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SKR03 · KONTO 1511

Geleistete Anzahlungen, 7 % Vorsteuer

Das Konto 1511 Geleistete Anzahlungen, 7 % Vorsteuer erfasst Vorauszahlungen an Lieferanten für noch nicht ausgeführte Lieferungen, bei denen der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 % gilt. Die Zahlung stellt bis zur Lieferung einen Vermögenswert dar und wird bilanziell als geleistete Anzahlung innerhalb des Vorratsvermögens ausgewiesen. Liegt eine ordnungsgemäße Anzahlungsrechnung vor und wurde die Zahlung tatsächlich geleistet, kann die ausgewiesene Vorsteuer grundsätzlich bereits vor der späteren Lieferung abgezogen werden. 1511 ist im DATEV-SKR03 ein Automatikkonto für geleistete Anzahlungen mit 7 % Vorsteuer.

Das Konto auf einen Blick

Kontoart
Aktivkonto
Kategorie
Forderungen
Normale Seite
Soll
Abschluss
SBK
Bilanz
Aktivseite · Forderungen
GuV
Nicht in der GuV

Einfach erklärt

Das Konto 1511 Geleistete Anzahlungen, 7 % Vorsteuer wird verwendet, wenn ein Unternehmen einem Lieferanten bereits Geld bezahlt, obwohl die bestellten Vorräte noch nicht geliefert wurden, und auf die spätere Lieferung 7 % Umsatzsteuer beziehungsweise Vorsteuer entfallen.

Das Unternehmen hat also schon bezahlt, wartet aber noch auf die Lieferung.

Bis dahin besteht ein Vermögenswert in Form der geleisteten Anzahlung.

Typische Fälle können Vorauszahlungen auf Waren oder andere Vorräte sein, die dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 % unterliegen.

Merksatz

Geld an Lieferanten vor Lieferung + 7 % Vorsteuer = 1511 prüfen.

Soll oder Haben?

1511 ist ein Aktivkonto.

Die normale Kontoseite ist deshalb:

Soll

Grundsätzlich gilt:

  • Anzahlung geleistet → Soll
  • Anzahlung später verrechnet → Haben
  • Anzahlung zurückgezahlt → Haben

Merksatz

Anzahlung entsteht = Soll. Verrechnung oder Rückzahlung = Haben.

Warum ist die geleistete Anzahlung ein Aktivposten?

Das Unternehmen gibt zwar Geld ab, erhält dafür aber einen Anspruch gegenüber dem Lieferanten.

Der Lieferant muss später die vereinbarte Ware liefern oder die Vorauszahlung gegebenenfalls zurückzahlen.

Beispiel

Bankguthaben vorher:

10.700,00 €

Das Unternehmen zahlt eine Bruttoanzahlung von:

5.350,00 €

Danach ist weniger Geld auf dem Bankkonto vorhanden, dafür besteht ein Anzahlungsanspruch gegenüber dem Lieferanten.

Merksatz

Bank wird weniger – Anspruch auf Lieferung wird mehr.

Praxisbeispiel 1: Anzahlung mit 7 % Vorsteuer

Ein Unternehmen bestellt Waren, die mit 7 % Umsatzsteuer besteuert werden.

Der Lieferant verlangt vor Lieferung:

5.000,00 € netto

7 % Umsatzsteuer:

350,00 €

Bruttoanzahlung:

5.350,00 €

Eine ordnungsgemäße Anzahlungsrechnung liegt vor und die Zahlung wird geleistet.

Wirtschaftlich entstehen:

  • 5.000,00 € geleistete Anzahlung
  • 350,00 € abziehbare Vorsteuer
  • 5.350,00 € Bankabgang

Manuelle Buchungslogik

1511 Geleistete Anzahlungen, 7 % Vorsteuer 5.000,00 € 1571 Abziehbare Vorsteuer 7 % 350,00 € an 1200 Bank 5.350,00 €

Bei Verwendung der DATEV-Automatik wird die Vorsteuer entsprechend automatisch berücksichtigt.

Merksatz

Nettoanzahlung = 1511. Vorsteuer = 1571.

DATEV-Besonderheit: 1511 ist ein Automatikkonto

1511 ist im DATEV-SKR03 als Automatikkonto für 7 % Vorsteuer vorgesehen.

Bei korrekter Verwendung kann das Buchhaltungssystem aus dem gebuchten Bruttobetrag automatisch den Nettoanteil und die Vorsteuer ermitteln.

Beispiel

Bruttozahlung:

5.350,00 €

Daraus ergeben sich bei 7 %:

Nettoanzahlung:

5.000,00 €

Vorsteuer:

350,00 €

Wichtig

Wird die Steuerautomatik verwendet, darf die Vorsteuer nicht zusätzlich noch einmal manuell gebucht werden.

Merksatz

Automatikkonto + zusätzliche manuelle Vorsteuer = Gefahr der Doppelbuchung.

Wann darf die Vorsteuer aus einer Anzahlung abgezogen werden?

Bei einer Vorauszahlung vor Ausführung der eigentlichen Lieferung gelten besondere Voraussetzungen.

Grundsätzlich müssen insbesondere beide Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Eine ordnungsgemäße Rechnung über die Vorauszahlung liegt vor.
  2. Die Vorauszahlung wurde tatsächlich geleistet.

Zusätzlich müssen natürlich die allgemeinen Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug erfüllt sein.

Merksatz

Anzahlungsrechnung UND Zahlung – erst dann Vorsteuerabzug prüfen.

Anzahlungsrechnung vorhanden, aber noch nicht bezahlt

Der Lieferant stellt eine Anzahlungsrechnung über:

10.700,00 € brutto

Darin enthalten wären:

10.000,00 € netto

und:

700,00 € Umsatzsteuer

Das Unternehmen hat aber noch nicht gezahlt.

Dann liegt noch keine geleistete Anzahlung auf 1511 vor.

Auch die Vorsteuer aus dieser Vorauszahlung kann nicht allein aufgrund der Anzahlungsrechnung abgezogen werden.

Merksatz

Rechnung allein reicht bei einer Vorauszahlung nicht.

Zahlung erfolgt, aber Rechnung fehlt

Umgekehrt kann das Unternehmen bereits Geld überwiesen haben, aber noch keine ordnungsgemäße Anzahlungsrechnung besitzen.

Dann besteht wirtschaftlich zwar bereits eine Vorauszahlung gegenüber dem Lieferanten.

Die 7-%-Vorsteuer darf aber nicht allein aufgrund des Bankabgangs abgezogen werden.

Merksatz

Zahlung allein reicht für den Vorsteuerabzug ebenfalls nicht.

1511 oder 1510 Geleistete Anzahlungen auf Vorräte?

1510 Geleistete Anzahlungen auf Vorräte ist das allgemeine Konto für entsprechende Vorauszahlungen.

1511 besitzt zusätzlich die konkrete steuerliche Zuordnung:

7 % Vorsteuer

1510

Allgemeine geleistete Anzahlung auf Vorräte.

1511

Geleistete Anzahlung mit 7 % Vorsteuer.

Merksatz

7-%-Vorsteuer bei der Vorauszahlung = 1511 ist das speziellere Konto.

1511 oder 1518 Geleistete Anzahlungen, 19 % Vorsteuer?

Hier entscheidet der Steuersatz des zugrunde liegenden Einkaufs.

1511

7 % Vorsteuer

1518

19 % Vorsteuer

Beispiel

Nettoanzahlung 10.000,00 € bei 7 %:

Vorsteuer:

700,00 €

→ 1511

Nettoanzahlung 10.000,00 € bei 19 %:

Vorsteuer:

1.900,00 €

→ 1518

Merksatz

7 % = 1511. 19 % = 1518.

1511 und 1571 Abziehbare Vorsteuer 7 %

Diese beiden Konten erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

1511

enthält den Nettoanteil der geleisteten Anzahlung.

1571

enthält die daraus abziehbare Vorsteuer von 7 %, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.

Beispiel

Bruttoanzahlung:

21.400,00 €

Netto:

20.000,00 €

Vorsteuer:

1.400,00 €

Damit bestehen wirtschaftlich:

20.000,00 € Anzahlungsanspruch

und:

1.400,00 € Vorsteueranspruch

Merksatz

1511 = Anzahlung. 1571 = Steueranspruch.

Die Zahlung ist noch kein Wareneingang

Solange der Lieferant die Ware noch nicht geliefert hat, liegt noch kein normaler Wareneingang vor.

Beispiel

Das Unternehmen zahlt im März:

10.000,00 € netto

Die Waren werden erst im Mai geliefert.

Im März wird noch nicht so getan, als wären die Waren bereits eingegangen.

Stattdessen bleibt der Betrag zunächst als geleistete Anzahlung bestehen.

Merksatz

Geld zuerst = Anzahlung. Ware zuerst beziehungsweise gleichzeitig = Wareneingang.

Praxisbeispiel 2: Lieferung und Schlussrechnung

Gesamter Einkauf:

20.000,00 € netto

7 % Umsatzsteuer:

1.400,00 €

Brutto:

21.400,00 €

Bereits geleistete Bruttoanzahlung:

5.350,00 €

Darin enthalten:

5.000,00 € netto

und:

350,00 € Vorsteuer

Nach der Lieferung erstellt der Lieferant die endgültige Rechnung.

Die bereits geleistete Anzahlung wird anschließend mit der Schlussrechnung verrechnet.

Noch zu zahlen:

21.400 − 5.350 =

16.050,00 €

Wichtig

Die 350,00 € Vorsteuer aus der Vorauszahlung wurden bereits berücksichtigt.

Sie dürfen bei der Schlussrechnung nicht noch einmal zusätzlich als Vorsteuer geltend gemacht werden.

Merksatz

Anzahlungs-Vorsteuer ist Teil der gesamten Vorsteuer – nicht zusätzlich dazu.

Warum droht sonst eine doppelte Vorsteuer?

Gesamtvorsteuer aus dem Beispiel:

1.400,00 €

Davon bereits bei der Anzahlung berücksichtigt:

350,00 €

Bei der Schlussrechnung dürfen insgesamt deshalb nicht plötzlich:

1.400 + 350 =

1.750,00 €

Vorsteuer entstehen.

Insgesamt dürfen aus dem gesamten Geschäft weiterhin nur:

1.400,00 €

abgezogen werden.

Merksatz

Vorsteuer aus der Anzahlung nicht bei der Schlussrechnung ein zweites Mal holen.

1511 gehört bilanziell zu den geleisteten Anzahlungen

Wirtschaftlich besitzt das Unternehmen nach der Zahlung einen Anspruch gegen den Lieferanten.

Der Lieferant schuldet noch die vereinbarte Lieferung beziehungsweise gegebenenfalls eine Rückzahlung.

In der handelsrechtlichen Bilanzgliederung werden solche Anzahlungen auf Vorräte allerdings nicht unter den normalen Forderungen ausgewiesen.

Sie gehören zu:

Umlaufvermögen → Vorräte → Geleistete Anzahlungen

Merksatz

Wirtschaftlich Anspruch gegen Lieferanten – bilanziell geleistete Anzahlung bei den Vorräten.

Warum gehört die Anzahlung zu den Vorräten?

Die Zahlung steht unmittelbar mit einem zukünftigen Vorratszugang in Verbindung.

Das Unternehmen zahlt nicht primär deshalb, weil der Lieferant ihm später Geld zurückzahlen soll.

Der Zweck der Zahlung ist die spätere Lieferung eines Vorratsgegenstands.

Deshalb folgt die bilanzielle Einordnung dem Zweck der Beschaffung.

Merksatz

Die Anzahlungsposition folgt bilanziell dem späteren Vermögensgegenstand.

Vorräte sind nicht nur Handelswaren

Der Begriff Vorräte ist deutlich breiter als nur Waren, die im Laden weiterverkauft werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Rohstoffe
  • Hilfsstoffe
  • Betriebsstoffe
  • unfertige Erzeugnisse
  • unfertige Leistungen
  • fertige Erzeugnisse
  • Handelswaren
  • geleistete Anzahlungen auf Vorräte

Merksatz

Vorratsvermögen ist mehr als Warenbestand im Verkaufsregal.

Beispiel: Rohstoffe

Ein Lebensmittelhersteller bestellt Rohstoffe, die dem ermäßigten Umsatzsteuersatz unterliegen.

Der Lieferant verlangt vor Lieferung eine Anzahlung.

Sind die Voraussetzungen für 7 % Vorsteuer erfüllt, kann 1511 relevant sein.

Die spätere Verarbeitung des Rohstoffs ändert nichts daran, dass die Vorauszahlung zunächst eine geleistete Anzahlung auf Vorräte darstellt.

Maschinen- oder Ersatzteile können Vorräte sein

Auch Teile für Maschinen können je nach wirtschaftlicher Verwendung Vorräte darstellen.

Beispiel

Ein Unternehmen hält bestimmte Ersatzteile dauerhaft im Lager, um sie bei Bedarf in seinen Maschinen zu verbrauchen.

Solche Teile können als Vorräte beziehungsweise Betriebsstoffe oder Ersatzteilbestände behandelt werden.

Eine Vorauszahlung auf entsprechende Bestände kann daher grundsätzlich in den Bereich der geleisteten Anzahlungen auf Vorräte fallen.

Anders kann es sein, wenn durch den Kauf ein eigenständiger dauerhaft genutzter Vermögensgegenstand des Anlagevermögens angeschafft wird.

Merksatz

Nicht der Name „Maschinenteil“ entscheidet, sondern seine wirtschaftliche Verwendung.

Vorauszahlung auf Anlagevermögen gehört nicht auf 1511

1511 gehört zum Bereich der geleisteten Anzahlungen auf Vorräte.

Eine Vorauszahlung auf eine dauerhaft genutzte Maschine, einen Pkw, eine Büroeinrichtung oder ein anderes Anlagegut gehört dagegen auf ein passendes Anzahlungs- beziehungsweise Anlagekonto.

Beispiel

Anzahlung auf Vorräte mit 7 % Vorsteuer:

→ 1511

Anzahlung auf eine dauerhaft eingesetzte Maschine:

→ passendes Konto für Anzahlungen auf Anlagevermögen

Merksatz

Vorrat = 1511 möglich. Anlagegut = anderes Anzahlungs-/Anlagekonto.

Vorauszahlung auf eine Dienstleistung

Eine gewöhnliche Vorauszahlung für eine Dienstleistung ist nicht automatisch eine Anzahlung auf Vorräte.

Beispiel

Vorauszahlung für Unternehmensberatung:

→ kein Vorratskonto

Vorauszahlung auf bestellte Handelsware:

→ geleistete Anzahlung auf Vorräte

Der zugrunde liegende wirtschaftliche Sachverhalt entscheidet.

1511 ist kein Aufwand

Durch die Vorauszahlung entsteht zunächst kein normaler Aufwand.

Beispiel

Nettoanzahlung:

5.000,00 €

Bank sinkt um den entsprechenden Zahlbetrag.

Dafür entsteht ein Aktivposten von:

5.000,00 €

GuV-Wirkung der Nettoanzahlung:

0,00 €

Merksatz

Anzahlung = Vermögensumschichtung, nicht sofort Aufwand.

1511 und 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die beiden Konten bilden zeitlich gegensätzliche Situationen ab.

1600

Lieferant hat bereits geliefert, das Unternehmen muss noch zahlen.

1511

Unternehmen hat bereits gezahlt, Lieferant muss noch liefern.

Merksatz

1600 = Ware zuerst. 1511 = Geld zuerst.

1511 und 1711 Erhaltene, versteuerte Anzahlungen 7 % USt (Verbindlichkeiten)

Die ähnliche Kontonummer darf nicht verwirren.

1511

Geleistete Anzahlung

Unser Unternehmen bezahlt einem Lieferanten im Voraus.

→ Aktivkonto

1711

Erhaltene Anzahlung

Ein Kunde bezahlt unserem Unternehmen im Voraus.

→ Passivkonto

Merksatz

1511 = wir zahlen. 1711 = Kunde zahlt uns.

Anzahlung wird zurückgezahlt

Kann der Lieferant den Auftrag nicht ausführen, kann die Vorauszahlung zurückerstattet werden.

Beispiel

Bruttoanzahlung:

5.350,00 €

Davon:

5.000,00 € netto

350,00 € Vorsteuer

Der Auftrag wird vollständig rückgängig gemacht.

Dann muss:

  • die geleistete Anzahlung ausgebucht
  • der Zahlungseingang auf der Bank erfasst
  • die zuvor geltend gemachte Vorsteuer korrigiert

werden.

Merksatz

Anzahlung zurück = Aktivposten und Vorsteuerwirkung rückgängig machen.

Teilweise Rückzahlung

Auch eine Teilrückzahlung ist möglich.

Beispiel

Ursprüngliche Nettoanzahlung:

10.000,00 €

Lieferant erstattet netto:

2.000,00 €

Verbleibende Nettoanzahlung:

8.000,00 €

Die dazugehörige Vorsteuer muss entsprechend angepasst werden.

Lieferant wird insolvent

Eine geleistete Anzahlung kann selbst ausfallgefährdet sein.

Beispiel

Nettoanzahlung:

50.000,00 €

Der Lieferant wird insolvent und kann voraussichtlich weder vollständig liefern noch den gesamten Betrag zurückzahlen.

Dann muss geprüft werden, welcher Teil der Anzahlung noch werthaltig ist.

Eine Wertberichtigung beziehungsweise Abschreibung kann erforderlich sein.

Merksatz

Auch ein Anzahlungsanspruch kann wertlos werden.

Insolvenz bedeutet nicht automatisch 100 % Verlust

Möglicherweise bestehen noch:

  • Lieferansprüche
  • Rückzahlungsansprüche
  • Sicherheiten
  • Insolvenzquote
  • Aussonderungsrechte

Deshalb muss der tatsächliche wirtschaftliche Wert beurteilt werden.

Merksatz

Lieferant insolvent = Werthaltigkeit prüfen, nicht automatisch alles abschreiben.

Anzahlung und 0980 Aktive Rechnungsabgrenzung unterscheiden

Diese beiden Konten können auf den ersten Blick ähnlich wirken, weil in beiden Fällen bereits Geld gezahlt wurde.

Der Grund ist aber unterschiedlich.

0980 Aktive Rechnungsabgrenzung

Eine bereits geleistete Zahlung betrifft Aufwand einer späteren Periode.

1511

Eine Vorauszahlung wurde auf eine Lieferung geleistet, die noch gar nicht erfolgt ist.

Merksatz

ARA = Aufwand zeitlich verschieben. 1511 = noch auf Lieferung warten.

Buchung über Kreditorenkonto

In der Praxis wird die Anzahlungsrechnung häufig auf dem individuellen Lieferantenkonto geführt.

Dadurch bleiben Anzahlungsrechnung, Zahlung und spätere Schlussrechnung im OPOS-System nachvollziehbar.

Für die bilanzielle Darstellung kann eine zusätzliche Verrechnung auf das entsprechende Anzahlungs-konto erforderlich sein.

DATEV stellt hierfür spezielle Verrechnungskonten bereit.

Merksatz

OPOS beim Kreditor und Bilanzausweis der Anzahlung müssen zusammenpassen.

Schlussrechnung und Kreditor

Nach Lieferung erhält das Unternehmen die endgültige Rechnung.

Nun müssen:

  • der gesamte Einkauf
  • die gesamte Vorsteuer
  • die bereits geleistete Anzahlung
  • die bereits abgezogene Anzahlungs-Vorsteuer
  • der noch offene Restbetrag

korrekt miteinander verrechnet werden.

Nach vollständiger Verrechnung sollte kein unbegründeter Anzahlungs-OPOS bestehen bleiben.

1511 am Jahresende

Ist die Zahlung bereits erfolgt, die Lieferung aber zum Bilanzstichtag noch nicht eingegangen, bleibt die Anzahlung als Aktivposten bestehen.

Beispiel

Anzahlung geleistet:

15.12.2026

Lieferung:

20.01.2027

Nettoanzahlung:

10.000,00 €

Zum 31.12.2026 steht die Nettoanzahlung weiterhin in der Bilanz.

Bei erfüllten Voraussetzungen wurde die Vorsteuer von:

700,00 €

bereits separat berücksichtigt.

Merksatz

Noch keine Lieferung am Jahresende = Anzahlung bleibt Aktivposten.

Warum wird 1511 über das SBK abgeschlossen?

1511 ist ein Bestandskonto.

Der Anspruch gegenüber dem Lieferanten besteht am Jahresende weiterhin.

Deshalb wird der Saldo über das Schlussbilanzkonto (SBK) abgeschlossen und in das nächste Geschäftsjahr übernommen.

Merksatz

Offene geleistete Anzahlung verschwindet nicht durch den Jahreswechsel.

Was zeigt der Saldo des Kontos?

Der typische Sollsaldo von 1511 zeigt den Nettoanteil der geleisteten Anzahlungen mit 7 % Vorsteuer, die noch nicht durch Lieferung, Verrechnung oder Rückzahlung erledigt wurden.

Beispiel

Lieferant A:

5.000,00 € netto

Lieferant B:

8.000,00 € netto

Lieferant C:

2.000,00 € netto

Saldo 1511:

5.000 + 8.000 + 2.000 =

15.000,00 € Soll

Die dazugehörige Vorsteuer wird getrennt ausgewiesen.

Merksatz

Saldo 1511 = noch offene Nettoanzahlungen mit 7-%-Vorsteuerbezug.

Warum wäre ein Habensaldo auffällig?

1511 ist ein Aktivkonto mit normaler Sollseite.

Ein Habensaldo sollte deshalb geprüft werden.

Mögliche Ursachen:

  • Anzahlung wurde doppelt verrechnet
  • Rückzahlung wurde gebucht, obwohl die ursprüngliche Anzahlung fehlt
  • Schlussrechnung wurde falsch verrechnet
  • Soll und Haben wurden vertauscht
  • falsches Steuerkonto wurde verwendet

Merksatz

1511 sollte normalerweise Soll oder null zeigen.

Abstimmung zum Jahresabschluss

Zum Bilanzstichtag sollte geprüft werden:

  • Welcher Lieferant hat die Anzahlung erhalten?
  • Welche Bestellung gehört dazu?
  • Liegt eine ordnungsgemäße Anzahlungsrechnung vor?
  • Wurde die Zahlung tatsächlich geleistet?
  • Wurde die Vorsteuer korrekt berücksichtigt?
  • Ist die Lieferung inzwischen erfolgt?
  • Wurde die Schlussrechnung bereits gebucht?
  • Wurde die Anzahlung richtig verrechnet?
  • Besteht ein Ausfallrisiko beim Lieferanten?
  • Sind alte Salden nachvollziehbar?

Merksatz

Jeder 1511-Saldo sollte zu einer konkreten offenen Beschaffung gehören.

Alte Salden sind ein Warnsignal

Steht eine Anzahlung über lange Zeit unverändert auf 1511, sollte geprüft werden:

  • Ware längst geliefert?
  • Schlussrechnung nicht verrechnet?
  • Rückzahlung vergessen?
  • Lieferant insolvent?
  • falscher Kreditor?
  • Anzahlungsbuchung doppelt oder unvollständig?

Merksatz

1511 ist kein Parkplatz für alte Lieferantenguthaben.

Was wird typischerweise auf Konto 1511 gebucht?

Typischerweise werden auf 1511 erfasst:

  • geleistete Anzahlungen auf Vorräte mit 7 % Vorsteuer
  • Vorauszahlungen auf Waren mit 7 % Vorsteuer
  • entsprechende Anzahlungen auf Roh-, Hilfs- oder Betriebsstoffe
  • Verrechnung mit der späteren Lieferantenrechnung
  • Rückzahlungen solcher Vorauszahlungen
  • Korrekturen entsprechender Anzahlungen

Was gehört typischerweise nicht auf Konto 1511?

Nicht beziehungsweise nicht automatisch auf 1511 gehören:

Kontoart und Abschluss

Kontonummer: 1511 Kontenbezeichnung: Geleistete Anzahlungen, 7 % Vorsteuer Kontenart: Aktivkonto · Vorsteuer-Automatikkonto Kontenklasse: 1 Kategorie: Umlaufvermögen Bereich: Vorräte · Geleistete Anzahlungen Normale Kontoseite: Soll Zugang/Anzahlung: Soll Verrechnung/Rückzahlung: Haben Abschluss: SBK Bilanz: Aktivseite · Umlaufvermögen · Vorräte · Geleistete Anzahlungen GuV: Nicht direkt in der GuV

Typische Fehler

1511 als gewöhnliche Forderung einordnen

Wirtschaftlich besitzt das Unternehmen zwar einen Anspruch gegen den Lieferanten, bilanziell wird die Position jedoch als geleistete Anzahlung innerhalb der Vorräte ausgewiesen.

Anzahlung sofort als Aufwand buchen

Die Zahlung ist zunächst ein Aktivtausch und kein Aufwand.

Anzahlung sofort als Wareneingang behandeln

Solange die Lieferung noch aussteht, liegt noch kein normaler Wareneingang vor.

Vorsteuer nur wegen der Rechnung abziehen

Bei einer Vorauszahlung muss zusätzlich tatsächlich gezahlt worden sein.

Vorsteuer nur wegen des Bankabgangs abziehen

Eine ordnungsgemäße Rechnung muss ebenfalls vorliegen.

19-%-Anzahlung auf 1511 buchen

Dafür ist 1518 Geleistete Anzahlungen, 19 % Vorsteuer vorgesehen.

Steuerautomatik und manuelle Vorsteuer doppelt verwenden

Dadurch wird die Vorsteuer zu hoch erfasst.

Schlussrechnung nicht mit der Anzahlung verrechnen

Dann bleibt 1511 fälschlich bestehen.

Vorsteuer aus Anzahlung bei der Schlussrechnung erneut vollständig abziehen

Dadurch entsteht eine doppelte Vorsteuer.

Anlagevermögen auf 1511 buchen

Vorauszahlungen auf dauerhaft genutzte Anlagegüter gehören auf entsprechende Anlagekonten.

Alte Anzahlungen nicht kontrollieren

Jeder Saldo sollte einem konkreten Lieferanten und einer offenen Beschaffung zugeordnet werden können.

Verwandte Konten

Kurz zusammengefasst

Das Konto 1511 Geleistete Anzahlungen, 7 % Vorsteuer erfasst Vorauszahlungen an Lieferanten auf noch nicht gelieferte Vorräte, wenn der zugrunde liegende Einkauf dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 % unterliegt. 1511 ist ein Aktivkonto und die Zahlung stellt zunächst keinen Aufwand und keinen Wareneingang dar. Liegen eine ordnungsgemäße Anzahlungsrechnung und die tatsächliche Zahlung vor, kann die Vorsteuer grundsätzlich bereits vor der späteren Lieferung abgezogen werden. 1511 ist ein DATEV-Automatikkonto, sodass die 7-%-Vorsteuer bei korrekter Verwendung automatisch berücksichtigt werden kann. Nach Lieferung muss die Anzahlung mit der endgültigen Lieferantenrechnung verrechnet werden; bereits geltend gemachte Vorsteuer darf dabei nicht doppelt berücksichtigt werden.

Kurzform: Lieferant bekommt Geld vor Lieferung + 7 % Vorsteuer = 1511 im Soll. Rechnung und Zahlung erforderlich. 19 % = 1518. Lieferung später = Anzahlung verrechnen.

QUELLEN & STAND

Fachliche Grundlagen

Zuletzt aktualisiert:

Die Quellen bilden die fachliche Grundlage des Artikels. Die Darstellung ist didaktisch vereinfacht und ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall.