Einfach erklärt
Das Konto 2451 Einstellungen in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen wird verwendet, wenn eine bestimmte Forderung voraussichtlich nicht mehr vollständig bezahlt wird und deshalb wertberichtigt werden muss.
Dabei ist wichtig:
Die Forderung ist noch nicht endgültig ausgefallen. Es besteht aber ein konkretes Risiko, dass ein Teil des Geldes nicht mehr eingeht.
Der erwartete Verlust wird deshalb bereits als Aufwand berücksichtigt.
Genau diesen Aufwand erfasst Konto 2451.
Kurz gesagt
2451 zeigt den Aufwand aus einer Einzelwertberichtigung.
Das Konto ist kein Forderungskonto und kein Bestandskonto, sondern ein Aufwandskonto.
Soll oder Haben?
Aufwendungen nehmen grundsätzlich im Soll zu.
Deshalb gilt für Konto 2451:
- Einzelwertberichtigung wird gebildet oder erhöht → 2451 im Soll
- Abschluss des Aufwandskontos → Haben
Merksatz
Erwarteter Forderungsverlust = Aufwand = 2451 im Soll.
Wie hängen 1460, 0998 und 2451 zusammen?
Bei einer gefährdeten Forderung begegnen einem häufig mehrere Konten gleichzeitig.
Sie erfüllen aber völlig unterschiedliche Aufgaben.
1460 Zweifelhafte Forderungen
Hier wird die gefährdete Forderung selbst geführt.
0998 Einzelwertberichtigungen auf Forderungen – Restlaufzeit bis 1 Jahr
Hier wird die Wertminderung der Forderung erfasst.
2451 Einstellungen in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen
Hier wird der dadurch entstehende Aufwand gebucht.
Vereinfacht gesagt
1460 = Was schuldet uns der problematische Kunde noch? 0998 = Wie viel davon halten wir voraussichtlich nicht mehr für werthaltig? 2451 = Welcher Aufwand entsteht durch diese Wertminderung?
Praxisbeispiel 1: Einzelwertberichtigung bilden
Ein Kunde schuldet dem Unternehmen 11.900,00 € brutto.
Die Forderung besteht aus:
- 10.000,00 € Nettoforderung
- 1.900,00 € Umsatzsteuer
Aufgrund erheblicher Zahlungsschwierigkeiten wird erwartet, dass 60 % der Nettoforderung ausfallen.
Der erwartete Forderungsausfall beträgt:
10.000,00 € × 60 % = 6.000,00 €
Für die Forderung wird eine Einzelwertberichtigung von 6.000,00 € gebildet.
Buchungssatz
2451 Einstellungen in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen 6.000,00 € an 0998 Einzelwertberichtigungen auf Forderungen – Restlaufzeit bis 1 Jahr 6.000,00 €
Konto 2451 steht im Soll, weil ein Aufwand entsteht.
0998 Einzelwertberichtigungen auf Forderungen steht im Haben, weil der bilanzielle Wert der Forderung vermindert wird.
Warum entsteht überhaupt ein Aufwand?
Die Forderung wurde ursprünglich mit ihrem vollen Wert als Vermögensgegenstand erfasst.
Wenn sich später herausstellt, dass voraussichtlich ein Teil davon nicht mehr eingeht, ist die Forderung wirtschaftlich weniger wert.
Diese Wertminderung belastet das Unternehmen.
Deshalb wird sie als Aufwand erfasst.
Beispiel
Ursprüngliche Nettoforderung: 10.000,00 € Voraussichtlich realisierbar: 4.000,00 € Erwarteter Verlust: 6.000,00 €
Die 6.000,00 € werden über Konto 2451 als Aufwand berücksichtigt.
Die Forderung verschwindet dadurch nicht
Die Buchung
2451 an 0998
bedeutet nicht, dass der Kunde plötzlich weniger schuldet.
Die ursprüngliche Forderung bleibt grundsätzlich bestehen.
Sie wird lediglich bilanziell niedriger bewertet.
Das ist der große Vorteil der indirekten Einzelwertberichtigung:
Die ursprüngliche Forderung bleibt sichtbar und die Wertkorrektur wird auf einem separaten Konto geführt.
Vereinfacht
Zweifelhafte Forderung: 11.900,00 € brutto Einzelwertberichtigung: 6.000,00 €
Die Forderung bleibt als Forderung bestehen, aber ihr wirtschaftlicher Wert wird entsprechend korrigiert.
Direkte und indirekte Wertberichtigung
Eine Einzelwertberichtigung kann buchungstechnisch unterschiedlich dargestellt werden.
Direkte Wertberichtigung
Der erwartete Verlust wird direkt von der zweifelhaften Forderung abgezogen.
Vereinfacht:
2451 Einstellungen in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen an 1460 Zweifelhafte Forderungen
Dadurch wird der Forderungsbestand unmittelbar vermindert.
Indirekte Wertberichtigung
Die ursprüngliche Forderung bleibt bestehen. Die Wertminderung wird auf einem separaten Korrekturkonto erfasst.
Vereinfacht:
2451 Einstellungen in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen an 0998 Einzelwertberichtigungen auf Forderungen – Restlaufzeit bis 1 Jahr
Die indirekte Methode hat den Vorteil, dass ursprüngliche Forderung und Wertberichtigung getrennt sichtbar bleiben.
Warum wird die Einzelwertberichtigung grundsätzlich auf den Nettobetrag berechnet?
Solange die Forderung lediglich zweifelhaft ist, steht der tatsächliche Ausfall noch nicht endgültig fest.
Die ursprünglich entstandene Umsatzsteuer wird deshalb grundsätzlich noch nicht allein wegen der Zweifel korrigiert.
Die Einzelwertberichtigung wird bei einer umsatzsteuerpflichtigen Forderung deshalb grundsätzlich auf Basis des gefährdeten Nettobetrags berechnet.
Beispiel
Bruttoforderung: 11.900,00 € Nettoforderung: 10.000,00 € Erwarteter Ausfall: 60 %
Richtige Bemessungsgrundlage:
10.000,00 € × 60 % = 6.000,00 €
Nicht:
11.900,00 € × 60 % = 7.140,00 €
Die Umsatzsteuer wird erst dann berichtigt, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sind, beispielsweise bei einer tatsächlich uneinbringlichen Forderung.
Praxisbeispiel 2: EWB wird erhöht
Im Vorjahr wurde für eine Forderung bereits eine Einzelwertberichtigung von 2.000,00 € gebildet.
Am aktuellen Bilanzstichtag zeigt sich, dass nun insgesamt mit einem Ausfall von 5.000,00 € gerechnet werden muss.
Bereits vorhanden:
2.000,00 €
Benötigt:
5.000,00 €
Zusätzliche Wertberichtigung:
5.000,00 € − 2.000,00 € = 3.000,00 €
Buchungssatz
2451 Einstellungen in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen 3.000,00 € an 0998 Einzelwertberichtigungen auf Forderungen – Restlaufzeit bis 1 Jahr 3.000,00 €
Nur die notwendige Erhöhung wird erneut als Aufwand gebucht.
Warum wird nicht jedes Jahr der volle Betrag auf 2451 gebucht?
Eine bereits vorhandene Einzelwertberichtigung darf nicht einfach jedes Jahr vollständig neu als Aufwand gebucht werden.
Es wird vielmehr geprüft, wie hoch die benötigte Wertberichtigung am neuen Bilanzstichtag sein muss.
Beispiel
Vorhandene EWB: 6.000,00 € Benötigte EWB: 8.000,00 €
Zusätzlicher Aufwand:
2.000,00 €
Buchung
2451 2.000,00 € an 0998 2.000,00 €
Damit beträgt die gesamte Wertberichtigung anschließend 8.000,00 €.
Was passiert, wenn das Ausfallrisiko geringer wird?
Wird eine bereits gebildete Einzelwertberichtigung später nicht mehr in voller Höhe benötigt, entsteht kein negativer Aufwand auf Konto 2451.
Die Herabsetzung wird über ein entsprechendes Ertragskonto erfasst.
Im SKR03 steht dafür 2731 Erträge aus der Herabsetzung der Einzelwertberichtigung auf Forderungen zur Verfügung.
Praxisbeispiel
Vorhandene EWB: 6.000,00 € Neu benötigte EWB: 2.000,00 €
Die Wertberichtigung muss um 4.000,00 € vermindert werden.
Buchungssatz
0998 Einzelwertberichtigungen auf Forderungen – Restlaufzeit bis 1 Jahr 4.000,00 € an 2731 Erträge aus der Herabsetzung der Einzelwertberichtigung auf Forderungen 4.000,00 €
Die Wertberichtigung sinkt und gleichzeitig entsteht ein entsprechender Ertrag.
Was passiert, wenn der Kunde doch vollständig zahlt?
Angenommen, für eine Forderung wurde eine EWB über 6.000,00 € gebildet.
Später bezahlt der Kunde überraschend doch den vollständigen Rechnungsbetrag.
Dann ist die Wertberichtigung nicht mehr erforderlich.
Zahlungseingang
1200 Bank an 1460 Zweifelhafte Forderungen
Auflösung der EWB
0998 Einzelwertberichtigungen auf Forderungen – Restlaufzeit bis 1 Jahr 6.000,00 € an 2731 Erträge aus der Herabsetzung der Einzelwertberichtigung auf Forderungen 6.000,00 €
Konto 2451 wird hierbei nicht erneut angesprochen.
Es wurde bereits im Jahr der Bildung der Wertberichtigung als Aufwand verwendet.
Was passiert bei einem endgültigen Forderungsausfall?
Wird eine Forderung endgültig uneinbringlich, liegt keine bloße Schätzung mehr vor.
Dann muss der tatsächliche Forderungsverlust gebucht werden.
Für entsprechende Forderungsverluste mit 19 % Umsatzsteuer gibt es im SKR03 beispielsweise 2406 Forderungsverluste 19 % USt.
Eine zuvor gebildete Einzelwertberichtigung muss ebenfalls aufgelöst beziehungsweise bei der Abwicklung berücksichtigt werden.
Konto 2451 dient also in erster Linie der Bildung oder Erhöhung einer erwarteten Wertminderung und nicht der späteren Buchung des endgültigen Forderungsausfalls.
Merksatz
2451 = erwarteter Verlust. Forderungsverlustkonto = tatsächlich eingetretener Verlust.
Einzelwertberichtigung oder Pauschalwertberichtigung?
Konto 2451 gehört ausschließlich zur Einzelwertberichtigung.
Dabei geht es um ein konkretes Risiko bei einer bestimmten Forderung.
Einzelwertberichtigung
Ein bestimmter Kunde hat erkennbare Zahlungsschwierigkeiten.
→ 2451 Einstellungen in die Einzelwertberichtigung
Pauschalwertberichtigung
Beim übrigen Forderungsbestand wird ein allgemeines Ausfallrisiko berücksichtigt, ohne dass bereits ein konkreter Kunde individuell auffällig ist.
Dafür gibt es im SKR03 2450 Einstellungen in die Pauschalwertberichtigung auf Forderungen.
Merksatz
Konkreter Kunde = EWB = 2451. Allgemeines Risiko = PWB = 2450.
Praxisbeispiel 3: EWB oder PWB?
Das Unternehmen hat zwei Situationen:
Kunde A
Kunde A befindet sich nachweislich in finanziellen Schwierigkeiten. Es wird erwartet, dass 40 % seiner Forderung ausfallen.
→ konkrete Einzelwertberichtigung → Konto 2451
Übrige Kunden
Bei allen anderen Kunden gibt es keine konkreten Hinweise auf Zahlungsschwierigkeiten. Erfahrungsgemäß fallen jedoch jedes Jahr etwa 1 % der normalen Forderungen aus.
→ allgemeines Ausfallrisiko → 2450 Einstellungen in die Pauschalwertberichtigung auf Forderungen
Die beiden Risiken dürfen deshalb nicht miteinander verwechselt werden.
Restlaufzeit der Forderung
Die Gegenbuchung zu 2451 richtet sich bei der indirekten Einzelwertberichtigung unter anderem danach, welche Restlaufzeit die betroffene Forderung besitzt.
Für den SKR03 gibt es beispielsweise:
- 0998 Einzelwertberichtigungen auf Forderungen – Restlaufzeit bis 1 Jahr
- 0999 Einzelwertberichtigungen auf Forderungen – Restlaufzeit größer 1 Jahr
Beispiel
Erwarteter Ausfall einer kurzfristigen Forderung: 4.000,00 €
2451 4.000,00 € an 0998 4.000,00 €
Bei einer entsprechenden längerfristigen Forderung kann stattdessen 0999 verwendet werden.
Wann wird 2451 gebucht?
Konto 2451 wird insbesondere verwendet, wenn:
- eine Einzelwertberichtigung erstmals gebildet wird
- eine bestehende Einzelwertberichtigung erhöht werden muss
- bei einer bestimmten Forderung ein konkretes Ausfallrisiko festgestellt wird
- der erwartete Ausfall noch nicht endgültig feststeht
Das Konto wird dagegen nicht für jeden verspäteten Zahlungseingang verwendet.
Es muss ein konkretes individuelles Ausfallrisiko bestehen, das eine Wertberichtigung rechtfertigt.
Kontoart und Abschluss
Kontonummer: 2451 Kontenart: Aufwandskonto Kontenklasse: 2 Bereich: Sonstige betriebliche Aufwendungen / Forderungsbewertung Normale Kontoseite: Soll Bildung beziehungsweise Erhöhung einer EWB: Soll Abschluss: über die Gewinn- und Verlustrechnung Bilanz: Konto 2451 selbst erscheint nicht als Vermögens- oder Schuldposten in der Bilanz GuV: Sonstige betriebliche Aufwendungen
Der auf 2451 gebuchte Aufwand vermindert den Gewinn des Geschäftsjahres.
Was zeigt der Saldo des Kontos?
Der Sollsaldo von Konto 2451 zeigt die im laufenden Geschäftsjahr als Aufwand erfassten Einstellungen beziehungsweise Erhöhungen von Einzelwertberichtigungen auf Forderungen.
Der Saldo sagt nicht, wie hoch sämtliche bestehenden Einzelwertberichtigungen insgesamt sind.
Dafür müssen die jeweiligen Wertberichtigungskonten wie 0998 oder 0999 betrachtet werden.
Beispiel
Bereits bestehende EWB aus dem Vorjahr: 5.000,00 € Erhöhung im aktuellen Jahr: 2.000,00 €
Konto 2451 zeigt im aktuellen Jahr grundsätzlich die 2.000,00 € neue Belastung.
Das Wertberichtigungskonto kann anschließend insgesamt 7.000,00 € ausweisen.
Typische Fehler
2451 als Bestandskonto behandeln
Konto 2451 ist kein Forderungs- oder Wertberichtigungskonto. Es ist das Aufwandskonto, auf dem die erfolgswirksame Bildung oder Erhöhung der EWB erfasst wird.
Die vollständige Forderung auf 2451 buchen
Auf 2451 gehört grundsätzlich nur der Betrag der erwarteten Wertminderung und nicht automatisch die gesamte offene Kundenforderung.
EWB aus dem Bruttobetrag berechnen
Bei einer lediglich zweifelhaften umsatzsteuerpflichtigen Forderung wird die Einzelwertberichtigung grundsätzlich anhand des gefährdeten Nettobetrags ermittelt, solange die Umsatzsteuer nicht berichtigt werden kann.
Umsatzsteuer bereits bei der EWB korrigieren
Ein erwarteter Forderungsausfall allein bedeutet grundsätzlich noch keine automatische Umsatzsteuerberichtigung.
2451 und 0998 verwechseln
2451 = Aufwand aus der Wertberichtigung. 0998 = Bestandskorrektur der Forderung.
2451 und 1460 verwechseln
1460 Zweifelhafte Forderungen enthält die gefährdete Forderung selbst. Konto 2451 enthält den Aufwand aus ihrer Wertminderung.
EWB jedes Jahr vollständig neu buchen
Besteht bereits eine Wertberichtigung aus dem Vorjahr, darf nicht automatisch erneut der gesamte benötigte Betrag auf 2451 gebucht werden. Entscheidend ist die notwendige Veränderung gegenüber dem vorhandenen Bestand.
Herabsetzung auf 2451 im Haben buchen
Für die Herabsetzung einer bestehenden EWB steht im SKR03 ein eigenes Ertragskonto wie 2731 Erträge aus der Herabsetzung der Einzelwertberichtigung auf Forderungen zur Verfügung.
Endgültigen Forderungsausfall auf 2451 buchen
2451 dient der erwarteten Wertminderung. Bei einer endgültig uneinbringlichen Forderung sind die entsprechenden Forderungsverlustkonten und gegebenenfalls die Umsatzsteuerkorrektur zu berücksichtigen.
Verwandte Konten
- 1460 Zweifelhafte Forderungen – konkret gefährdete Kundenforderungen
- 0998 Einzelwertberichtigungen auf Forderungen – Restlaufzeit bis 1 Jahr – Wertberichtigung kurzfristiger Forderungen
- 0999 Einzelwertberichtigungen auf Forderungen – Restlaufzeit größer 1 Jahr – Wertberichtigung längerfristiger Forderungen
- 2450 Einstellungen in die Pauschalwertberichtigung auf Forderungen – Aufwand aus der Pauschalwertberichtigung
- 2731 Erträge aus der Herabsetzung der Einzelwertberichtigung auf Forderungen – Ertrag bei einer Verminderung der EWB
- 2406 Forderungsverluste 19 % USt – tatsächliche Forderungsverluste bei entsprechenden steuerpflichtigen Forderungen
- 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – allgemeiner Forderungsbestand
- 1200 Bank – tatsächliche Zahlungseingänge von Kunden
Kurz zusammengefasst
Das Konto 2451 Einstellungen in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen erfasst den Aufwand aus der Bildung oder Erhöhung einer Einzelwertberichtigung. Besteht bei einer konkreten Forderung ein erwarteter teilweiser Ausfall, wird der Wertverlust im Soll von 2451 erfasst. Bei der indirekten Wertberichtigung erfolgt die Gegenbuchung beispielsweise auf 0998 Einzelwertberichtigungen auf Forderungen – Restlaufzeit bis 1 Jahr.
Kurzform: Wir erwarten bei einem bestimmten Kunden einen Verlust → 2451 zeigt den Aufwand, 0998 die Wertkorrektur.