kontenbezeichnung: Darlehen - Restlaufzeit bis 1 Jahr Kontenart: Passivkonto / Darlehensverbindlichkeit Kontenklasse: 1 Bereich: Fremdkapital / sonstige Verbindlichkeiten / Darlehen Normale Kontoseite: Haben Aufnahme beziehungsweise Umgliederung einer Darlehensschuld: Haben Tilgung beziehungsweise Verminderung: Soll Abschluss: über das Schlussbilanzkonto Bilanz: Passivseite · Verbindlichkeiten · sonstige Verbindlichkeiten GuV: Konto 1706 selbst ist kein Aufwands- oder Ertragskonto

Was zeigt der Saldo des Kontos?

Der typische Habensaldo von 1706 zeigt den Betrag der auf diesem Konto erfassten Darlehensverbindlichkeiten, die innerhalb eines Jahres fällig werden.

Beispiel

Anfangssaldo:

20.000,00 € Haben

Tilgung im Laufe des Jahres:

8.000,00 € Soll

Verbleibender Saldo:

12.000,00 € Haben

Das Unternehmen schuldet damit noch:

12.000,00 €

soweit keine weiteren Umgliederungen oder Buchungen vorgenommen werden.

Warum ein Sollsaldo auffällig wäre

1706 ist ein Passivkonto.

Ein dauerhafter Sollsaldo sollte deshalb geprüft werden.

Mögliche Ursachen:

  • Tilgung wurde doppelt gebucht
  • Darlehensschuld wurde nicht korrekt eingebucht
  • falsches Gegenkonto verwendet
  • Umgliederung nach Restlaufzeit falsch durchgeführt
  • Darlehen wurde überzahlt

Merksatz

Ein Darlehenskonto sollte grundsätzlich die tatsächlich noch bestehende Schuld widerspiegeln.

Typische Fehler

Ursprüngliche Laufzeit statt Restlaufzeit verwenden

Ein Darlehen kann ursprünglich zehn Jahre gelaufen sein und trotzdem heute eine Restlaufzeit von nur noch sechs Monaten besitzen.

Entscheidend ist der aktuelle Bilanzstichtag.

Gesamtes langfristiges Darlehen auf 1706 buchen

Nur weil im nächsten Jahr eine Rate fällig wird, muss geprüft werden, welcher Betrag tatsächlich in den kurzfristigen Bereich gehört und welche Beträge später fällig werden.

Zinsen als Tilgung buchen

Zinsen vermindern nicht automatisch die Darlehensschuld.

Tilgung und Zins müssen getrennt werden.

Tilgung als Aufwand buchen

Die Rückzahlung des Darlehens vermindert das Fremdkapital und ist grundsätzlich kein Aufwand.

Darlehensaufnahme als Ertrag buchen

Das erhaltene Geld ist kein Umsatz.

Bankdarlehen ungeprüft auf 1706 buchen

Für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten existieren eigene Konten.

Gesellschafterdarlehen ungeprüft auf 1706 buchen

Für Gesellschafterverbindlichkeiten gibt es spezielle Konten.

Tilgungsplan nicht beachten

Ohne Tilgungsplan kann die Trennung zwischen Tilgung, Zins und verschiedenen Restlaufzeitbereichen leicht falsch werden.

Restlaufzeit nach Jahreswechsel nicht erneut prüfen

Die Laufzeitstruktur verändert sich mit jedem Jahr.

Ein Betrag, der im Vorjahr noch auf 1707 stand, kann im nächsten Abschluss auf 1706 gehören.

Umgliederung als neue Darlehensaufnahme behandeln

Die Umbuchung von 1707 auf 1706 erzeugt keine neue Schuld.

Sie verändert lediglich die Darstellung der bestehenden Schuld.

Darlehensgebühren zur Tilgung rechnen

Gebühren, Provisionen oder Finanzierungskosten müssen separat beurteilt werden.

Verwandte Konten

Kurz zusammengefasst

Das Konto 1706 Darlehen - Restlaufzeit bis 1 Jahr erfasst Darlehensverbindlichkeiten beziehungsweise Darlehensanteile, die am Bilanzstichtag innerhalb der nächsten zwölf Monate fällig werden. Das Konto gehört zum Fremdkapital und besitzt normalerweise einen Habensaldo. Die Aufnahme beziehungsweise Umgliederung der Darlehensschuld wird im Haben gebucht, während Tilgungen das Konto im Soll vermindern. Zinsen sind keine Tilgung und müssen separat als Aufwand erfasst werden. Besonders wichtig ist die regelmäßige Prüfung der tatsächlichen Restlaufzeit und die Abgrenzung zu 1705 Darlehen, 1707 Darlehen - Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre, 1708 Darlehen - Restlaufzeit größer 5 Jahre, Bankverbindlichkeiten und speziellen Gesellschafterverbindlichkeiten.

Kurzform: Darlehensbetrag innerhalb eines Jahres fällig = 1706. Schuld im Haben, Tilgung im Soll. Zinsen separat buchen. Restlaufzeit am Bilanzstichtag entscheidet.

QUELLEN & STAND

Fachliche Grundlagen

Zuletzt aktualisiert:

Die Quellen bilden die fachliche Grundlage des Artikels. Die Darstellung ist didaktisch vereinfacht und ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall.