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SKR03 · KONTO 0871

Kapital (fester Anteil, nur Einzelunternehmen)

Das Konto 0871 Kapital (fester Anteil, nur Einzelunternehmen) erfasst den festen Anteil des Eigenkapitals eines Einzelunternehmens. Es handelt sich um ein Passivkonto mit normaler Habenseite. Der feste Kapitalanteil dient der getrennten Darstellung eines grundsätzlich konstant gehaltenen Eigenkapitalbetrags; laufende Veränderungen des Eigenkapitals können über den variablen Kapitalanteil sowie die speziellen Privatkonten des Einzelunternehmers abgebildet werden.

Das Konto auf einen Blick

Kontoart
Passivkonto
Kategorie
Eigenkapital
Normale Seite
Haben
Abschluss
SBK
Bilanz
Passivseite · Eigenkapital
GuV
Nicht in der GuV

Einfach erklärt

Das Konto 0871 Kapital (fester Anteil, nur Einzelunternehmen) gehört zum Eigenkapital eines Einzelunternehmens.

Es dient dazu, einen festen Anteil des Unternehmerkapitals getrennt vom variablen Kapital zu führen.

Wichtig ist dabei: Ein Einzelunternehmen besitzt rechtlich kein Stammkapital wie eine GmbH und auch kein fest vorgeschriebenes Mindestkapital.

Der Begriff „fester Anteil“ ist hier deshalb vor allem eine buchhalterische Aufteilung des Eigenkapitals.

Neben 0871 existiert:

0881 Kapital (variabler Anteil, nur Einzelunternehmen)

Dadurch kann beispielsweise ein dauerhaft festgelegter Kapitalbetrag auf 0871 stehen bleiben, während laufende Veränderungen des Unternehmerkapitals getrennt über den variablen Bereich und die Privatkonten dargestellt werden.

Merksatz

0871 = fester Eigenkapitalanteil des Einzelunternehmers. 0881 = variabler Eigenkapitalanteil.

Soll oder Haben?

0871 ist ein Passivkonto.

Eigenkapital steht grundsätzlich auf der Passivseite der Bilanz.

Deshalb gilt:

  • Erhöhung des festen Kapitalanteils → Haben
  • Verminderung des festen Kapitalanteils → Soll

Die normale Kontoseite ist:

Haben

Merksatz

Eigenkapitalmehrung = Haben. Eigenkapitalminderung = Soll.

Warum steht Eigenkapital auf der Passivseite?

Das wirkt am Anfang manchmal merkwürdig.

Eigenkapital ist schließlich keine normale Schuld gegenüber einer Bank oder einem Lieferanten.

Die Passivseite beantwortet aber grundsätzlich die Frage:

Woher stammt das Kapital, mit dem das Unternehmen finanziert ist?

Dabei wird unterschieden zwischen:

  • Eigenkapital
  • Fremdkapital

Das Eigenkapital zeigt den Anteil der Finanzierung, der wirtschaftlich dem Unternehmer selbst zuzurechnen ist.

Beispiel

Ein Einzelunternehmen besitzt Vermögenswerte von:

100.000,00 €

und hat Verbindlichkeiten von:

40.000,00 €

Dann beträgt das Eigenkapital vereinfacht:

100.000,00 € − 40.000,00 € =

60.000,00 €

Dieses Eigenkapital steht auf der Passivseite der Bilanz.

0871 ist kein Bankkonto

Ein Kapitalbetrag auf 0871 bedeutet nicht, dass derselbe Betrag auf dem Bankkonto vorhanden sein muss.

Beispiel

Eigenkapital:

80.000,00 €

Das Unternehmen besitzt davon beispielsweise:

  • 15.000,00 € Bankguthaben
  • 25.000,00 € Forderungen
  • 40.000,00 € Anlagevermögen

Das Eigenkapital steckt wirtschaftlich im gesamten Unternehmensvermögen.

Merksatz

Eigenkapital zeigt die Finanzierung des Unternehmens – nicht den Kontostand bei der Bank.

Fester und variabler Kapitalanteil

Im SKR03 können Einzelunternehmen ihr Kapital in zwei Bereiche aufteilen:

Der feste Anteil soll grundsätzlich einen stabilen Kapitalbetrag darstellen.

Der variable Anteil kann dagegen laufende Veränderungen des Unternehmerkapitals aufnehmen.

Vereinfacht gedacht

0871:

„Dieser Teil des Eigenkapitals soll dauerhaft als fester Kapitalanteil ausgewiesen werden.“

0881:

„Hier werden die darüber hinausgehenden Veränderungen des Eigenkapitals dargestellt.“

Wichtig

Wie die Aufteilung konkret verwendet wird, hängt von der eingerichteten Buchführungs- und Abschlusslogik ab.

Nicht jedes Einzelunternehmen muss wirtschaftlich zwei getrennte Kapitaltöpfe führen.

Warum gibt es diese Trennung überhaupt?

Eine getrennte Darstellung kann die Entwicklung des Unternehmerkapitals übersichtlicher machen.

Ohne Trennung würden beispielsweise folgende Vorgänge ständig denselben Kapitalbetrag verändern:

  • Gewinne
  • Verluste
  • Privateinlagen
  • Privatentnahmen

Mit einem festen und einem variablen Anteil kann ein bestimmter Grundbetrag konstant gehalten werden, während Veränderungen getrennt nachvollziehbar bleiben.

DATEV und Anfangskapital

DATEV ordnet 0871 im SKR03 dem Bereich des Anfangskapitals eines Einzelunternehmens zu.

Das Konto kann damit insbesondere den festen Teil des zu Beginn beziehungsweise aus dem Vorjahr übernommenen Unternehmerkapitals darstellen.

Beispiel

Das Einzelunternehmen startet das neue Geschäftsjahr mit einem festen Kapitalanteil von:

50.000,00 €

Bei der Eröffnungsbuchung kann dieser Passivsaldo aus dem Vorjahr übernommen werden.

Vereinfacht:

9000 Saldenvorträge Sachkonten 50.000,00 € an 0871 Kapital (fester Anteil, nur Einzelunternehmen) 50.000,00 €

Der feste Kapitalbetrag steht anschließend wieder im Haben auf 0871.

Merksatz

Passives Eigenkapital wird bei der Eröffnung im Haben vorgetragen.

Praxisbeispiel 1: Fester Kapitalanteil bleibt unverändert

Ein Einzelunternehmer legt für seine Buchführung einen festen Kapitalanteil von:

50.000,00 €

fest.

Dieser Betrag steht auf 0871.

Im Laufe des Jahres erzielt das Unternehmen einen Gewinn und der Unternehmer tätigt mehrere private Entnahmen.

Der Sinn der getrennten Kapitalführung besteht darin, dass die 50.000,00 € auf 0871 nicht bei jeder laufenden Veränderung bewegt werden müssen.

Die Veränderungen können über andere Eigenkapital- und Privatkonten nachvollzogen werden.

Privatentnahmen gehören nicht automatisch auf 0871

Entnimmt der Einzelunternehmer Geld für private Zwecke, sollte nicht bei jeder Entnahme direkt der feste Kapitalanteil verändert werden.

Für Einzelunternehmen gibt es hierfür das spezielle Konto:

1801 Privatentnahmen allgemein (nur Einzelunternehmen)

Beispiel

Der Unternehmer überweist:

1.000,00 €

vom betrieblichen Bankkonto auf sein privates Konto.

Buchung

1801 Privatentnahmen allgemein (nur Einzelunternehmen) 1.000,00 € an 1200 Bank 1.000,00 €

Die private Entnahme verändert wirtschaftlich das Eigenkapital.

Sie wird aber zunächst auf dem dafür vorgesehenen Privatkonto dokumentiert.

Merksatz

Private Geldentnahme = Privatkonto verwenden, nicht jede Entnahme direkt auf 0871 buchen.

Privateinlagen gehören ebenfalls auf ein eigenes Konto

Bringt der Einzelunternehmer privates Geld in den Betrieb ein, erhöht sich wirtschaftlich das Eigenkapital.

Dafür gibt es im SKR03 für Einzelunternehmen:

1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen)

Beispiel

Der Unternehmer überweist aus seinem Privatvermögen:

5.000,00 €

auf das betriebliche Bankkonto.

Buchung

1200 Bank 5.000,00 € an 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen) 5.000,00 €

Auch hier muss der feste Kapitalanteil auf 0871 nicht unmittelbar bei jeder einzelnen Einzahlung verändert werden.

Privatentnahme ist kein Aufwand

Wenn der Unternehmer 1.000,00 € privat entnimmt, entsteht dadurch kein betrieblicher Aufwand.

Warum?

Der Betrieb hat keine Leistung oder Ware verbraucht.

Der Unternehmer verschiebt lediglich Vermögen aus dem betrieblichen in den privaten Bereich.

Die Entnahme vermindert das Eigenkapital, aber nicht den betrieblichen Gewinn als normaler Aufwand.

Merksatz

Privatentnahme mindert Eigenkapital – sie ist kein betrieblicher Aufwand.

Privateinlage ist kein Ertrag

Dasselbe gilt umgekehrt.

Wenn der Unternehmer:

10.000,00 €

privates Geld in den Betrieb einzahlt, handelt es sich nicht um einen Umsatz und nicht um einen betrieblichen Ertrag.

Die Liquidität steigt.

Gleichzeitig steigt aber lediglich das Eigenkapital.

Merksatz

Privateinlage erhöht Eigenkapital – sie ist kein Umsatz.

Gewinn erhöht das Eigenkapital

Erwirtschaftet das Einzelunternehmen einen Gewinn, erhöht dieser wirtschaftlich das Eigenkapital.

Beispiel

Eigenkapital vor Gewinn:

60.000,00 €

Jahresgewinn:

20.000,00 €

Ohne weitere Veränderungen beträgt das Eigenkapital anschließend wirtschaftlich:

80.000,00 €

Bei einer getrennten Kapitalführung muss der Gewinn aber nicht zwangsläufig den festen Anteil auf 0871 verändern.

Er kann im Rahmen der Abschlussbuchungen dem variablen Kapitalbereich zugeordnet werden.

Verlust vermindert das Eigenkapital

Ein Jahresverlust wirkt genau umgekehrt.

Beispiel

Eigenkapital:

60.000,00 €

Jahresverlust:

15.000,00 €

Vereinfachtes verbleibendes Eigenkapital:

45.000,00 €

Auch hier kann die Veränderung bei getrennter Kapitalführung im variablen Kapitalbereich dargestellt werden, während der feste Anteil auf 0871 unverändert bleibt.

0871 oder 0881 Kapital (variabler Anteil, nur Einzelunternehmen)?

Das ist die wichtigste Abgrenzung.

0871

Fester Kapitalanteil

Er soll grundsätzlich als stabiler Eigenkapitalbetrag geführt werden.

0881

Variabler Kapitalanteil

Er dient der Darstellung veränderlicher Bestandteile des Unternehmerkapitals.

Beispiel

Fester Kapitalanteil:

50.000,00 €

Zusätzlicher variabler Kapitalanteil nach Gewinn, Einlagen und Entnahmen:

18.000,00 €

Dann kann die Eigenkapitalstruktur beispielsweise lauten:

0871:

50.000,00 € Haben

0881:

18.000,00 € Haben

Gesamtes ausgewiesenes Unternehmerkapital:

68.000,00 €

Merksatz

0871 soll stabil sein – 0881 darf sich verändern.

0871 oder 0870 Festkapital?

Im SKR03 existiert unmittelbar daneben:

0870 Festkapital (VH)

Dieses Konto betrifft den Kapitalanteil eines persönlich haftenden Gesellschafters beziehungsweise Vollhafters.

0871 ist dagegen ausdrücklich mit dem Zusatz versehen:

„nur Einzelunternehmen“

Merksatz

Einzelunternehmen = 0871. Personengesellschaft beziehungsweise Vollhafter = 0870 prüfen.

Warum steht „nur Einzelunternehmen“ im Kontonamen?

DATEV unterscheidet seit mehreren Jahren gezielt zwischen Konten für Einzelunternehmen und solchen für Gesellschafter von Personengesellschaften.

Dadurch lassen sich die Kapital- und Privatkonten eindeutig der jeweiligen Rechtsform zuordnen.

Für Einzelunternehmen werden dabei insbesondere Konten mit der Endziffer 1 verwendet, beispielsweise:

Merksatz

Die Endziffer 1 findet sich bei mehreren speziell für Einzelunternehmen vorgesehenen Kapital- und Privatkonten.

0871 ist kein Stammkapital

Ein Einzelunternehmen hat kein Stammkapital wie eine GmbH.

GmbH

Eine GmbH besitzt gesellschaftsrechtlich ein Stammkapital.

Einzelunternehmen

Beim Einzelunternehmen gibt es keinen getrennten Rechtsträger mit einem gesetzlich vorgeschriebenen Stammkapital in diesem Sinne.

Das auf 0871 ausgewiesene Kapital ist deshalb nicht mit dem Stammkapital einer GmbH gleichzusetzen.

Merksatz

Festes Unternehmerkapital ≠ GmbH-Stammkapital.

0871 ist auch kein Darlehen des Unternehmers

Eigenkapital und Darlehen müssen getrennt werden.

Eigenkapital

Der Unternehmer stellt dem eigenen Betrieb Kapital ohne normale Gläubigerstellung zur Verfügung.

→ Eigenkapital

Darlehen

Es besteht eine echte schuldrechtliche Rückzahlungsverpflichtung gegenüber einem Darlehensgeber.

→ Fremdkapital

Der feste Kapitalanteil auf 0871 ist deshalb keine gewöhnliche Darlehensverbindlichkeit.

Kann Eigenkapital negativ werden?

Das gesamte Eigenkapital eines Einzelunternehmens kann wirtschaftlich durch hohe Verluste und Entnahmen grundsätzlich auch negativ werden.

Der feste Kapitalanteil auf 0871 muss deshalb aber nicht zwingend selbst einen Sollsaldo erhalten.

Bei einer getrennten Führung kann ein negativer Kapitalbestand insbesondere über den variablen Bereich abgebildet werden.

Die konkrete Darstellung hängt von der verwendeten Abschlusslogik ab.

Merksatz

Negatives Gesamteigenkapital bedeutet nicht automatisch, dass 0871 selbst im Soll stehen muss.

Der feste Kapitalanteil wird normalerweise nicht bei jedem Geschäftsvorfall verändert

0871 ist kein Konto für den täglichen Zahlungsverkehr.

Typische laufende Geschäftsvorfälle wie:

  • Warenkauf
  • Warenverkauf
  • Mietzahlung
  • Bankgebühr
  • Fahrzeugkosten
  • Kundenzahlung

haben grundsätzlich nichts direkt mit 0871 zu tun.

Das Konto wird hauptsächlich im Zusammenhang mit der Darstellung und Fortschreibung des Eigenkapitals verwendet.

Praxisbeispiel 2: Unternehmer entnimmt Geld

Fester Kapitalanteil auf 0871:

40.000,00 € Haben

Der Unternehmer entnimmt privat:

3.000,00 €

Buchung

1801 Privatentnahmen allgemein (nur Einzelunternehmen) 3.000,00 € an 1200 Bank 3.000,00 €

0871 bleibt während des laufenden Jahres beispielsweise weiterhin:

40.000,00 € Haben

Die Eigenkapitalveränderung wird über das Privat- beziehungsweise variable Kapital nachvollzogen.

Praxisbeispiel 3: Unternehmer legt Geld ein

Der Unternehmer zahlt privat:

8.000,00 €

auf das betriebliche Bankkonto ein.

Buchung

1200 Bank 8.000,00 € an 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen) 8.000,00 €

Auch diese Einlage erhöht wirtschaftlich das Eigenkapital, muss aber nicht unmittelbar den festen Anteil auf 0871 verändern.

Jahresabschluss und Kapitalentwicklung

Im Jahresabschluss werden die verschiedenen Eigenkapitalveränderungen zusammengeführt beziehungsweise entsprechend der eingerichteten Kapitalkontenlogik dargestellt.

Dabei spielen insbesondere eine Rolle:

  • Anfangskapital
  • Jahresgewinn oder Jahresverlust
  • Privateinlagen
  • Privatentnahmen
  • fester Kapitalanteil
  • variabler Kapitalanteil

Vereinfachte Eigenkapitalentwicklung

Anfangskapital:

50.000,00 €

  • Gewinn:

20.000,00 €

  • Privateinlagen:

5.000,00 €

− Privatentnahmen:

10.000,00 €

= Eigenkapital am Jahresende:

65.000,00 €

Bei einer getrennten Führung kann davon beispielsweise ein fester Betrag auf 0871 und der verbleibende Teil auf 0881 dargestellt werden.

Eigenkapitalformel

Die Entwicklung des Eigenkapitals eines Einzelunternehmens lässt sich vereinfacht darstellen als:

Anfangskapital + Gewinn + Einlagen − Verlust − Entnahmen = Endkapital

Beispiel

Anfangskapital:

80.000,00 €

Gewinn:

30.000,00 €

Privateinlagen:

4.000,00 €

Privatentnahmen:

24.000,00 €

Endkapital:

80.000 + 30.000 + 4.000 − 24.000 =

90.000,00 €

Diese Rechnung zeigt die wirtschaftliche Kapitalentwicklung unabhängig davon, auf welche einzelnen Eigenkapital- und Privatkonten sie technisch verteilt wird.

Was wird typischerweise auf Konto 0871 gebucht?

Typischerweise kann 0871 verwendet werden für:

  • den festen Kapitalanteil des Einzelunternehmers
  • den entsprechenden Anfangsbestand des festen Unternehmerkapitals
  • Eröffnungsbuchungen des festen Kapitalanteils
  • gezielte Veränderungen des festgelegten Kapitalanteils
  • Abschluss- beziehungsweise Umgliederungsbuchungen innerhalb der Eigenkapitalstruktur, wenn der feste Anteil angepasst werden soll

Was gehört typischerweise nicht auf Konto 0871?

Nicht unmittelbar auf 0871 gehören typischerweise:

Merksatz

0871 ist ein Eigenkapitalkonto – kein Konto für den normalen Zahlungsverkehr.

Kontoart und Abschluss

Kontonummer: 0871 Kontenbezeichnung: Kapital (fester Anteil, nur Einzelunternehmen) Kontenart: Passivkonto Kontenklasse: 0 Kategorie: Eigenkapital Normale Kontoseite: Haben Erhöhung des festen Kapitalanteils: Haben Verminderung des festen Kapitalanteils: Soll Abschluss: SBK Bilanz: Passivseite · Eigenkapital GuV: Nicht in der GuV

Was zeigt der Saldo des Kontos?

Der typische Habensaldo von 0871 zeigt den festen Eigenkapitalanteil des Einzelunternehmers, der auf diesem Konto ausgewiesen wird.

Beispiel

Saldo 0871:

50.000,00 € Haben

Das bedeutet:

Das Unternehmen weist einen festen Kapitalanteil des Einzelunternehmers von:

50.000,00 €

aus.

Das bedeutet nicht, dass gleichzeitig 50.000,00 € auf dem Bankkonto vorhanden sein müssen.

Warum ein Sollsaldo auffällig wäre

0871 ist ein Passivkonto mit normaler Habenseite.

Ein Sollsaldo sollte deshalb geprüft werden.

Mögliche Ursachen können sein:

  • falsche Eröffnungsbuchung
  • Soll und Haben wurden vertauscht
  • Privatentnahmen wurden direkt auf 0871 gebucht
  • Abschlussbuchungen wurden falsch durchgeführt
  • fester und variabler Kapitalanteil wurden verwechselt

Ein Sollsaldo ist nicht automatisch technisch unmöglich, sollte bei einem festen Eigenkapitalanteil aber nachvollziehbar begründet sein.

Typische Fehler

0871 als GmbH-Stammkapital verstehen

Ein Einzelunternehmen besitzt kein Stammkapital wie eine GmbH.

0871 ist ein buchhalterisch geführter Eigenkapitalanteil.

Jede Privatentnahme direkt auf 0871 buchen

Für Einzelunternehmen existiert 1801 Privatentnahmen allgemein (nur Einzelunternehmen).

Jede Privateinlage direkt auf 0871 buchen

Für laufende Privateinlagen existiert 1891 Privateinlagen (nur Einzelunternehmen).

0871 und 0881 verwechseln

0871 stellt den festen, 0881 den variablen Kapitalanteil dar.

Einlage als Ertrag buchen

Eine Privateinlage erhöht das Eigenkapital, ist aber kein Umsatz.

Entnahme als Aufwand buchen

Eine Privatentnahme vermindert Eigenkapital, ist aber kein betrieblicher Aufwand.

Eigenkapital mit Bankguthaben gleichsetzen

Der Saldo auf 0871 sagt nicht aus, wie viel Liquidität vorhanden ist.

Personengesellschaft auf 0871 buchen

0871 ist ausdrücklich für Einzelunternehmen vorgesehen. Bei persönlich haftenden Gesellschaftern sind beispielsweise 0870 Festkapital (VH) und weitere passende Gesellschafterkonten zu prüfen.

Laufende Geschäftsvorfälle auf 0871 buchen

Das Konto dient der Eigenkapitaldarstellung und nicht als allgemeines Gegenkonto für Zahlungen.

Verwandte Konten

Kurz zusammengefasst

Das Konto 0871 Kapital (fester Anteil, nur Einzelunternehmen) erfasst den festen Eigenkapitalanteil eines Einzelunternehmers. Es ist ein Passivkonto mit normaler Habenseite und wird über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen. Der feste Kapitalanteil kann getrennt von 0881 Kapital (variabler Anteil, nur Einzelunternehmen) geführt werden. Laufende Privatentnahmen und Privateinlagen werden nicht einfach direkt über 0871 gebucht, sondern können über die speziell für Einzelunternehmen vorgesehenen Privatkonten wie 1801 und 1891 erfasst werden. Der auf 0871 ausgewiesene Betrag ist außerdem nicht mit dem Stammkapital einer GmbH und nicht mit dem vorhandenen Bankguthaben gleichzusetzen.

Kurzform: 0871 = fester Eigenkapitalanteil des Einzelunternehmers. Passivkonto, normale Seite Haben, Abschluss über SBK. Laufende Veränderungen gehören grundsätzlich in den variablen Kapital- beziehungsweise Privatbereich.

QUELLEN & STAND

Fachliche Grundlagen

Zuletzt aktualisiert:

Die Quellen bilden die fachliche Grundlage des Artikels. Die Darstellung ist didaktisch vereinfacht und ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall.