Einfach erklärt
Das Konto 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen) wird verwendet, wenn ein Einzelunternehmer Vermögen aus seinem privaten Bereich in den Betrieb einbringt.
Der klassische Fall ist eine Geldüberweisung vom privaten Girokonto auf das betriebliche Bankkonto.
Aber auch andere Vermögenswerte können eingelegt werden, beispielsweise:
- Bargeld
- ein privat angeschaffter Computer
- ein bislang privat gehaltener Pkw
- Werkzeuge
- andere Wirtschaftsgüter, die künftig betrieblich genutzt werden
Die Einlage erhöht das Betriebsvermögen und wirtschaftlich das Eigenkapital des Unternehmers.
Sie ist aber kein Umsatz und kein betrieblicher Ertrag.
Merksatz
Privates Vermögen kommt in den Betrieb = Privateinlage.
Soll oder Haben?
1891 ist ein Privatkonto mit normaler Habenseite.
Privateinlagen erhöhen wirtschaftlich das Eigenkapital.
Deshalb gilt grundsätzlich:
- Privateinlage → Haben
- Korrektur beziehungsweise Rücknahme einer Einlage → Soll
Typische Buchung bei einer Geldeinlage
1200 Bank an 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen)
Merksatz
Privateinlage = Haben auf dem Privatkonto.
Praxisbeispiel 1: Geld vom Privatkonto auf das Geschäftskonto überweisen
Der Einzelunternehmer überweist:
5.000,00 €
von seinem privaten Girokonto auf das betriebliche Bankkonto.
Buchung
1200 Bank 5.000,00 € an 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen) 5.000,00 €
Das betriebliche Bankguthaben steigt um 5.000,00 €.
Gleichzeitig erhöht sich wirtschaftlich das Eigenkapital des Unternehmers.
Gewinnwirkung
0,00 €
Die Einzahlung ist kein Umsatz.
Merksatz
Mehr Geld auf dem Geschäftskonto bedeutet nicht automatisch mehr Gewinn.
Warum ist eine Privateinlage kein Ertrag?
Ein Ertrag entsteht grundsätzlich dadurch, dass das Unternehmen wirtschaftlich etwas erwirtschaftet.
Bei einer Privateinlage passiert etwas anderes.
Der Unternehmer verschiebt lediglich bereits vorhandenes eigenes Vermögen aus seiner privaten Sphäre in seine betriebliche Sphäre.
Beispiel
Privates Vermögen vor Einlage:
20.000,00 €
Davon werden:
5.000,00 €
in den Betrieb überwiesen.
Der Unternehmer ist dadurch nicht um 5.000,00 € reicher geworden.
Lediglich die Zuordnung des Vermögens hat sich verändert.
Merksatz
Privateinlage = Vermögensverschiebung, kein erwirtschafteter Ertrag.
Praxisbeispiel 2: Bargeld wird in die betriebliche Kasse eingelegt
Der Unternehmer benötigt zusätzliches Wechselgeld und legt privat:
500,00 €
in die Geschäftskasse.
Buchung
1000 Kasse 500,00 € an 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen) 500,00 €
Der tatsächliche Kassenbestand steigt um 500,00 €.
Auch diese Einzahlung ist kein Ertrag.
1891 oder 1801 Privatentnahmen allgemein (nur Einzelunternehmen)?
Diese beiden Konten bilden entgegengesetzte Bewegungen ab.
1891 Privateinlagen
Privates Vermögen kommt in den Betrieb hinein.
→ Eigenkapital steigt
1801 Privatentnahmen allgemein (nur Einzelunternehmen)
Betriebsvermögen geht in den privaten Bereich hinaus.
→ Eigenkapital sinkt
Beispiel Einlage
Privatkonto → Geschäftskonto:
1200 Bank an 1891
Beispiel Entnahme
Geschäftskonto → Privatkonto:
Merksatz
Rein in den Betrieb = 1891. Raus aus dem Betrieb = 1801.
Zusammenhang mit dem Eigenkapital
Privateinlagen erhöhen das Eigenkapital eines Einzelunternehmens.
Die Entwicklung des Eigenkapitals lässt sich vereinfacht darstellen als:
Anfangskapital + Gewinn + Privateinlagen − Verluste − Privatentnahmen = Endkapital
Beispiel
Anfangskapital:
50.000,00 €
Gewinn:
20.000,00 €
Privateinlagen:
10.000,00 €
Privatentnahmen:
15.000,00 €
Endkapital:
50.000 + 20.000 + 10.000 − 15.000 =
65.000,00 €
Die Privateinlage erhöht also das Eigenkapital, ohne selbst Bestandteil des Gewinns zu sein.
Abschluss über das Eigenkapital
1891 wird nicht über die GuV abgeschlossen.
Das Privatkonto gehört zum Eigenkapitalbereich.
Am Jahresende werden die darauf erfassten Privateinlagen mit dem entsprechenden Kapitalkonto des Einzelunternehmens verrechnet.
Dabei kann insbesondere relevant sein:
0881 Kapital (variabler Anteil, nur Einzelunternehmen)
Merksatz
1891 beeinflusst das Kapital, nicht die GuV.
Praxisbeispiel 3: Unternehmer gleicht einen Liquiditätsengpass privat aus
Das Unternehmen muss kurzfristig Lieferanten bezahlen.
Auf dem Geschäftskonto befinden sich aber nur:
2.000,00 €
Der Unternehmer überweist deshalb aus seinem Privatvermögen:
8.000,00 €
auf das Geschäftskonto.
Buchung
1200 Bank 8.000,00 € an 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen) 8.000,00 €
Das Unternehmen verfügt anschließend über mehr Liquidität.
Der Gewinn verändert sich durch die Einzahlung jedoch nicht.
Privateinlage oder Darlehen?
Nicht jedes Geld, das ein Unternehmer in den Betrieb überweist, muss zwingend als Privateinlage behandelt werden.
Es muss geprüft werden, ob wirtschaftlich tatsächlich Eigenkapital zugeführt oder ein echtes Darlehensverhältnis begründet wird.
Privateinlage
Der Unternehmer führt seinem eigenen Einzelunternehmen Vermögen als Eigenkapital zu.
→ 1891
Darlehen
Es besteht eine echte Rückzahlungsverpflichtung aufgrund eines Darlehensverhältnisses.
→ passendes Darlehenskonto prüfen
Bei einem klassischen Einzelunternehmen ist die Überweisung des Unternehmers aus dem Privatbereich in den betrieblichen Bereich typischerweise eine Privateinlage.
Merksatz
Eigenes Vermögen dauerhaft in den Betrieb = Einlage. Echte Rückzahlungsverpflichtung = Darlehen prüfen.
Sachwerte können ebenfalls eingelegt werden
Eine Privateinlage muss nicht aus Geld bestehen.
Auch ein Wirtschaftsgut aus dem Privatvermögen kann in das Betriebsvermögen überführt werden.
Beispiel
Der Unternehmer besitzt privat einen Laptop.
Ab einem bestimmten Zeitpunkt wird dieser ausschließlich beziehungsweise überwiegend betrieblich genutzt und dem Betriebsvermögen zugeordnet.
Dann kann eine Einlage des Wirtschaftsguts vorliegen.
Die Buchungslogik lautet vereinfacht:
passendes Anlagekonto an 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen)
Der anzusetzende Wert muss jedoch nach den steuerlichen Bewertungsregeln ermittelt werden.
Merksatz
Privateinlage kann Geld oder Sachvermögen sein.
Praxisbeispiel 4: Privater Laptop wird Betriebsvermögen
Ein privat angeschaffter Laptop wird künftig betrieblich genutzt und wirksam in das Betriebsvermögen eingelegt.
Der für die Einlage steuerlich zutreffend ermittelte Wert beträgt im Beispiel:
1.200,00 €
Angenommen, der Laptop wird auf einem passenden Anlagekonto erfasst.
Vereinfachte Buchung
Anlagekonto 1.200,00 € an 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen) 1.200,00 €
Das Betriebsvermögen steigt um den eingelegten Vermögensgegenstand.
Gleichzeitig steigt das Eigenkapital.
Es entsteht kein Ertrag.
Bewertung einer Sacheinlage
Bei einer Einlage aus dem Privatvermögen kann nicht einfach irgendein beliebiger Wert gebucht werden.
Für steuerliche Einlagen gelten besondere Bewertungsregeln.
Grundsätzlich spielt insbesondere der Teilwert des Wirtschaftsguts im Zeitpunkt der Einlage eine Rolle.
Je nach Zeitpunkt der ursprünglichen Anschaffung und Art des Wirtschaftsguts können jedoch gesetzliche Begrenzungen und Sonderregeln gelten.
Beispiel
Ein Unternehmer hat privat einen Gegenstand vor kurzer Zeit für:
2.000,00 €
gekauft.
Zum Zeitpunkt der Einlage wird sein aktueller Wert auf:
1.700,00 €
geschätzt.
Es darf nicht automatisch der ursprüngliche Kaufpreis von 2.000,00 € angesetzt werden.
Der korrekte Einlagewert muss nach den steuerlichen Vorschriften ermittelt werden.
Merksatz
Sacheinlage = Wert nicht schätzen und einfach buchen, sondern Einlagebewertung prüfen.
Einlage eines gebrauchten Wirtschaftsguts und Abschreibung
Wird ein privat bereits genutztes abnutzbares Wirtschaftsgut in das Betriebsvermögen eingelegt, kann anschließend eine betriebliche Abschreibung möglich sein.
Dabei muss jedoch geprüft werden:
- welcher Einlagewert anzusetzen ist
- wie lange der Gegenstand bereits genutzt wurde
- welche Restnutzungsdauer verbleibt
- welche besonderen steuerlichen Regeln gelten
Eine Privateinlage setzt die Nutzungsdauer nicht automatisch auf null zurück.
Merksatz
Privat benutzt und später eingelegt = AfA nicht einfach wie bei einem fabrikneuen Kauf beginnen.
Privater Pkw wird Betriebsvermögen
Ein besonders wichtiger Praxisfall ist ein bislang privat gehaltener Pkw.
Wird das Fahrzeug aufgrund seiner betrieblichen Nutzung dem Betriebsvermögen zugeordnet, kann eine Einlage erforderlich sein.
Dann müssen unter anderem geprüft werden:
- betrieblicher Nutzungsumfang
- notwendiges oder gewillkürtes Betriebsvermögen
- Einlagewert
- Restnutzungsdauer
- zukünftige Abschreibung
- spätere private Nutzung
Ein passendes Fahrzeug-Anlagekonto kann beispielsweise 0320 Pkw sein.
Vereinfachte Buchungslogik
0320 Pkw an 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen)
zum zutreffenden Einlagewert.
Keine automatische Vorsteuer bei Sacheinlagen
Wird ein Gegenstand aus dem Privatvermögen in den Betrieb eingelegt, entsteht dadurch nicht automatisch ein neuer Vorsteuerabzug.
Beispiel
Der Unternehmer hat privat vor zwei Jahren einen Computer gekauft und bringt ihn heute in sein Unternehmen ein.
Allein die Einlage führt nicht dazu, dass jetzt plötzlich aus dem damaligen privaten Kauf Vorsteuer auf:
1576 Abziehbare Vorsteuer 19 %
gebucht werden kann.
Merksatz
Private Sacheinlage erzeugt nicht automatisch Vorsteuer.
Geldeinlage und Umsatzsteuer
Auch bei einer normalen Geldeinlage entsteht keine Umsatzsteuer.
Beispiel
Privatüberweisung:
10.000,00 €
Buchung
1200 Bank 10.000,00 € an 1891 Privateinlagen 10.000,00 €
Es wird weder Umsatzsteuer noch Vorsteuer gebucht.
Denn es liegt weder eine Lieferung noch eine sonstige Leistung gegen Entgelt vor.
Merksatz
Geld in den Betrieb einzahlen = keine Umsatzsteuer.
Private Rechnung wird privat bezahlt, betrifft aber den Betrieb
Ein interessanter Fall ist die umgekehrte Zahlungsrichtung.
Der Unternehmer bezahlt eine betriebliche Rechnung mit seinem privaten Geld.
Beispiel
Eine betriebliche Büromaterialrechnung beträgt:
119,00 € brutto
Der Unternehmer bezahlt sie von seinem Privatkonto.
Der Betrieb erhält trotzdem die betriebliche Leistung.
Dann kann die private Zahlung als Einlage behandelt werden.
Bei bestehendem Vorsteuerabzugsrecht lautet die Buchungslogik beispielsweise:
4930 Bürobedarf 100,00 € 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 19,00 € an 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen) 119,00 €
Der Unternehmer hat dem Betrieb wirtschaftlich 119,00 € zugeführt, indem er dessen Rechnung privat bezahlt hat.
Merksatz
Betriebliche Rechnung privat bezahlt = Privateinlage kann das Gegenkonto sein.
Praxisbeispiel 5: Betriebliche Tankrechnung privat bezahlt
Ein betrieblicher Pkw wird betankt.
Rechnung:
119,00 € brutto
Der Unternehmer bezahlt versehentlich mit seiner privaten Karte.
Bei vollständigem betrieblichem Vorsteuerabzug kann vereinfacht gebucht werden:
4530 Laufende Fahrzeug-Betriebskosten 100,00 € 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 19,00 € an 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen) 119,00 €
Es ist nicht notwendig, so zu tun, als wäre das Geld vom betrieblichen Bankkonto abgegangen.
Merksatz
Privat bezahlt heißt nicht privat verursacht. Der Zweck der Ausgabe entscheidet.
Privateinlage durch Übernahme einer betrieblichen Schuld
Auch wenn der Unternehmer eine betriebliche Verpflichtung aus privaten Mitteln begleicht, kann wirtschaftlich eine Privateinlage vorliegen.
Beispiel
Betriebliche Lieferantenverbindlichkeit:
2.000,00 €
Der Unternehmer bezahlt den Lieferanten direkt von seinem Privatkonto.
Dann wird die betriebliche Verbindlichkeit ausgeglichen, obwohl das betriebliche Bankkonto nicht belastet wurde.
Vereinfachte Buchung
1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.000,00 € an 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen) 2.000,00 €
Damit wird dokumentiert:
Der Unternehmer hat eine Schuld des Betriebs mit privaten Mitteln bezahlt.
1891 oder Betriebseinnahme?
Wenn Geld auf dem Geschäftskonto eingeht, muss die Herkunft geprüft werden.
Kundenzahlung
Der Kunde bezahlt eine Rechnung.
→ Forderung beziehungsweise Erlösbereich
Private Einzahlung des Unternehmers
Der Unternehmer überweist eigenes Geld.
→ 1891
Darlehensauszahlung
Ein Kreditgeber zahlt Geld aus.
→ Darlehens- beziehungsweise Verbindlichkeitskonto
Merksatz
Geldeingang allein sagt noch nicht, ob es Erlös, Einlage oder Darlehen ist. Herkunft prüfen.
Praxisbeispiel 6: 10.000 € gehen auf dem Bankkonto ein
Auf dem Kontoauszug erscheint:
+10.000,00 €
Es gibt mehrere mögliche Buchungen.
Kunde bezahlt offene Rechnung
1200 Bank an 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Unternehmer zahlt privat ein
1200 Bank an 1891 Privateinlagen
Darlehen wird ausgezahlt
1200 Bank an Darlehensverbindlichkeit
Der gleiche Bankbetrag kann also völlig unterschiedliche wirtschaftliche Ursachen haben.
Privateinlage und Gewinn unterscheiden
Ein Einzelunternehmer kann beispielsweise einen Verlust erwirtschaften und trotzdem mehr Geld auf dem Bankkonto haben.
Beispiel
Jahresverlust:
10.000,00 €
Privateinlage:
50.000,00 €
Das Bankkonto kann dadurch steigen, obwohl der Betrieb Verlust gemacht hat.
Merksatz
Liquiditätszufluss durch den Unternehmer ist kein Beweis für betrieblichen Gewinn.
1891 oder 0881 Kapital (variabler Anteil, nur Einzelunternehmen)?
1891 und 0881 gehören beide zum Eigenkapitalbereich, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
1891
sammelt die laufenden Privateinlagen des Geschäftsjahres.
0881
zeigt den variablen Kapitalanteil des Einzelunternehmers.
Im Rahmen des Jahresabschlusses werden die Privatkonten mit dem Eigenkapital beziehungsweise variablen Kapital verrechnet.
Merksatz
1891 zeigt die Einlagebewegungen. 0881 zeigt den Kapitalstand.
1891 oder 1890 Privateinlagen (VH)?
Auch hier unterscheidet DATEV nach Rechtsform beziehungsweise Gesellschaftertyp.
1891
nur Einzelunternehmen
1890 Privateinlagen (VH)
für den persönlich haftenden Gesellschafter beziehungsweise Vollhafter.
Merksatz
Einzelunternehmen = 1891. Vollhafter = 1890.
Warum steht „nur Einzelunternehmen“ im Kontonamen?
Ein Einzelunternehmen ist rechtlich nicht von der Person des Unternehmers getrennt wie eine Kapitalgesellschaft.
Deshalb können Vermögenswerte zwischen dem privaten und betrieblichen Bereich des Unternehmers verschoben werden.
DATEV führt dafür spezielle Privatkonten für Einzelunternehmen, beispielsweise:
- 1801 Privatentnahmen allgemein (nur Einzelunternehmen)
- 1811 Privatsteuern (nur Einzelunternehmen)
- 1881 Unentgeltliche Wertabgaben (nur Einzelunternehmen)
- 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen)
1891 bei einer GmbH?
Eine GmbH hat kein Privatvermögen im selben Sinne wie ein Einzelunternehmer.
Zahlt ein GmbH-Gesellschafter Geld in die Gesellschaft ein, muss geklärt werden, was rechtlich vorliegt.
Mögliche Sachverhalte sind beispielsweise:
- Einzahlung auf das Stammkapital
- Kapitalrücklage
- Gesellschafterdarlehen
- Forderungs- oder Verbindlichkeitsausgleich
1891 ist deshalb ausdrücklich nicht das allgemeine Einzahlungskonto einer GmbH.
Merksatz
Privateinlage ist ein Begriff des Einzelunternehmer-/Personengesellschaftsbereichs, nicht einfach der GmbH.
Privateinlage aus einem privaten Kredit
Ein Unternehmer kann privat einen Kredit aufnehmen und das erhaltene Geld anschließend in sein Einzelunternehmen einzahlen.
Buchhalterisch muss dann unterschieden werden, wo die Verbindlichkeit liegt.
Fall 1: Kredit ist privat
Der Unternehmer nimmt persönlich einen privaten Kredit auf und überweist das Geld anschließend in den Betrieb.
Im Betrieb kann der Zufluss eine Privateinlage sein.
Fall 2: Kredit wurde vom Betrieb aufgenommen
Dann liegt eine betriebliche Darlehensverbindlichkeit vor und der Zufluss darf nicht als Privateinlage gebucht werden.
Merksatz
Wer schuldet das Darlehen? Unternehmer privat oder Betrieb? Danach richtet sich die Buchung.
Rückzahlung einer Privateinlage
Eine Privateinlage erzeugt grundsätzlich keine normale Lieferantenverbindlichkeit des Betriebs gegenüber dem Unternehmer.
Nimmt der Unternehmer später wieder Geld heraus, liegt typischerweise eine Privatentnahme vor.
Beispiel
Einlage im Januar:
10.000,00 €
1200 Bank an 1891
Entnahme im September:
4.000,00 €
1801 Privatentnahmen allgemein (nur Einzelunternehmen) an 1200 Bank
Es wird nicht einfach die ursprüngliche Einlage wie ein Darlehen „zurückgezahlt“.
Privateinlage und Steuer
Eine reine Privateinlage erhöht nicht den steuerpflichtigen Gewinn des Betriebs.
Beispiel
Betrieblicher Gewinn vor Einlage:
40.000,00 €
Privateinlage:
50.000,00 €
Steuerlicher Gewinn allein aufgrund der Einlage:
weiterhin grundsätzlich:
40.000,00 €
Nicht:
90.000,00 €
Merksatz
Eigenes Geld einzahlen macht den Betrieb liquider, aber nicht profitabler.
Privateinlagen können für Schuldzinsen relevant sein
Bei Einzelunternehmen können Einlagen und Entnahmen im Zusammenhang mit § 4 Abs. 4a EStG für die Beurteilung sogenannter Überentnahmen relevant sein.
Dabei spielen unter anderem eine Rolle:
- Gewinn
- Entnahmen
- Einlagen
Privateinlagen können deshalb über die reine Kontierung hinaus steuerlich bedeutsam sein.
Wichtig
Die konkrete Berechnung ist ein eigener steuerlicher Themenbereich und darf nicht allein aus dem Saldo von 1891 abgeleitet werden.
Was wird typischerweise auf Konto 1891 gebucht?
Typische Fälle sind:
- Überweisung privaten Geldes auf das betriebliche Bankkonto
- Bareinlage in die betriebliche Kasse
- privat bezahlte betriebliche Rechnungen
- privat beglichene betriebliche Verbindlichkeiten
- Einlage privat gehaltener Wirtschaftsgüter in das Betriebsvermögen
- entsprechende Kapitalzuführungen des Einzelunternehmers
- Korrekturen zuvor gebuchter Privateinlagen
Was gehört typischerweise nicht auf Konto 1891?
Nicht auf 1891 gehören beispielsweise:
- Privatentnahmen → 1801 Privatentnahmen allgemein (nur Einzelunternehmen)
- Privatsteuern → 1811 Privatsteuern (nur Einzelunternehmen)
- unentgeltliche Wertabgaben → 1881 Unentgeltliche Wertabgaben (nur Einzelunternehmen)
- Privateinlagen eines Vollhafters → 1890 Privateinlagen (VH)
- Kundenzahlungen
- normale Umsatzerlöse
- Darlehensauszahlungen des Betriebs
- Lieferantengutschriften
- Kapitalzuführungen einer GmbH ohne vorherige rechtliche Einordnung
Kontoart und Abschluss
Kontonummer: 1891 Kontenbezeichnung: Privateinlagen (nur Einzelunternehmen) Kontenart: Privatkonto Kontenklasse: 1 Kategorie: Privat Normale Kontoseite: Haben Privateinlage: Haben Korrektur beziehungsweise Rücknahme: Soll Abschluss: Eigenkapital Bilanz: Nicht als eigener Bilanzposten; wird mit dem Eigenkapital verrechnet GuV: Nicht in der GuV
Was zeigt der Saldo des Kontos?
Der typische Habensaldo von 1891 zeigt die während des Geschäftsjahres auf diesem Konto erfassten Privateinlagen des Einzelunternehmers.
Beispiel
Geldeinlage Januar:
5.000,00 €
Privat bezahlte betriebliche Rechnung:
1.500,00 €
Weitere Bareinlage:
500,00 €
Saldo 1891:
7.000,00 € Haben
Das bedeutet:
Der Unternehmer hat dem Betrieb im Geschäftsjahr über dieses Konto insgesamt Vermögenswerte von:
7.000,00 €
zugeführt.
Das ist kein betrieblicher Ertrag.
Warum ein Sollsaldo auffällig wäre
1891 besitzt normalerweise die Habenseite.
Ein dauerhafter Sollsaldo sollte deshalb geprüft werden.
Mögliche Ursachen sind beispielsweise:
- Privatentnahme wurde auf 1891 gebucht
- Soll und Haben wurden vertauscht
- Stornierungen übersteigen die zuvor gebuchten Einlagen
- Abschlussbuchung wurde falsch durchgeführt
- falsches Privatkonto wurde verwendet
Ein Sollsaldo kann durch Korrekturen entstehen, sollte aber erklärbar sein.
Typische Fehler
Privateinlage als Erlös buchen
Eigene Geldzuführung ist kein Verkauf und kein betrieblicher Ertrag.
Geldeingang automatisch als Kundenzahlung behandeln
Die Herkunft des Geldes muss geprüft werden.
Privat bezahlte betriebliche Rechnung nicht erfassen
Auch wenn die Zahlung nicht über das Geschäftskonto läuft, kann der betriebliche Aufwand beziehungsweise Vermögenszugang trotzdem zu erfassen sein. 1891 kann dabei das Gegenkonto sein.
Private Rechnung als Einlage buchen
Nur weil der Unternehmer privat etwas bezahlt, handelt es sich nicht automatisch um eine betriebliche Einlage. Der zugrunde liegende Aufwand oder Vermögenswert muss betrieblich veranlasst sein.
Sacheinlage mit beliebigem Wert buchen
Der steuerlich zutreffende Einlagewert muss ermittelt werden.
Bei Sacheinlage automatisch Vorsteuer buchen
Die Überführung eines privaten Wirtschaftsguts in den Betrieb erzeugt nicht automatisch einen Vorsteuerabzug.
Privateinlage mit Darlehen verwechseln
Ein echtes betriebliches Darlehen ist Fremdkapital und nicht Eigenkapital.
1891 bei einer GmbH verwenden
Kapitalzuführungen eines GmbH-Gesellschafters müssen nach ihrem rechtlichen Charakter beurteilt werden.
1890 und 1891 verwechseln
1890 betrifft Vollhafter, 1891 Einzelunternehmen.
Privateinlage direkt als Gewinn ansehen
Privateinlagen erhöhen das Eigenkapital, aber nicht den laufenden betrieblichen Gewinn.
Verwandte Konten
- 0871 Kapital (fester Anteil, nur Einzelunternehmen) – fester Eigenkapitalanteil
- 0881 Kapital (variabler Anteil, nur Einzelunternehmen) – variabler Eigenkapitalanteil
- 1000 Kasse – Bareinlagen
- 1200 Bank – Geldüberweisungen in den Betrieb
- 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – kann bei privat bezahlten betrieblichen Lieferantenschulden ausgeglichen werden
- 1801 Privatentnahmen allgemein (nur Einzelunternehmen) – allgemeine private Entnahmen
- 1811 Privatsteuern (nur Einzelunternehmen) – persönliche Steuerzahlungen
- 1881 Unentgeltliche Wertabgaben (nur Einzelunternehmen) – private Sach- und Nutzungsentnahmen
- 1890 Privateinlagen (VH) – Privateinlagen eines Vollhafters
- 0320 Pkw – mögliches Anlagekonto bei Einlage eines privaten Fahrzeugs
- 4930 Bürobedarf – Beispiel für einen privat bezahlten betrieblichen Aufwand
- 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % – Vorsteuer bei privat bezahlter betrieblicher Rechnung, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind
Kurz zusammengefasst
Das Konto 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen) erfasst Vermögen, das ein Einzelunternehmer aus seinem privaten Bereich in den Betrieb einbringt. Typische Fälle sind Geldüberweisungen auf das Geschäftskonto, Bareinlagen, privat bezahlte betriebliche Rechnungen und die Einlage privater Wirtschaftsgüter in das Betriebsvermögen. 1891 ist ein Privatkonto mit normaler Habenseite und wird über das Eigenkapital abgeschlossen. Privateinlagen erhöhen das Eigenkapital, sind aber weder Umsatz noch betrieblicher Ertrag. Bei Sacheinlagen müssen außerdem die steuerliche Bewertung und gegebenenfalls die weitere Abschreibung gesondert geprüft werden.
Kurzform: Privates Vermögen kommt in den Betrieb = 1891 im Haben. Kein Ertrag, keine GuV. Geld heraus aus dem Betrieb = 1801.