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SKR03 · KONTO 3200

Wareneingang

Das Konto 3200 Wareneingang erfasst den Einkauf von Waren, die ein Unternehmen zum Weiterverkauf anschafft. Wareneinkäufe werden grundsätzlich im Soll gebucht und gehören in der Gewinn- und Verlustrechnung zu den Aufwendungen für bezogene Waren.

Das Konto auf einen Blick

Kontoart
Aufwandskonto
Kategorie
Aufwand
Normale Seite
Soll
Abschluss
GuV
Bilanz
Nicht in der Bilanz
GuV
Aufwand

Einfach erklärt

Auf dem Konto 3200 Wareneingang werden Waren erfasst, die ein Unternehmen einkauft, um sie anschließend weiterzuverkaufen.

Typische Beispiele sind:

  • Kleidung bei einem Modehändler
  • Lebensmittel bei einem Lebensmittelgeschäft
  • Computer bei einem Elektronikhändler
  • Ersatzteile bei einem Teilehändler
  • Handelswaren eines Online-Shops

Die eingekauften Waren sind also nicht dafür bestimmt, dauerhaft im Unternehmen genutzt zu werden. Sie sollen wieder verkauft werden.

Konto 3200 ist deshalb kein Anlagekonto, sondern ein Aufwandskonto für bezogene Waren.

Soll oder Haben?

Wareneinkäufe erhöhen den Aufwand und werden deshalb grundsätzlich im Soll gebucht.

  • Waren werden eingekauft → Soll
  • Rücksendung, Gutschrift oder andere Minderung des Wareneinkaufs → Haben

Merksatz

Ware kommt zum Weiterverkauf ins Unternehmen = Wareneingang im Soll.

Praxisbeispiel 1: Waren werden auf Rechnung gekauft

Ein Händler kauft Waren für 1.000,00 € netto zuzüglich 190,00 € Umsatzsteuer.

Der Lieferant stellt eine Rechnung über 1.190,00 €, die erst später bezahlt wird.

Buchungssatz

3200 Wareneingang 1.000,00 € 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 190,00 € an 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.190,00 €

Der Wareneingang wird mit dem Nettobetrag im Soll erfasst.

Die abzugsfähige Vorsteuer wird getrennt auf 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % gebucht.

Die Verbindlichkeit gegenüber dem Lieferanten beträgt den vollständigen Bruttobetrag von 1.190,00 €.

Praxisbeispiel 2: Waren werden sofort bezahlt

Ein Unternehmen kauft Handelswaren für 500,00 € netto zuzüglich 95,00 € Umsatzsteuer und bezahlt direkt über das Geschäftskonto.

Buchungssatz

3200 Wareneingang 500,00 € 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 95,00 € an 1200 Bank 595,00 €

Da unmittelbar bezahlt wird, entsteht keine offene Lieferantenverbindlichkeit.

Was ist überhaupt „Ware“?

Ware ist ein Gegenstand, den das Unternehmen grundsätzlich zum Weiterverkauf anschafft.

Beispiel

Ein Möbelhändler kauft einen Schreibtisch, um ihn an einen Kunden weiterzuverkaufen.

→ Wareneingang

Der gleiche Möbelhändler kauft einen Schreibtisch, damit seine eigene Buchhaltung daran arbeitet.

→ keine Handelsware, sondern gegebenenfalls 0420 Büroeinrichtung beziehungsweise abhängig vom Wert und Sachverhalt ein anderes passendes Konto

Merksatz

Nicht der Gegenstand allein entscheidet über das Konto, sondern wofür das Unternehmen ihn kauft.

Ware oder Anlagevermögen?

Das ist eine wichtige Abgrenzung.

Handelsware

Der Gegenstand soll verkauft werden.

→ 3200 Wareneingang beziehungsweise ein passendes spezielleres Wareneingangskonto

Anlagevermögen

Der Gegenstand soll dauerhaft im eigenen Unternehmen genutzt werden.

→ beispielsweise 0200 Technische Anlagen und Maschinen, 0320 Pkw oder 0420 Büroeinrichtung

Beispiel

Ein Autohändler kauft einen Pkw für 30.000,00 €, um ihn weiterzuverkaufen.

Der Pkw ist für den Autohändler Ware.

Kauft dasselbe Autohaus einen Pkw als eigenes Firmenfahrzeug für den Außendienst, gehört dieser dagegen grundsätzlich zum Anlagevermögen und kann auf 0320 Pkw erfasst werden.

Wareneingang oder Bürobedarf?

Auch Verbrauchsmaterial des eigenen Unternehmens ist nicht automatisch Ware.

Ein Online-Händler kauft beispielsweise Druckerpapier für die eigene Verwaltung.

Das Papier soll nicht verkauft werden, sondern wird im eigenen Betrieb verbraucht.

→ beispielsweise 4930 Bürobedarf

Kauft ein Schreibwarenhändler dagegen genau dasselbe Papier, um es seinen Kunden zu verkaufen:

→ Wareneingang

Kurz gesagt

Zum Weiterverkauf gekauft = Ware. Für den eigenen Betrieb gekauft = normalerweise kein Wareneingang.

3200 oder 3400 Wareneingang 19 % Vorsteuer?

Der SKR03 enthält neben dem allgemeinen Konto 3200 mehrere speziellere Wareneingangskonten.

Dazu gehören beispielsweise:

  • 3300 Wareneingang 7 % Vorsteuer
  • 3400 Wareneingang 19 % Vorsteuer

Konto 3200 Wareneingang ist das allgemeine Wareneingangskonto.

Bei einer tatsächlichen DATEV-Buchführung werden häufig die nach Umsatzsteuersätzen differenzierten Konten beziehungsweise entsprechende Steuerschlüssel verwendet.

Bei 3400 Wareneingang 19 % Vorsteuer kann die Vorsteuer aufgrund der DATEV-Kontenfunktion automatisch verarbeitet werden.

Für Lernzwecke ist die getrennte Darstellung jedoch besonders verständlich:

3200 Wareneingang netto + 1576 Vorsteuer = Bruttobetrag der Rechnung

Wichtig

Welches Wareneingangskonto tatsächlich verwendet wird, hängt vom Steuersatz, dem Sachverhalt und der Einrichtung der Buchhaltung ab.

Praxisbeispiel 3: Ware wird zurückgeschickt

Ein Unternehmen hat Waren für 1.000,00 € netto zuzüglich 190,00 € Vorsteuer auf Rechnung gekauft.

Später werden Waren im Nettowert von 200,00 € an den Lieferanten zurückgeschickt.

Der Lieferant erstellt eine entsprechende Gutschrift über:

200,00 € netto 38,00 € Umsatzsteuer 238,00 € brutto

Buchungssatz

1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 238,00 € an 3200 Wareneingang 200,00 € an 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 38,00 €

Der Wareneinkauf wird im Haben vermindert.

Gleichzeitig sinkt die ursprünglich erfasste Vorsteuer und die Verbindlichkeit gegenüber dem Lieferanten wird kleiner.

Warum steht eine Rücksendung im Haben?

Beim ursprünglichen Einkauf wurde 3200 im Soll erhöht.

Wird ein Teil der Ware zurückgegeben, muss dieser ursprüngliche Wareneinkauf wieder vermindert werden.

Deshalb erfolgt die Korrektur im Haben.

Merksatz

Einkauf = Soll. Rückgabe = Haben.

Praxisbeispiel 4: Lieferant gewährt Skonto

Eine Lieferantenrechnung beträgt:

1.000,00 € netto 190,00 € Vorsteuer 1.190,00 € brutto

Das Unternehmen erhält bei schneller Zahlung 2 % Skonto.

Skonto brutto:

1.190,00 € × 2 % = 23,80 €

Davon entfallen:

20,00 € auf den Warenwert 3,80 € auf die Vorsteuer

Tatsächlich überwiesen werden:

1.166,20 €

Für entsprechende erhaltene Skonti mit 19 % Vorsteuer steht im SKR03 beispielsweise 3736 Erhaltene Skonti 19 % Vorsteuer zur Verfügung.

Buchungssatz

1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.190,00 € an 1200 Bank 1.166,20 € an 3736 Erhaltene Skonti 19 % Vorsteuer 20,00 € an 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 3,80 €

Durch das Skonto vermindern sich nachträglich die Anschaffungskosten der Ware und die abzugsfähige Vorsteuer.

Wareneingang ist nicht dasselbe wie Warenbestand

Dieser Unterschied ist besonders wichtig.

3200 Wareneingang

Hier werden die Einkäufe während des Geschäftsjahres erfasst.

3980 Waren (Bestand)

Hier wird der tatsächlich vorhandene Warenbestand bilanziell ausgewiesen.

Vereinfacht gesagt

3200 = Was haben wir im Laufe des Jahres eingekauft? 3980 = Was davon liegt am Bilanzstichtag noch im Lager?

Das sind zwei unterschiedliche Informationen.

Beispiel: Nicht alle eingekauften Waren wurden verkauft

Ein Unternehmen kauft während des Jahres Waren für insgesamt 100.000,00 € ein.

Am Jahresende befinden sich davon noch Waren im Wert von 20.000,00 € im Lager.

Es wäre wirtschaftlich nicht richtig, die gesamten 100.000,00 € dauerhaft als Aufwand des Jahres zu behandeln, wenn ein Teil der Ware noch vorhanden ist.

Der verbliebene Warenbestand besitzt weiterhin einen Vermögenswert.

Deshalb wird der tatsächliche Lagerbestand zum Jahresabschluss über die Bestandskonten berücksichtigt.

Inventur am Jahresende

Zum Jahresabschluss wird der tatsächliche Warenbestand beispielsweise durch eine Inventur festgestellt und bewertet.

Dieser Bestand wird mit dem buchhalterischen Warenbestand verglichen.

Im SKR03 werden hierfür unter anderem verwendet:

Damit wird verhindert, dass Waren, die am Jahresende noch vorhanden sind, vollständig als Aufwand des Jahres behandelt werden.

Bestandserhöhung

Angenommen, der Warenbestand betrug zu Jahresbeginn 10.000,00 €.

Am Jahresende beträgt er 15.000,00 €.

Der Warenbestand ist also um 5.000,00 € gestiegen.

Buchungssatz

3980 Waren (Bestand) 5.000,00 € an 3950 Bestandsveränderungen Waren 5.000,00 €

Der höhere Warenbestand wird auf der Aktivseite der Bilanz erfasst.

Gleichzeitig vermindert die Bestandserhöhung den wirtschaftlichen Wareneinsatz des Geschäftsjahres.

Bestandsminderung

Angenommen, der Warenbestand betrug zu Jahresbeginn 15.000,00 €.

Am Jahresende sind nur noch Waren im Wert von 10.000,00 € vorhanden.

Der Bestand hat sich um 5.000,00 € vermindert.

Buchungssatz

3950 Bestandsveränderungen Waren 5.000,00 € an 3980 Waren (Bestand) 5.000,00 €

Die Bestandsminderung erhöht den Warenaufwand des Geschäftsjahres entsprechend.

Was ist der Wareneinsatz?

Der Wareneinsatz bezeichnet vereinfacht den Wert der Waren, die tatsächlich für die im Geschäftsjahr verkauften Waren eingesetzt wurden.

Eine vereinfachte Berechnung lautet:

Anfangsbestand Waren + Wareneinkäufe + Bezugskosten − Einkaufspreisminderungen − Schlussbestand Waren = Wareneinsatz

Damit wird deutlich:

Wareneingang und Wareneinsatz sind nicht automatisch identisch.

Wenn sich der Warenbestand verändert, muss diese Veränderung berücksichtigt werden.

Bezugskosten beim Wareneinkauf

Beim Einkauf von Waren können zusätzliche Kosten entstehen, beispielsweise:

  • Fracht
  • Transport
  • Verpackung
  • Zoll
  • andere unmittelbare Bezugskosten

Diese Kosten können zu den Anschaffungskosten der Waren gehören.

Im SKR03 steht für Bezugsnebenkosten beispielsweise 3800 Bezugsnebenkosten zur Verfügung.

Beispiel

Warenwert netto: 5.000,00 € Fracht netto: 300,00 €

Für die Ermittlung des tatsächlichen Wareneinsatzes müssen solche Anschaffungsnebenkosten entsprechend berücksichtigt werden.

Wareneingang und Umsatz gehören nicht auf dasselbe Konto

Der Einkauf einer Ware und ihr späterer Verkauf sind zwei unterschiedliche Vorgänge.

Einkauf

Das Unternehmen kauft die Ware vom Lieferanten.

→ 3200 beziehungsweise entsprechendes Wareneingangskonto

Verkauf

Das Unternehmen verkauft die Ware an seinen Kunden.

→ beispielsweise 8400 Erlöse 19 % USt

Beispiel

Ware wird für 100,00 € netto eingekauft und später für 160,00 € netto verkauft.

Einkauf:

3200 Wareneingang 100,00 €

Verkauf:

8400 Erlöse 19 % USt 160,00 €

Die Differenz darf nicht einfach als Gewinn betrachtet werden, da zusätzlich andere betriebliche Aufwendungen berücksichtigt werden müssen.

Was wird typischerweise auf Konto 3200 gebucht?

Typische Vorgänge sind insbesondere:

  • Einkauf von Handelswaren
  • Zugang von Waren zum Weiterverkauf
  • Wareneinkäufe auf Rechnung
  • sofort bezahlte Wareneinkäufe
  • Rücksendungen als Minderung des Wareneingangs
  • Lieferantengutschriften
  • weitere Korrekturen des Wareneinkaufs

Für bestimmte Umsatzsteuersätze und besondere umsatzsteuerliche Sachverhalte stehen im SKR03 speziellere Wareneingangskonten zur Verfügung.

Was gehört nicht auf 3200?

Nicht auf das allgemeine Wareneingangskonto gehören beispielsweise:

Kontoart und Abschluss

Kontonummer: 3200 Kontenart: Aufwandskonto / Wareneingangskonto Kontenklasse: 3 Bereich: Aufwendungen für bezogene Waren Normale Kontoseite: Soll Wareneinkäufe: Soll Rücksendungen und Minderungen: Haben Abschluss: über die Gewinn- und Verlustrechnung Bilanz: Konto 3200 selbst ist kein Warenbestandskonto GuV: Aufwendungen für bezogene Waren

Zum Jahresabschluss müssen vorhandene Warenbestände über die entsprechenden Bestandskonten und Bestandsveränderungen berücksichtigt werden.

Was zeigt der Saldo des Kontos?

Der Sollsaldo von Konto 3200 zeigt die im Geschäftsjahr auf diesem Konto erfassten Wareneinkäufe abzüglich direkt auf diesem Konto gebuchter Minderungen.

Der Saldo sagt jedoch nicht automatisch, wie hoch der tatsächliche Warenbestand oder endgültige Wareneinsatz ist.

Dafür müssen zusätzlich beispielsweise berücksichtigt werden:

Typische Fehler

Jeden Einkauf auf Wareneingang buchen

Nur Gegenstände, die als Waren beziehungsweise Handelswaren zum Weiterverkauf bestimmt sind, gehören auf ein Wareneingangskonto. Betriebliche Verbrauchsgüter und Anlagevermögen müssen anders behandelt werden.

Wareneingang mit Warenbestand verwechseln

3200 zeigt die Einkäufe während des Jahres. 3980 Waren (Bestand) zeigt dagegen den bilanziellen Warenbestand.

Den Bruttobetrag als Wareneingang buchen

Bei vollständigem Vorsteuerabzug wird der Wareneingang grundsätzlich netto erfasst. Die abzugsfähige Vorsteuer wird separat beispielsweise über 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % berücksichtigt.

Bei der späteren Zahlung erneut Wareneingang buchen

Wurde eine Lieferantenrechnung bereits als Wareneingang gegen 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfasst, wird bei der späteren Zahlung nur noch die Verbindlichkeit ausgeglichen:

1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an 1200 Bank

Der Wareneingang wird nicht erneut gebucht.

Rücksendungen erneut als Aufwand erfassen

Eine Warenrücksendung vermindert den ursprünglichen Einkauf. Deshalb wird das Wareneingangskonto grundsätzlich im Haben korrigiert.

3200 und 3400 ohne Blick auf die Steuerlogik verwechseln

Der SKR03 enthält verschiedene Wareneingangskonten. 3400 Wareneingang 19 % Vorsteuer ist speziell für entsprechende Einkäufe mit 19 % Vorsteuer vorgesehen. Welches Konto verwendet wird, hängt von der Einrichtung und dem steuerlichen Sachverhalt ab.

Lagerbestand am Jahresende ignorieren

Nicht jede eingekaufte Ware wurde automatisch verkauft. Der tatsächlich vorhandene Schlussbestand muss im Jahresabschluss berücksichtigt und bewertet werden.

Verwandte Konten

Kurz zusammengefasst

Das Konto 3200 Wareneingang erfasst Waren, die ein Unternehmen zum Weiterverkauf einkauft. Wareneinkäufe werden grundsätzlich im Soll gebucht, Rücksendungen und andere Minderungen im Haben. Das Konto zeigt jedoch nicht den tatsächlichen Warenbestand am Jahresende. Dieser wird separat über Konten wie 3980 Waren (Bestand) und 3950 Bestandsveränderungen Waren berücksichtigt.

Kurzform: Wir kaufen etwas, um es wieder zu verkaufen → Wareneingang. Wir kaufen etwas, um es selbst dauerhaft zu benutzen → kein Wareneingang.

QUELLEN & STAND

Fachliche Grundlagen

Zuletzt aktualisiert:

Die Quellen bilden die fachliche Grundlage des Artikels. Die Darstellung ist didaktisch vereinfacht und ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall.