Einfach erklärt
Das Konto 1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt zeigt, welche bereits abgerechneten Löhne und Gehälter ein Unternehmen seinen Arbeitnehmern noch auszahlen muss.
Ein Arbeitnehmer hat beispielsweise für einen Monat sein Gehalt verdient.
Die Lohnabrechnung ist erstellt, aber die Überweisung erfolgt erst einige Tage später.
Dann besteht gegenüber dem Arbeitnehmer eine Verbindlichkeit.
Diese offene Verpflichtung wird auf 1740 erfasst.
In der Praxis betrifft 1740 insbesondere den auszuzahlenden Nettobetrag der Lohn- und Gehaltsabrechnung.
Merksatz
Lohn ist abgerechnet, aber noch nicht ausgezahlt = 1740 im Haben.
Soll oder Haben?
1740 ist ein Passivkonto.
Deshalb gilt grundsätzlich:
- Verbindlichkeit gegenüber Arbeitnehmer entsteht → Haben
- Lohn oder Gehalt wird ausgezahlt → Soll
Bei der Lohnabrechnung
1740 wird im Haben angesprochen.
Bei der Auszahlung
1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt an 1200 Bank
Merksatz
Lohnschuld entsteht = Haben. Auszahlung = Soll.
Warum steht auf 1740 normalerweise der Nettolohn?
Vom Bruttolohn eines Arbeitnehmers werden verschiedene Beträge einbehalten.
Dazu gehören beispielsweise:
- Lohnsteuer
- gegebenenfalls Kirchensteuer
- Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung
Diese Beträge schuldet der Arbeitgeber nicht dem Arbeitnehmer, sondern anderen Stellen.
Deshalb werden sie auf eigenen Verbindlichkeitskonten erfasst.
Typischerweise:
- 1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer
- 1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit
Auf 1740 verbleibt im typischen Abrechnungsschema der Betrag, der tatsächlich an den Arbeitnehmer auszuzahlen ist.
Merksatz
1740 = Arbeitnehmer. 1741 = Finanzamt. 1742 = Sozialversicherung.
Praxisbeispiel 1: Einfache Lohnabrechnung
Ein Arbeitnehmer hat einen Bruttolohn von:
5.000,00 €
Davon werden vereinfacht einbehalten:
Lohn- und Kirchensteuer:
800,00 €
Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung:
1.000,00 €
Auszahlungsbetrag:
5.000 − 800 − 1.000 =
3.200,00 €
Vereinfachte Buchungslogik
4100 Löhne und Gehälter 5.000,00 € an 1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 3.200,00 € an 1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer 800,00 € an 1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.000,00 €
Damit zeigt die Buchhaltung:
- 5.000,00 € Personalaufwand
- 3.200,00 € Verpflichtung gegenüber dem Arbeitnehmer
- 800,00 € Verpflichtung gegenüber dem Finanzamt
- 1.000,00 € Verpflichtung im Sozialversicherungsbereich
Merksatz
Bruttolohn wird auf verschiedene Zahlungsempfänger aufgeteilt.
Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung
Zusätzlich zum Bruttolohn entstehen regelmäßig Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung.
Diese stellen zusätzlichen Personalaufwand des Unternehmens dar.
Dafür kann beispielsweise relevant sein:
4130 Gesetzliche soziale Aufwendungen
Die daraus entstehende Verpflichtung gegenüber den Sozialversicherungsträgern wird ebenfalls im Sozialversicherungsbereich erfasst und nicht auf 1740.
Vereinfachtes Gesamtbeispiel
Bruttolohn:
5.000,00 €
Arbeitgeberanteile Sozialversicherung:
1.000,00 €
Nettoauszahlung Arbeitnehmer:
3.200,00 €
Lohnsteuer:
800,00 €
gesamte Sozialversicherungsverbindlichkeit im Beispiel:
2.000,00 €
Buchungslogik
4100 Löhne und Gehälter 5.000,00 € 4130 Gesetzliche soziale Aufwendungen 1.000,00 € an 1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 3.200,00 € an 1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer 800,00 € an 1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 2.000,00 €
Soll und Haben betragen jeweils:
6.000,00 €
Auszahlung des Nettolohns
Nach der Lohnabrechnung steht beispielsweise auf 1740 eine Verbindlichkeit von:
3.200,00 €
Die Überweisung an den Arbeitnehmer erfolgt zwei Tage später.
Buchung
1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 3.200,00 € an 1200 Bank 3.200,00 €
Danach ist die entsprechende Verbindlichkeit gegenüber dem Arbeitnehmer ausgeglichen.
Wichtig
Bei der Auszahlung entsteht kein neuer Lohnaufwand.
Der Lohnaufwand wurde bereits bei der Lohnabrechnung erfasst.
Merksatz
Lohnabrechnung erzeugt den Aufwand. Auszahlung begleicht nur die Verbindlichkeit.
Typischer Fehler: Lohn bei Auszahlung noch einmal als Aufwand buchen
Angenommen, die Lohnabrechnung wurde bereits gebucht:
4100 Löhne und Gehälter an 1740 / 1741 / 1742
Dann wäre bei der späteren Auszahlung folgende Buchung falsch:
4100 Löhne und Gehälter an 1200 Bank
Dadurch würde der Personalaufwand doppelt erfasst.
Richtig ist:
1740 an 1200 Bank
Merksatz
Bereits abgerechnet = bei Zahlung nicht noch einmal Aufwand buchen.
1740 oder 1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer?
Die beiden Konten gehören zur Lohnabrechnung, haben aber verschiedene Gläubiger.
1740
Verbindlichkeit gegenüber den Arbeitnehmern.
1741
Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt aus einbehaltener Lohn- und Kirchensteuer.
Beispiel
Netto an Arbeitnehmer:
3.200,00 €
→ 1740
Lohnsteuer:
800,00 €
→ 1741
Merksatz
Arbeitnehmer bekommt Netto = 1740. Finanzamt bekommt Lohnsteuer = 1741.
1740 oder 1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit?
Auch Sozialversicherungsbeiträge gehören nicht auf 1740.
1740
offener Auszahlungsbetrag gegenüber Arbeitnehmern
1742
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern
Dazu gehören je nach Abrechnung Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile, soweit sie über dieses Konto abgewickelt werden.
Merksatz
Krankenkasse beziehungsweise Sozialversicherung = 1742, nicht 1740.
Praxisbeispiel 2: Alle Zahlungen werden getrennt ausgeführt
Nach der Lohnabrechnung bestehen:
1740 Arbeitnehmer:
30.000,00 €
1741 Finanzamt:
8.000,00 €
1742 Sozialversicherung:
20.000,00 €
Auszahlung der Arbeitnehmer
1740 30.000,00 € an 1200 Bank 30.000,00 €
Zahlung an das Finanzamt
1741 8.000,00 € an 1200 Bank 8.000,00 €
Zahlung an die Sozialversicherung
1742 20.000,00 € an 1200 Bank 20.000,00 €
So werden die drei unterschiedlichen Gläubigergruppen sauber getrennt.
1740 ist kein Aufwandskonto
Obwohl das Konto eng mit Löhnen und Gehältern zusammenhängt, ist 1740 kein Personalaufwandskonto.
1740 zeigt nur die noch offene Verpflichtung.
Personalaufwand
beispielsweise:
Verbindlichkeit gegenüber Arbeitnehmern
→ 1740
Merksatz
4100 zeigt Aufwand. 1740 zeigt Schuld.
Was passiert am Monatsende?
In vielen Unternehmen läuft der Ablauf vereinfacht so:
- Lohnabrechnung wird erstellt.
- Personalaufwand wird erfasst.
- Nettolohn wird als Verbindlichkeit auf 1740 gebucht.
- Steuer- und Sozialversicherungsverbindlichkeiten werden auf eigenen Konten erfasst.
- Arbeitnehmer erhalten ihren Nettolohn.
- 1740 wird durch die Bankzahlung ausgeglichen.
Dadurch können Abrechnung und tatsächlicher Zahlungsverkehr zeitlich auseinanderliegen, ohne dass der Lohnaufwand doppelt gebucht wird.
Lohnzahlung erfolgt erst im Folgemonat
Ein typischer Jahresabschlussfall:
Die Dezembergehälter sind bereits zum 31. Dezember entstanden und abgerechnet.
Die Auszahlung erfolgt aber erst Anfang Januar.
Dann besteht zum Bilanzstichtag eine Verbindlichkeit gegenüber den Arbeitnehmern.
Beispiel
Dezember-Nettoentgelte:
25.000,00 €
Auszahlung:
2. Januar
Am 31. Dezember steht auf 1740:
25.000,00 € Haben
Dieser Betrag wird auf der Passivseite der Bilanz als Verbindlichkeit ausgewiesen.
Zahlung im Januar
1740 25.000,00 € an 1200 Bank 25.000,00 €
Merksatz
Noch nicht ausgezahlter Dezemberlohn bleibt zum Jahresende als Verbindlichkeit stehen.
Warum wird 1740 über das SBK abgeschlossen?
1740 ist ein Bestandskonto.
Ein offener Betrag verschwindet am Jahresende nicht einfach.
Ist der Lohn zum 31. Dezember noch nicht bezahlt, besteht die Schuld auch am 1. Januar des Folgejahres weiter.
Deshalb wird der Saldo über das Schlussbilanzkonto (SBK) abgeschlossen und anschließend in das neue Jahr vorgetragen.
Merksatz
Offene Lohnschuld am Jahresende = Bilanz, nicht GuV-Abschluss.
Praxisbeispiel 3: Jahreswechsel
Saldo 1740 zum 31.12.:
18.000,00 € Haben
Dieser Betrag stellt noch nicht ausgezahlte Arbeitnehmeransprüche dar.
Im Folgejahr wird der Betrag als Anfangsbestand übernommen.
Bei Auszahlung:
1740 18.000,00 € an 1200 Bank 18.000,00 €
Danach ist der alte Lohnanspruch ausgeglichen.
Was zeigt der Saldo des Kontos?
Der typische Habensaldo auf 1740 zeigt, wie viel bereits abgerechnetes Arbeitsentgelt den Arbeitnehmern noch geschuldet wird.
Beispiel
Anfangsbestand:
5.000,00 € Haben
neue Nettoentgeltverbindlichkeiten:
40.000,00 € Haben
Auszahlungen:
42.000,00 € Soll
verbleibender Saldo:
5.000 + 40.000 − 42.000 =
3.000,00 € Haben
Das Unternehmen schuldet Arbeitnehmern noch:
3.000,00 €
Merksatz
Habensaldo 1740 = noch auszuzahlender Lohn beziehungsweise Gehalt.
Warum wäre ein Sollsaldo auffällig?
1740 ist ein Passivkonto und sollte typischerweise einen Habensaldo besitzen.
Ein Sollsaldo kann beispielsweise entstehen durch:
- Überzahlung eines Arbeitnehmers
- Zahlung wurde doppelt gebucht
- Lohnabrechnung fehlt
- Abschlagszahlung oder Vorschuss wurde falsch kontiert
- Soll und Haben wurden vertauscht
- Korrekturlauf wurde nicht vollständig verbucht
Ein dauerhafter Sollsaldo sollte deshalb geprüft werden.
Merksatz
1740 soll offene Schulden gegenüber Arbeitnehmern zeigen – kein dauerhaftes Guthaben des Unternehmens.
Abschlagszahlungen und Vorschüsse
Arbeitnehmer können vor der endgültigen Lohnabrechnung einen Abschlag oder Vorschuss erhalten.
Dann ist zu unterscheiden:
- endgültig abgerechneter Lohn
- vorab geleistete Zahlung
Eine solche Vorauszahlung sollte nicht einfach ohne passende Abrechnung dauerhaft als Sollsaldo auf 1740 stehen bleiben.
Je nach verwendeter Lohnbuchhaltung können hierfür spezielle Verrechnungs- oder Vorschusskonten verwendet werden.
Bei der späteren Lohnabrechnung wird der bereits gezahlte Betrag entsprechend verrechnet.
Merksatz
Vorschuss ist nicht dasselbe wie eine normale Auszahlung einer bereits gebuchten Lohnverbindlichkeit.
Nachberechnung eines Lohns
Lohnabrechnungen können nachträglich korrigiert werden.
Beispiel
Ein Arbeitnehmer hätte zusätzlich erhalten müssen:
200,00 € netto
Nach der Korrektur erhöht sich die Verbindlichkeit auf 1740 entsprechend.
Bei der späteren Nachzahlung:
1740 an 1200 Bank
Umgekehrt
Wurde ein Arbeitnehmer zu hoch abgerechnet, kann eine Korrektur die Verbindlichkeit auf 1740 vermindern.
Merksatz
Korrektur der Abrechnung verändert zunächst die Verbindlichkeit – Zahlung gleicht sie anschließend aus.
Urlaubs- oder Weihnachtsgeld
Zusätzliche Entgeltbestandteile wie beispielsweise:
- Weihnachtsgeld
- Urlaubsgeld
- Bonuszahlungen
- Prämien
können Bestandteil der Lohn- und Gehaltsabrechnung sein.
Soweit daraus ein auszuzahlender Nettoanspruch des Arbeitnehmers entsteht, fließt dieser typischerweise ebenfalls in die Verbindlichkeit auf 1740 ein.
Beispiel
Normales Nettogehalt:
3.000,00 €
Nettoanteil Weihnachtsgeld:
1.000,00 €
Auszahlung insgesamt:
4.000,00 €
→ entsprechender Arbeitnehmeranspruch auf 1740
Bonus wird erst später ausgezahlt
Ein Bonus kann bereits abgerechnet sein, aber erst später ausgezahlt werden.
Dann bleibt der noch offene Betrag auf 1740 stehen, bis die Zahlung erfolgt.
Merksatz
Abgerechnet, aber noch nicht gezahlt = Verbindlichkeit bleibt bestehen.
Nicht mit Rückstellungen für noch ungewisse Personalaufwendungen verwechseln
1740 wird verwendet, wenn ein Anspruch bereits konkret abgerechnet beziehungsweise als Verbindlichkeit feststeht.
Ist dagegen noch ungewiss, ob beziehungsweise in welcher Höhe eine Verpflichtung entsteht, kann ein Rückstellungssachverhalt vorliegen.
Beispiel
Abgerechnetes Dezembergehalt:
→ 1740
Noch nicht abschließend feststehende variable Vergütung:
→ Rückstellung prüfen
Merksatz
Feststehender Arbeitnehmeranspruch = Verbindlichkeit. Ungewisser Betrag = Rückstellung prüfen.
1740 oder 1700 Sonstige Verbindlichkeiten?
1700 Sonstige Verbindlichkeiten ist ein allgemeineres Verbindlichkeitskonto.
Für offene Lohn- und Gehaltsansprüche gibt es mit 1740 jedoch ein spezielles Konto.
Beispiel
offenes Nettogehalt:
→ 1740
andere sonstige Verpflichtung ohne spezielleres Konto:
→ 1700 prüfen
Merksatz
Spezialkonto vorhanden = Spezialkonto verwenden.
Auszahlung auf mehrere Bankkonten
Ein Arbeitnehmer kann verlangen, dass Teile seines Nettogehalts auf unterschiedliche Konten überwiesen werden.
Für 1740 ist das grundsätzlich unerheblich.
Entscheidend ist die gesamte Verbindlichkeit gegenüber dem Arbeitnehmer.
Beispiel
Nettoanspruch:
3.000,00 €
Überweisung Konto A:
2.500,00 €
Überweisung Konto B:
500,00 €
Insgesamt wird 1740 um:
3.000,00 €
vermindert.
Barauszahlung von Arbeitslohn
Wird Arbeitslohn ausnahmsweise bar ausgezahlt, lautet das Gegenkonto nicht Bank, sondern Kasse.
Beispiel
Nettoauszahlung:
500,00 €
Buchung
1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 500,00 € an 1000 Kasse 500,00 €
Die Funktion von 1740 bleibt gleich.
Nur der Zahlungsweg ändert sich.
Merksatz
1740 zeigt den Anspruch – Bank oder Kasse zeigt, wie bezahlt wurde.
Lohnpfändungen und andere Abzüge
Bei Lohnpfändungen oder anderen besonderen Arbeitnehmerabzügen kann ein Teil des Nettoanspruchs nicht direkt an den Arbeitnehmer, sondern an einen Dritten abgeführt werden.
Solche Sachverhalte können zusätzliche Verrechnungs- beziehungsweise Verbindlichkeitskonten erfordern.
Der Betrag sollte nicht einfach ungeprüft vollständig auf 1740 verbleiben, wenn tatsächlich ein anderer Zahlungsempfänger Gläubiger des einbehaltenen Betrags ist.
Merksatz
Bei besonderen Abzügen prüfen, wem der einbehaltene Betrag tatsächlich geschuldet wird.
Sachbezüge und geldwerte Vorteile
Nicht jeder Bestandteil des steuerpflichtigen Arbeitslohns wird in Geld an den Arbeitnehmer ausgezahlt.
Beispiele sind:
- Firmenwagen
- bestimmte Sachbezüge
- andere geldwerte Vorteile
Solche Bestandteile können das steuer- und sozialversicherungspflichtige Brutto beeinflussen, ohne den auszuzahlenden Nettobetrag in gleicher Höhe zu erhöhen.
Deshalb sollte der Saldo auf 1740 nicht einfach aus dem gesamten Bruttolohn abgeleitet werden.
Merksatz
Steuerpflichtiger Arbeitslohn und tatsächliche Nettoauszahlung sind nicht dasselbe.
Kurzarbeitergeld und vergleichbare Sonderfälle
Auch bei besonderen Lohnabrechnungssachverhalten kann 1740 als Verbindlichkeit gegenüber Arbeitnehmern eine Rolle spielen.
Die zugrunde liegenden Lohnarten, Erstattungsansprüche und durchlaufenden Posten können jedoch zusätzliche Konten erfordern.
Daher sollte bei Sonderfällen nicht nur 1740 betrachtet werden, sondern die komplette Lohnabrechnung.
Abstimmung mit der Lohnbuchhaltung
1740 sollte regelmäßig mit der Lohnabrechnung abgestimmt werden.
Zum Monatsende sollte nachvollziehbar sein:
- welche Nettoentgelte abgerechnet wurden
- welche Beträge bereits ausgezahlt wurden
- welche Arbeitnehmer noch offene Ansprüche haben
- ob Korrekturabrechnungen vorliegen
- ob Vorschüsse oder Abschläge verrechnet wurden
- ob alte Salden noch berechtigt sind
Merksatz
Saldo 1740 muss sich aus den offenen Nettoabrechnungen erklären lassen.
Abstimmung zum Jahresabschluss
Zum Bilanzstichtag sollte besonders geprüft werden:
- Sind Dezemberlöhne bereits ausgezahlt?
- Gibt es noch offene Gehaltszahlungen?
- Wurden Nachberechnungen vollständig erfasst?
- Bestehen alte unerklärte Salden?
- Stimmen 1740, 1741 und 1742 mit der Lohnabrechnung überein?
- Wurden Zahlungen nach dem Bilanzstichtag korrekt dem offenen Saldo zugeordnet?
Alte Salden auf 1740 sind ein Warnsignal
Bleibt ein Arbeitnehmerbetrag über viele Monate offen, sollte geprüft werden, warum.
Mögliche Ursachen:
- Mitarbeiter wurde nicht bezahlt
- Zahlung wurde auf falsches Konto gebucht
- Korrekturlauf fehlt
- Bankzahlung wurde nicht verbucht
- alter Mitarbeiter ist ausgeschieden
- Abrechnungsdifferenz wurde nie geklärt
Merksatz
1740 sollte kein Friedhof für ungeklärte Lohnbuchungen werden.
Keine Umsatzsteuer auf Lohn und Gehalt
Arbeitslohn ist keine normale umsatzsteuerpflichtige Eingangsleistung eines Lieferanten.
Deshalb wird aus dem Nettolohn beziehungsweise Bruttolohn keine Vorsteuer herausgerechnet.
Beispiel
Bruttolohn:
5.000,00 €
Es wird nicht gerechnet:
4.201,68 € Personalaufwand + 798,32 € 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 %.
Merksatz
Arbeitslohn enthält keine Vorsteuer.
1740 und die GuV
1740 selbst wird nicht über die GuV abgeschlossen.
Die Gewinnwirkung entsteht über die Personalaufwandskonten.
Beispiel
4100 Löhne und Gehälter an 1740 / 1741 / 1742
4100 beeinflusst die GuV.
1740 zeigt die daraus entstandene offene Verpflichtung.
Zahlung
1740 an 1200 Bank
Die Zahlung selbst hat keine erneute Gewinnwirkung.
Merksatz
Personalaufwand wirkt auf den Gewinn. 1740 wirkt auf die Bilanz.
Was wird typischerweise auf Konto 1740 gebucht?
Typischerweise werden auf 1740 erfasst:
- noch nicht ausgezahlte Nettolöhne
- noch nicht ausgezahlte Nettogehälter
- offene Arbeitnehmeransprüche aus abgerechneten Bonus- oder Sonderzahlungen
- Nachzahlungsansprüche aus korrigierten Lohnabrechnungen
- Auszahlungen der zuvor erfassten Arbeitnehmerverbindlichkeiten
- Korrekturen entsprechender Lohn- und Gehaltsverbindlichkeiten
Was gehört typischerweise nicht auf Konto 1740?
Nicht beziehungsweise nicht automatisch auf 1740 gehören:
- Lohn- und Gehaltsaufwand → 4100 Löhne und Gehälter beziehungsweise entsprechende Personalaufwandskonten
- Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung → beispielsweise 4130 Gesetzliche soziale Aufwendungen
- Lohn- und Kirchensteuerverbindlichkeiten → 1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer
- Sozialversicherungsverbindlichkeiten → 1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit
- allgemeine sonstige Verbindlichkeiten → 1700 Sonstige Verbindlichkeiten prüfen
- noch ungewisse Personalverpflichtungen → Rückstellungen prüfen
- private Zahlungen des Unternehmers
- Vorsteuer
- normale Lieferantenverbindlichkeiten → 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Kontoart und Abschluss
Kontonummer: 1740 Kontenbezeichnung: Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt Kontenart: Passivkonto Kontenklasse: 1 Kategorie: Verbindlichkeiten Bereich: Sonstige Verbindlichkeiten · Personalverbindlichkeiten Normale Kontoseite: Haben Entstehung/Erhöhung: Haben Auszahlung/Verminderung: Soll Abschluss: SBK Bilanz: Passivseite · Sonstige Verbindlichkeiten GuV: Nicht direkt in der GuV
Was zeigt der Saldo des Kontos?
Der typische Habensaldo zeigt die zum jeweiligen Stichtag noch offenen Lohn- und Gehaltsverbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern.
Beispiel
Abgerechnete Nettoentgelte:
50.000,00 €
bereits ausgezahlt:
47.000,00 €
Rest:
3.000,00 €
Saldo 1740:
3.000,00 € Haben
Das Unternehmen schuldet seinen Arbeitnehmern noch insgesamt 3.000,00 €.
Merksatz
Saldo 1740 = noch offener Arbeitnehmer-Auszahlungsbetrag.
Typische Fehler
Bruttolohn vollständig auf 1740 buchen
Lohnsteuer und Sozialversicherung werden auf eigenen Verbindlichkeitskonten erfasst.
Lohn bei Auszahlung erneut als Aufwand buchen
Der Aufwand wurde bereits über die Lohnabrechnung gebucht.
1741 und 1740 verwechseln
1740 betrifft Arbeitnehmer, 1741 das Finanzamt.
1742 und 1740 verwechseln
1740 betrifft Arbeitnehmer, 1742 Sozialversicherungsträger.
Arbeitgeberanteile direkt auf 1740 buchen
Arbeitgeberanteile sind zusätzlicher Personalaufwand und führen zur Sozialversicherungsverbindlichkeit.
Sollsaldo ungeprüft stehen lassen
Ein Sollsaldo kann auf Überzahlung, Vorschuss oder Buchungsfehler hinweisen.
Alte Arbeitnehmerverbindlichkeiten nicht abstimmen
Jeder alte Saldo sollte einem konkreten Arbeitnehmer beziehungsweise einer Abrechnung zugeordnet werden können.
Dezemberlohn im falschen Jahr erfassen
Entscheidend ist die wirtschaftliche Zugehörigkeit des Arbeitsentgelts, nicht allein der Auszahlungstag.
Lohnrückstellung und feste Verbindlichkeit verwechseln
Bereits abgerechnete konkrete Arbeitnehmeransprüche sind Verbindlichkeiten; ungewisse Ansprüche können Rückstellungssachverhalte sein.
Umsatzsteuer aus Lohnzahlungen herausrechnen
Arbeitslohn enthält keine abzugsfähige Vorsteuer.
Verwandte Konten
- 1200 Bank – Auszahlung der Nettolöhne und Nettogehälter
- 1600 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – Lieferantenverbindlichkeiten, nicht Arbeitnehmerverbindlichkeiten
- 1700 Sonstige Verbindlichkeiten – allgemeines Verbindlichkeitskonto
- 1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer – einbehaltene Steuerbeträge gegenüber dem Finanzamt
- 1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit – Verpflichtungen gegenüber Sozialversicherungsträgern
- 4100 Löhne und Gehälter – Personalaufwand
- 4130 Gesetzliche soziale Aufwendungen – Arbeitgeberaufwendungen zur Sozialversicherung
Kurz zusammengefasst
Das Konto 1740 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt erfasst die noch offenen, bereits abgerechneten Auszahlungsansprüche der Arbeitnehmer. Es ist ein Passivkonto mit normaler Habenseite und wird über das SBK abgeschlossen. Bei der Lohnabrechnung entsteht die Verbindlichkeit im Haben; bei der Auszahlung wird 1740 im Soll gegen 1200 Bank ausgeglichen. Steuer- und Sozialversicherungsbeträge gehören nicht auf 1740, sondern insbesondere auf 1741 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer und 1742 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit. Der typische Habensaldo zeigt somit, welche Nettoentgelte den Arbeitnehmern noch geschuldet werden.
Kurzform: Nettolohn noch offen = 1740 im Haben. Auszahlung = 1740 an Bank. Lohnsteuer = 1741. Sozialversicherung = 1742.